Trigeminus Nerv bei verschiedenen Schmerzarten

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J Pain. 2013 Aug;14(8):865-72. doi: 10.1016/j.jpain.2013.02.014. Epub 2013 May 17.

Trigeminal nerve anatomy in neuropathic and non-neuropathic orofacial pain patients.

Realistischer Verlauf der Trigeminusfasern

Abstract

Trigeminal neuralgia, painful trigeminal neuropathy, and painful temporomandibular disorders (TMDs) are chronic orofacial pain conditions that are thought to have fundamentally different etiologies. Trigeminal neuralgia and neuropathy are thought to arise from damage to or pressure on the trigeminal nerve, whereas TMD results primarily from peripheral nociceptor activation. This study sought to assess the volume and microstructure of the trigeminal nerve in these 3 conditions. In 9 neuralgia, 18 neuropathy, 20 TMD, and 26 healthy controls, the trigeminal root entry zone was selected on high-resolution T1-weighted magnetic resonance images and the volume (mm(3)) calculated. Additionally, using diffusion-tensor images (DTIs), the mean diffusivity and fractional anisotropy values of the trigeminal nerve root were calculated. Trigeminal neuralgia patients displayed a significant (47%) decrease in nerve volume but no change in DTI values. Conversely, trigeminal neuropathy subjects displayed a significant (40%) increase in nerve volume but again no change in DTI values. In contrast, TMD subjects displayed no change in volume or DTI values. The data suggest that the changes occurring within the trigeminal nerve are not uniform in all orofacial pain conditions. These structural and volume changes may have implications in diagnosis and management of different forms of chronic orofacial pain.

PERSPECTIVE:

This study reveals that neuropathic orofacial pain conditions are associated with changes in trigeminal nerve volume, whereas non-neuropathic orofacial pain is not associated with any change in nerve volume.

 

 


 

J Pain. 2013 Aug;14(8):865-72. doi: 10.1016/j.jpain.2013.02.014. Epub 2013 May 17.

Trigeminus Anatomie bei neuropathischen und nicht- neuropathischen orofazialen Schmerzpatienten.

Zusammenfassung

Trigeminusneuralgie , schmerzhafte Trigeminus Neuropathie und schmerzhafte TMD (in Deutschland CMD) Kiefererkrankungen sind chronische orofaciale Schmerzzustände, von denen angenommen wird, dass sie grundlegend verschiedene Ursachen haben. Die Trigeminusneuralgie und Neuropathie stellt man sich als Krankheiten vor, die aus der Beschädigung oder Druck auf den Trigeminus-Nerv entstehen, während TMD vor allem aus der peripheren Nozizeptoraktivierung resultiert.

 Diese Studie versucht, das Volumen und die Mikrostruktur des Trigeminus bei diesen drei Bedingungen zu beurteilen. In 9 Patienten mit Neuralgie, 18 mit Neuropathie, 20 mit TMD und 26 gesunden Kontrollpersonen wurde die Trigeminuswurzel Eintrittszone per hochauflösenden T1-gewichteten Magnetresonanzbildern ausgewählt und deren  Volumen (mm(3)) berechnet. Zusätzlich wurde mit Diffusion Tensor – Bildern ( DTI ) das mittlere Diffusionsvermögen und die fraktionierten Anisotropie Werte der Trigeminus- Nervenwurzeln berechnet.

 Trigeminusneuralgie Patienten zeigten eine signifikante ( 47%) Abnahme der Nerven Volumen, aber keine Änderung in den DTI -Werten. Umgekehrt erscheint bei Trigeminus Neuropathie Probanden eine signifikante ( 40%) Zunahme der Nerven Volumen aber wieder keine Veränderung in den DTI -Werten. Im Gegensatz dazu zeigen TMD Probanden keine Veränderung weder im Volumen noch den DTI -Werten.
 
 Die Daten legen nahe, dass die Änderungen, die innerhalb der Trigeminus-Nerv auftreten,  nicht einheitlich bei allen orofazialen Schmerzzuständen verlaufen. Diese Struktur- und Volumenänderungen können Auswirkungen in Diagnose und Behandlung von verschiedenen Formen der chronischen orofazialen Schmerzen haben.

 PERSPEKTIVE :

Diese Studie zeigt, dass neuropathische orofaziale Schmerzen mit Veränderungen im Trigeminus Volumen assoziiert sind, während nicht- neuropathische orofazialen Schmerzen mit keiner Änderung der Nervenvolumina verbunden sind.

 


 

Erkenntnisgewinn

Zunächst braucht es eine Bestätigung der gefundenen Ergebnisse dieser Studie durch eine Wiederholung des Experiments andernorts. Denn die Studiengruppe ist klein und die gemessenen Werte, also das Volumen des Trigeminus an seiner Wurzel in Kubikmillimeter, sind stark prozessabhängig.

Angenommen, dass sich die Tendenz erneut nachweisen läßt, wonach Trigeminusneuralgie Patienten ein verkleinertes Volumen, Trigeminus Neuropathie Patienten ein vergrößertes Volumen und TMD Patienten keine Änderung gegenüber Gesunden aufweisen, dann liegt ein erhärteter Beweis vor, dass:

  1. die Trigeminus Neuralgie und die Trigeminus Neuropathie zwar prinzipiell verwandte Erkrankungen darstellen, aber schon in einer Kernspin Aufnahme unterschieden werden können.
  2. ein Zusammenhang von TMD mit den Trigeminus Erkrankungen eher unwahrscheinlich erscheint, weil beim Vorliegen einer TMD der Trigeminus augenscheinlich nicht betroffen ist.
  3. endlich ein bildgebendes Verfahren vorliegt, mit dem der Verdacht auf eine Trigeminus Neuropathie objektiviert werden kann. Zur Zeit allerdings nur für wissenschaftliche Anwendungen.

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