M. Helkimo hatte schon 1976 eine Ahnung

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Dr. M. Helkimo ist in die deutsche Funktionsanalyse des stomatognathen Systems (= Befundung von Kiefergelenksschmerzen) seit 1979 mit dem sogenannten Helkimo-Index eingegangen. Dieser Index gehört für viele Universitäten praktisch zum Kanon der Lehre in der Zahnmedizin. Die Studenten sollen mit System die Mechanik und die Erkrankung des Kiefergelenks erfassen.
Nun stellt sich aber heraus, dass Dr. Helkimo sich 1976 schon Sorgen darüber machte, dass sein Index und die Wirklichkeit zu völlig verschiedenen Ergebnissen kommen. Ihm fiel auf, dass

„There are no differences in frequency of dysfunction between men and women in the general population. Why women dominate in patient materials has not been convincingly explained in the literature.“

auf deutsch: es gibt keine Differenzen in der Häufigkeit von teilbeweglichen Kiefergelenken zwischen Männern und Frauen in der Allgemeinbevölkerung. Warum Frauen trotzdem die Mehrheit der Kranken stellen, wurde in der Literatur nicht überzeugend beantwortet.

Genau dieser kleine Satz, im Jahr 1976 geschrieben, ist bis heute nicht überzeugend beantwortet. Dabei liegt die Vermutung direkt vor der Nase: TMD hat mit dem Kiefergelenk eigentlich nichts zu tun. TMD ist eine reine Schmerzkrankheit, unabhängig von irgendwelchen Bewegungseinschränkungen.

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