Chronischer Gesichtsschmerz auch unabhängig von Trigeminus-Überaktivität

Forscher der Neurologie der Uni Erlangen haben 2005 eine wichtige Untersuchung veröffentlicht.

Sie untersuchten 14 Menschen mit persistierendem idiopathischem Gesichtsschmerz nach quantitativen Unterschieden der Sensibilität im betroffenen Gebiet. Für Nichtmediziner: 14 Patienten mit Dauerschmerzen im Gesicht und/oder Kiefer, für die keine Ursache gefunden werden konnte, wurden auf der Gesichtshaut mit weicher und spitzer Berührung, Wärme, Kälte, Hitze und Druck und dazu noch Einzel- und Wiederholungstests geprüft. Es gibt Daten von anderen Forschungszentren, die sagen, dass bei Patienten mit Dauerschmerzen die Schwellen für einige oder alle dieser Tests erniedrigt sind.

Die 14 Patienten wurden dabei verglichen mit 14 alters- und geschlechtsmäßig entsprechenden Personen ohne Gesichtsschmerzen.

Ergebnis: Es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen den Patienten und den Kontrollpersonen in Bezug auf die Merkschwellen für alle Sensibilitätsarten. Dazu gibt es keinen meßbaren Unterschied zwischen der rechten und der linken Seite von einseitig betroffenen Patienten. Auch der Blinkreflex verhält sich gleich.

Schlußfolgerung:
Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu Arbeiten von z.B. Dr. S.K. Jaaskelainen, Turku, Finland. Da nicht davon auszugehen ist, dass grundsätzliche handwerkliche Mängel diese Unterschiede herbeigeführt haben, liegt der Verdacht nahe, dass es unter den Patienten mit chronischen Gesichts/Kieferschmerzen Untergruppen gibt, die sich elementar voneinander unterscheiden.
Bei Migränikern ist inzwischen bewiesen, dass eine ganz bestimmte (geringfügige) aber messbare Veränderung im Blinkreflex eine Migräneattacke bis zu 3 Tagen vorhersagen kann. Migräniker leiden überzufällig häufig an chronischen Gesichtsschmerzen. Vermutlich haben die Erlanger Forscher genau die Patienten erwischt, die mit Migräne gerade nichts zu tun und trotzdem Dauerschmerzen im Kiefer/Gesicht haben.

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