Laserdiagnostik und Karies

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 letzte Woche war ich bei meinem Zahnarzt und er hat zum ersten mal eine Laser verwendet, mit dem man in den Zahn „hineinschauen“ kann. Ich habe seit vielen Jahren dunkle Ränder an den Kauflächen einiger Zähne und genau diese Zähne wurden untersucht. Nun kam heraus, dass gleich 7 Zähne behandelt (angebohrt) werden müssen. Ich war ziemlich entsetzt, denn ich gehe regemäßig zur Kontrolle und seit Jahren ist alles ok. Allerdings ist mir von ca. 7 Jahren mal urplötzlich und ohne Vorwarnung ein Backenzahn fast komplett herausgebrochen. Droht das auch bei den anderen sieben Zähnen und ist diese Laserdiagnostiik zuverlässig?


So lautete eine Frage in einem Forum an den „Experten“. Was ist dazu zu sagen? Zunächst etwas Hintergrundwissen:

1. Das Diagno… von K… kostet als Füllhalter-Ausführung „Pen“ brutto Euro 3.000,–. Die müssen zuerst wieder hereingebohrt werden.
2. Zahnärzte sollten besser die so genannte Bissflügel-Röntgenaufnahme als Standard benutzen. Darauf sind mindestens 50% aller „unsichtbaren“ Kariesstellen zu finden. Leider ist die Anfertigung von Bissflügel Aufnahmen bisher eher die Ausnahme als die Regel.
3. Aus der langjährigen Beobachtung der wirklichen Behandlung von Patienten ist das Nebeneinander von Über- und Unterversorgung von Karies – oft im gleichen Mund – bekannt. Das bedeutet: die schnelle und gefährliche Zahnzwischenraumkaries durch Apfelsaft u.ä. wird nicht erkannt, dafür werden überflüssigerweise Verfärbungen auf der Zahnoberfläche aufwändig mit dem Bohrer „behandelt“.

Fazit: Es besteht kein wirklicher Bedarf an Geräten, die eine Verfärbung der Oberfläche als kariös einstufen, sondern es besteht Bedarf an Problembewußtsein, wo denn die wirklichen Schäden passieren und wie diese zu erkennen sind.
Der Laser-Füllhalter lenkt davon eher ab und fördert noch mehr die reine Oberflächenbetrachtung.

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