Kollagen wird zwischen Hybridschicht und Dentin zerstört

Lesen Sie auch die ARtikel Nanoleakage ist die Undichtigkeit der Kunststoff Dentin Klebung auf Molekülebene  und Haftverbund zwischen Dentin und Komposite ist nicht langzeitstabil

 

Altmeister D.H. Pashley, Prof. der Universität of Georgia, Augusta, GA, USA, forscht seit 1974 auf hohem Niveau am menschlichen Dentin (Zahnbein). Medline listet auf Anhieb 443 wissenschaftliche Artikel unter dem Suchwort „pashley dh“. Darunter finden sich solche Werke:

  • Rate of permeation of isotopes through human dentin, in vitro., 1977
  • The effects of acid etching on the in-vivo permeability of dentine in the dog., 1983
  • Comparison of in vivo vs. in vitro bonding of composite resin to the dentin of canine teeth., 1988
  • Hygroscopic expansion of a compomer and a composite on artificial gap reduction., 2002
  • Ultrastructural correlates of in vivo/in vitro bond degradation in self-etch adhesives., 2005

Diese Miniauswahl zeigt, dass D.H. Pashley ein gewichtiges Wort mitzureden hat, wenn es um die Bewertung von Füllungsmaterialien geht. 2005 erschien eine Arbeit mit dem Titel: „Chlorhexidine Arrests Subclinical Degradation of Dentin Hybrid Layers in vivo“ (deutsch: „Chlorhexidin verhindert langsamen Abbau der Dentin-Hybridschicht unter echten Mundbegingungen“. Dort zeigen die Forscher an Milchzähnen in Kindermündern, wie innerhalb eines halben Jahres unter dem Bonder (Klebeschicht) die Kollagenfasern von einer so genannten „matrix metalloproteinase“ (MMP) zerstört werden.

Das kann mit einer Schicht 2% Chlorhexidinlackierung direkt vor dem Kleben verhindert werden. Dabei wirkt Chlorhexidin nicht als Bakterienkiller, sondern als kompetitiver Hemmungstoff der Proteinase. Im Bild oben kann man auf der Aufnahme „e“ (3. Reihe linke Seite) im Bereich des Sternchens die zerstörte Kollagenschicht sehen.

Fazit für den Praktiker: Prof. D.H. Pashley bestätigt damit direkt, dass die Klebeverdindung von Kunststoff auf Dentin zur Zeit alles andere als besonders stabil ist. Bis die Industrie dann diese Erkenntnis in entsprechende Produkte umgesetzt hat, sollten die Zahnmediziner sich bei der Aussage über die Haltbarkeit der Klebung von Kunststoff auf Dentin besser nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

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