Zahnärzte können die Knirschstärke nicht einschätzen

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Prof. Dr. Joseph J. Marbach, Psychiater an der Dental School of New Jersey, Newark hat sich 2003 die Sicherheit von Zahnärzten angeschaut, mit der sie das Knirschen von Patienten einschätzen können.

Dazu erhielten 20 Zahnärzte jeweils 29 Gipsmodelle von Knirschgebissen mit der Fragestellung, wie stark die betreffende Person wohl knirscht. Dieser Test wurde 3 Monate später mit den gleichen Zahnärzten und Modellen wiederholt.
Ergebnis: Die Übereinstimmung der Untersucher untereinander war sowohl beim ersten als auch beim zweiten mal schlecht. Der Koeffizient betrug 0,33 (1,00 ist perfekte Übereinstimmung, 0,0 reiner Zufall). Etwas bessere Werte erreichten nur die Zahnmediziner, die über längere Berufserfahrung verfügten, mit einem Koeffizient von 0,50. Vergleicht man die erste mit der zweiten Bewertung der einzelnen Ärzte, dann reicht die Übereinstimmung gerade für die Schulnote ausreichend aus. (Koeff. = 0,46).

Was zeigt das? Es zeigt die erstaunliche Tatsache, dass Zahnmediziner praktisch nicht in der Lage sind, reproduzierbar harte Knirscher als solche zu erkennen. Es fehlt an Ausbildung, an allgemein akzeptierten Messwerten und auch an Messgeräten.

Schlussfolgerung:
Knirschen ist nur für die Praktiker vor Ort, nicht für die Unität. Deshalb keine Forschung darüber, keine Vorlesung, keine Ausbildung. Diese auch im Jahr 2007 aktuelle Sachlage illustriert doch anschaulich die Bezeichnung der universitären Ausbildungsstätten als Elfenbeinturm.

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