Im nächsten Leben werde ich Inhaber von 2. Zahnarztmeinung

Herr Dipl. Kaufmann H. Lehmann, D-dorf hat mit seiner „2te-Zahnarztmeinung.de“ die Goldader getroffen. Vorsichtig geschätzt macht der Mann ganz lockere 500.000 Euronen*) im Jahr an „Gebühren“, die ihm seine glückliche Kundschaft überweist.

Berechnungsgrundlage:
Am heutigen Stichtag laufen ca. 150 Auktionen parallel. Ganz vorsichtig geschätzt beläuft sich das Zahnarzthonorar auf 300,– Euro pro Auktion. Jede Auktion läuft 8 Tage. Das bedeutet einen Durchlauf von 45.000,– Euro Zahnarzthonorar in 8 Tagen. Davon will der Kaufmann 20% als Vermittlungsgebühr sehen. Also rund 10.000,– alle 8 Tage. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass nicht wenige dieser Auktionen 4 stellige Eurosummen (10.000,– aufwärts) aufrufen, dann …

Dann habe ich den falschen Job. Nicht selber bohren heißt die Devise, sondern von Bohrern 20% nehmen. Das ist der Ärger Nummer 1 mit dieser Internet-Seite. Das ließe sich durch eine „me-too“ Seite ändern, die einfach die Masche kopiert. Ärger Nummer 2 ist ein Ärger, der hauptsächlich meine Hochleistungs-Kollegen trifft. Herr Lehmann schafft tatsächlich so etwas wie Markt auf dem sehr intransparenten Gebiet der Zahnmedizin.

Hier nur ein Beispiel: In Berlin fragt ein 50 jähriger Mann in Berlin, ob sein Kostenvoranschlag von Euro 13.650,– auch günstiger geht. Ihm antworten 4 Berliner Kollegen/innen mit Vorschlägen von Euro 5.561,– bis hinunter zu Euro 4.311,–, wobei es sich angeblich um die gleiche Arbeit handelt. Was konkret diesen eklatanten Preisunterschied ausmacht, kann hier nicht geklärt werden. Tatsache ist aber, dass die hochpreisigen Kollegen zunehmend unter Druck geraten. Und das ist für Patienten, die tatsächlich Gesamtsanierungs-Zahnmedizin brauchen, nicht die schlechteste Nachricht. Angemerkt werden muss aber an dieser Stelle unbedingt, dass häufig die Notwendigkeit einer Großplanung gar nicht so klar ist, wie sich das viele Patienten denken.

*) können auch 2 Millionen sein.

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