Wann endlich kommt der Warnhinweis?

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Handy, Autoschlüssel, Detlev-Tasche und Saft haut mir die 24-jährige Patientin auf die Arbeitsplatte. Sie kommt zum ersten Mal. Die Lage ist diese: sie ist 1.) schwanger und hat 2.) mächtige Zahnschmerzen. Und außerdem kommt sie frisch vom Kollegen, der ihr als Behandlung der Schmerzen Duraphat auf die Unterkieferzähne getan hat. Die Fehlersuche bringt 3 Zähne links in Verdacht. Davon wird der 35 in derselben Sitzung „entnervt“, was aber leider ohne Wirkung bleibt, so dass am nächsten Tag die frische Krone vom Kollegen doch durchbohrt werden muss. Diesmal mit Erfolg.

Das war vor einer Woche. Heute (Freitag) kommt die 17-jährige Schwester der Patientin auch zum ersten Mal in die Praxis. Und sie ist 1.) schwanger und hat 2.) mächtige Zahnschmerzen. Wieder führt die Fehlersuche zu 2 Verdachtszähnen. Die werdende Mutter ist aber mental noch nicht bereit, den zerstörten Zahn 27 zu opfern, so dass zunächst eine extra tiefe Füllung am 37 vorgezogen wird. Schaun wir mal, welchen Motivationsschub das Wochenende mit angekündigten weiteren Zahnschmerzen bringt.

Man könnte aus dieser Geschichte jetzt folgern, dass die Schwangerschaft die Zähne kaputt macht. Solche Erzählungen sind ja aus dem Volksmund bekannt. Natürlich ist das Unsinn. Einen deutlichen Hinweis liefert das Stil-Leben Bild oben: hier ist Flüssigzucker im Spiel und zwar in Form der Erwachsenen-Nuckelflasche. Der ist verantwortlich. Die Plastikflasche mit Nuckelansatz und Saft oder ähnlichen Zuckerlösungen drin gehört verboten, mindestens aber mit einem großen Warnaufdruck versehen.

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