Da darf Kunststoff einfach nicht hin

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Was ist das? Das ist Matsche unter einer Kunststoff (wird gerne als Keramik verkauft) – Füllung. Für die bessere Sicht habe ich hier mit einem Diamantschleifkörper etwas Schmelz distobukkal (hintenaußen) am Zahn 46 entfernt. In dieser Spiegelaufnahme kann man jetzt gut erkennen, dass der Zahn eine kleine Amalgam Füllung außen trägt, aber in der Mitte eine große Kunststoff-Füllung, die von vorne (das ist im Bild nach links) bis nach hinten reicht. Für alle, die das so nicht erkennen können: Betrachten Sie den kreisrunden Kariesfleck. Da ist ein rot/orangefarbener Ring zu sehen, der in der 12 Uhr Position eine Unterbrechung oder einen Spalt hat. Da genau verläuft die Grenze zwischen der Zahnsubstanz und der Kunststoff Füllung.

Der kariöse Defekt hat sich ganz offensichtlich von einer undichten Stelle im Zahnzwischenraum vom Rand nach innen vorgearbeitet. Das ist leicht am Farb-Kreis zu erkennen, dessen Mittelpunkt ungefähr am Eintrittsort der Karies in den Zahn liegt. Das ist typisch für die Sekundärkaries (wiederholte Karies) unter Kunststoff-Füllungen. Das Loch entsteht selten auf der sichtbaren Oberfläche – das wäre ja auch zu einfach – sondern listigerweise mitten im Zahnzwischenraum auf Höhe des Zahnfleischniveaus. Solche Defekte zu finden, ist eine der wirklichen Herausforderungen im Zahnarztalltag. Man kann ja nicht alle 6 Monate ein Röntgenbild erstellen.

Solche Bilder sollte sich jeder Patient einprägen, bevor er seine Amalgam-gefüllten Zähne „gesamtsanieren“ läßt. Mit Amalgam wäre diese Baustelle wahrscheinlich erst gar nicht aufgetreten und wenn doch, dann sehr viel später. Zum Glück handelt es sich bei diesem Zahn um einen wurzelkanalbehandelten Zahn. Mit noch lebendem Zahnnerv würde es jetzt sonst bitter.

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