Doktorarbeit mit Calcium-Hydroxyd und Hirnerweichung

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Garbers, Agnieszka (2004): Vergleich zweier Pulpotomietechniken im Milchgebiss: Eine klinische Studie Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät

Zusammenfassung
Die Wurzelbehandlung der Milchzähne zielt darauf ab, die Milchzähne bis zur natürlichen Exfoliation gesund und funktionell zu erhalten. Zu den häufigsten endodontischen Therapien im Milchgebiss gehören die Amputation der entzündeten Kronenpulpa und die Applikation eines Wundverbandes auf die Wurzelpulpa. Ziel dieser retrospektiven Studie ist es, zwei unterschiedliche endodontische Pulpotomietechniken in Bezug auf ihre klinische Erfolgsrate zu untersuchen: die Vitalamputation unter Nutzung eines Kalziumhydroxid Präparates und unter Verwendung von Formokresol. Insgesamt wurden in der Poliklinik für die Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität München bei 190 Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren endodontische Behandlungen durchgeführt. 25 Kinder sind für die Nachuntersuchung nicht erschienen. In der Studie wurden so-mit 165 Kinder davon 90 (54,5 %) Jungen und 75 (45,5 %) Mädchen behandelt und nachuntersucht. Die Studie umfasst 394 wurzelbehandelte Milchmolare. 181 Zähne wurden mit Formokresol und 213 Zähnen mit einem Ca(OH)2-Präparat versorgt. Die Kavitätenpräparation, die Amputation der Kronenpulpa, das Aufbringen des Medikaments unter absoluter Trockenheit und die finale Versorgung des Zahnes erfolgten in allen Fällen in derselben Sitzung und unabhängig von der Kooperationsbereitschaft des Patienten. Die Ergebnisse der endodontischen Maßnamen wurden über einen Zeitraum von 3 Jahren dokumentiert (Ø 23 Monate bei der Calxyl-Methode und Ø 27 Monate bei der Formokresol-Methode). Von den 213 mit Ca(OH)2-Präparat behandelten Milchmolaren wurden 92 Zähne (43 %) aufgrund klinischer Symptome, wie Schmerzen, Fistelung, interradikuläre oder apikale Aufhellung, extrahiert. 121 Zähne (57 %) wiesen keine klinischen Symptome auf. Von den 181 Zähnen, die mit Formokresoltechnik behandelt wurden, sind hingegen lediglich bei 23 Zähnen (13 %) klinische Symptome aufgetreten. 158 (87 %) Zähne blieben symptomlos. Obwohl das verwendete Ca(OH)2- Präparat als Wundverband pulpafreundlicher als Formokresol ist, liegt die Erfolgsrate für die Kalziumhydroxid-Pulpotomie bei der repräsentativen, großen Patientengruppe 30 % unterhalb einer Behandlung mit Formokresol.

Zahlreiche Literaturangaben bestätigen sogar weit höhere Misserfolgsquoten. Dennoch steht mit Kalziumhydroxid ein bewährtes Material zur Abdeckung der Amputationswunde am Milchzahn zur Verfügung: die vorliegende Studie zeigt, dass bereits allein durch eine geeignete Abschlussversorgung des Milchzahnes mit einer Kinderstahlkrone die Vitalerhaltung signifikant verbessert werden kann. Insbesondere bei Patienten ab dem Vorschulalter erscheint zudem eine Unterstützung durch blutstillende Maßnahmen mit Gingipak sinnvoll, da diese adrenalin-haltigen Pellets eine bakterielle Entzündung besonders effektiv hemmen. Die Studie belegt darüber hinaus, dass die strenge Einhaltung des Indikationsbereiches für die Behandlung mit Kalziumhydroxid-Präparaten zu Erfolgsquoten führt, die an die Behandlung mit allen gängigen Pulpotomiematerialien anschließt. Bei sorgfältig selektierten Patientengruppen werden daher weniger als 5 % Behandlungsmisserfolge verzeichnet (vgl. Waterhouse). Infolge der systemischen und toxischen Unbedenklichkeit  von Kalziumhydroxid kann dieses Material daher bevorzugt eingesetzt werden, sofern die vorausgehende Diagnose den Rahmen des engen Indikationsbereiches nicht überschreitet.


Kommentar Joachim Wagner:  Die obige Zusammenfassung stammt vermutlich von der Doktorantin selbst, die ihre eigene Untersuchung nicht zur Kenntnis nehmen darf (?) und statt dessen den Unsinn von der großartigen Bewährtheit des Materials mit der hohen Mißerfolgsrate nachplappern muss (?). Calcium-Hydroxyd wirkt zwar nicht, ist aber dennoch (das Wort steht da oben) Mittel der Wahl.
Jetzt brauchen wir eigentlich nur noch nachfragen, wie der Doktorvater heißt (Prof. Dr. C. Benz, München), um den Urheber dieses halbseidenen Herumgeeiers zu erfahren. Kleiner Tipp: an Stelle des Betroffenen würde ich mir allmählich eine plausible Erklärung für den mentalen Ausfall an dieser Stelle ausdenken. Sonst könnte man noch auf die Idee kommen, dass es noch mehr solcher Denkunfälle gegeben  ….

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