Und wieder ein Tiefschlag für Ca-OH

Hier ist eine interessante Doktorarbeit

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wurde der Effekt häufig in der Endodontie verwendeter medikamentöser Zwischeneinlagen auf die Wandständigkeit der temporären Verschlussmasse Cavit®-W untersucht. Hierzu wurden 80 extrahierte, karies- und füllungsfreie Molaren verwendet, bei denen eine Präparation einer standardisierten Zugangskavität der Größe 3,5mm x 4mm erfolgte. Danach erfolgte eine zufällige Zuteilung von jeweils 20 Zähnen in vier Versuchsgruppen, einschließlich der Kontrollgruppe. Der Kavitätenboden der Kontrollgruppe (Gruppe IV) wurde mit Calxyl® abgedeckt, anschließend wurde die Kavität, soweit mit einem Calxyl® getränktem Wattepellet aufgefüllt, bis die Kavitätenresttiefe 4 bis 4,5 mm betrug, bevor der Verschluss der Trepanationsöffnung mit Cavit®-W erfolgte. Der Kavitätenboden der Gruppen I (Ledermix®), Gruppe II (ChKM) und der Gruppe III (Calxyl®) wurde mit jeweils dem der Gruppe zugeordneten Medikament bedeckt. Nachfolgend erfolgte zusätzlich die Bedeckung einer, der aus der Randomisierungsliste vorgegebenen Kavitätenwand mit entsprechenden Medikament. Analog der Kontrollgruppe wurde bei allen Proben bis zu einer Kavitätenresttiefe von 4 bis 4,5 mm die Zugangskavität mit den entsprechenden medikamentengetränkten Wattepellets aufgefüllt bevor der Verschluss der Kavität mit der provisorischen Verschlussmasse Cavit® erfolgte. Die Proben wurden durch 150 Zyklen in Thermowechsellastgerät zwischen 5°C und 55°C gealtert. Die Zähne wurden einem Farbstoffpenetrationstest unterzogen. Für den Farbstoffpenetrationstest wurde der Farbstoff Methylblau verwendet, dessen Penetration als ein Indiz für die Undichtigkeit der provisorischen Füllungsmaterialien gilt. Um das Eindringen des Farbstoffes an der Grenzfläche mit Lichtmakroskop zu erfassen, wurden von den Proben Längsschnitte angefertigt. Bei den Vergleich der Eindringtiefe zwischen mit medikamentöser Wurzelkanaleinlage verschmutzten Kavitätenwand und medikamentenfreien Kavitätenwand innerhalb der einzelnen Gruppen fiel auf, dass an medikamentös verschmutzten Wänden mit Calxyl® tendenziell höhere Penetrationsstrecken ermittelt worden sind. Diese Auffälligkeit wurde ebenfalls bei der medikamentösen Zwischeneinlage Ledermix® beobachtet. Hier wurden signifikant höhere Eindringtiefen des Farbstoffes an medikamentenbehandelten Wänden festgestellt. ChKM hingegen bewirkte keine Verschlechterung der Randqualität. Die vorliegenden Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass Verunreinigungen der Kavitätenwände durch medikamentöse Einlagen insbesondere durch Calxyl® aber auch durch Ledermix® das Abdichtungsverhalten von Cavit® beeinträchtigen. Folglich ist anzuraten, die Wände der Zugangskavität sorgfältig vor dem provisorischen Verschluss mit Cavit® zu versäubern um die gute Verschlusseigenschaft dieser temporären Masse zu bewahren.


Kommentar: Das ist wieder eine bittere Pille für die Ca-OH / Kofferdam Fundamentalisten unter unseren Kollegen. Ihre angebliche Winner Kombination zeigt sich auch in diesem Detail erstaunlich schwach, während CHKM einfach – ohne Anstrengung – gewinnt.
Aber jetzt kommt die noch wichtigere Frage: Calxyl-Verunreinigungen reichen schon aus, um die Ränder einer provisorischen Füllung undicht zu machen. Wie sieht das dann bei einer endgültigen Füllung aus? Vermutlich schlecht.

One Reply to “Und wieder ein Tiefschlag für Ca-OH”

  1. Prof. Dr. Walkhoffs ChKM-Lösung
    Damit wäre der Nobelpreis für Medizin angebracht gewesen. Walkhoff war nebenbei der erste, der Röntgenbilder von Zähnen gemacht hat.

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