Prof. Dr. Jens Türp jetzt auch auf der Gehaltsliste von Pischl

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Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Heute erhalte ich die „01 (Dez 2007)“ Ausgabe des Magazins „Master of Science – Dental Excellence“ der Donau Universität Krems. Darin wird in nicht weniger als 40 Seiten der neueste Studiengang vorgestellt: der Master of Science „Orofazialer Schmerz- und Funktionsstörungen“ und Prof. Dr. J. Türp macht dabei den wissenschaftlichen Leiter. Studienort ist laut Prospektangabe das „Studienzentrum Donau-Universität Krems, Bonn“ (?), der Studienbeginn im Juni 2008, die Dauer 5 Semester, die Sprache Deutsch und die Studiengebühr beträgt schmerzverursachende Euro 23.750,–.

Was wird dafür als Leistung in Aussicht gestellt? Dozenten aus der Neurologie (Sommer, Würzburg), der Neurophysiologie (Treede, Mainz), der Pharmakologie bis hin zu einem Theologen werden aufgefahren. Die meisten der 30 namentlich aufgeführten Lehrer kommen allerdings aus dem zahnmedizinischen Dunstkreis (Alt/Mainz, Düker/Freiburg, Hugger/Ddorf, Mai/Ddorf, Otten/Freiburg, Reichard/Berlin, Türp/Basel, und viele niedergelassene Zahnmediziner). Als Teaser (Lockvogel) präsentiert das Magazin eine erfundene Patientin, an deren Behandlung ein Ortsmatador in Funktionstherapie gerade scheitert und die Lösung kommt in Form des weitergebildeten Dr. Pfiffigs, der die richtigen Fragen parat hat, um die Diagnose Fibromyalgie stellen zu können. Natürlich ist Dr. Fiffig ein Absolvent der Krems Uni – is klar. Regelmäßige Leser von zahnfilm.de kennen sich damit aber etwas aus – so richtig atemberaubend ist das nicht.

Zurück zur sogenannten Donau Universität. Es handelt sich um eine – sagen wir – Sorte von Universität, also nicht die normale, was auch schon daran erkennbar ist, dass das titelvergebende Institut nicht in Deutschland liegt. Diese Sorte hier zeichnet sich durch hohe Einnahmen aus, denen auch entsprechende Erwartungen der Kunden gegenüberstehen. Es geht um Prestige, um Titel und um Wettbewerbsvorteile im Premium Segment der Zahnheilkundigen. Insider wissen schon lange, wer dabei seine Finger mit im Spiel hat: der Chefredakteur der Deutschen Zahnarztwoche Herr Jürgen Pischl. Jede Woche trommelt der Mann für seine „Zahnarzt-Elite“ Weiterbildung und offenbar buchen genügend Kollegen und auch einige Kolleginnen genau deswegen.

Das Bemerkenswerte an diesem Vorgang ist, dass Pischl – wie so häufig – einmal mehr die Zeichen der Zeit erkannt hat und jetzt den Mann als wissenschaftlichen Leiter einsetzt, der mit seinen Anti-CMD Thesen in Deutschland mehr als genug Anstoß erregt hat, der geschätzte Kollege Türp. Das bestätigt die allgemeine Linie von www.zahnfilm.de und ist ein weiterer Schuss vor den Bug der DGFDT (CMD Hardliner), die sich jetzt besser neue Ideen einfallen lassen sollten. Leichte Zweifel hege ich allerdings, ob die Rechnung aufgeht. Das Thema „Schmerz“ ist zwar überfällig, ob aber die zahlende Kundschaft das auch so sieht?

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