Wieder einer für die CMD Jungs: der Silvesterbiss

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Wir fangen vorne an: Das ist eine Goldkrone aus 2005

Darauf beisst Patientin K. seit 2005 in dieser Form.

Damit keine Unklarheiten aufkommen: der Silikonbiss sagt das Gleiche wie das Foto

Gegen das Licht gehalten, sieht es auch nicht besser aus.

Wir haben also hier den klassischen Vorkontakt. Da gibt es nichts zu diskutieren. Größenordnungsmäßig geht es hier auch nicht um Mikrometer, sondern eher um Millimeter.

Jetzt kommt natürlich das Aber. Warum kommt diese Patientin im Dezember 2007 zu mir, nachdem sie 2005 die viel zu hohe Krone von mir verpaßt bekommen hat? Das Beschwerdebild: Schmerzen links oben beim Essen, besonders Kalt/Warm seit ein paar Wochen und teilweise auch nachts. Aus der Krankenakte geht hervor, dass die 70-Jährige eine erhebliche Angst/Panik Störung hat.
Natürlich fällt jetzt sogar mir der Vorkontakt auf. Auf gezielte Nachfrage, wie denn der Biss nach Einbau der Krone 2005 sich so angefühlt hat, „ja, sie habe sich schon etwas daran gewöhnen müssen …“ was immer das heißen mag. Die sorgfältige Fehlersuch mit Hakensonde fördert aber schnell ein tiefes Loch am Zahnhals bukkal (außen) am 37 (Zahn hinter der Krone) zu Tage, der dann auch mit Kältespray und Klopfen als Urheber der Schmerzen eindeutig zu identifizieren ist. Die Therapie wird durchgeführt mit Hilfe von Handexkavatoren und einer waghalsigen Zahnhalsfüllung aus GlasIonomerZement mit Konditioner (PolyAcrylSäure) und darüber direkt den Zement.

Eine Kontrollsitzung 2 Wochen später bestätigt die Richtigkeit der Diagnose. Die Schmerzen sind weg.

Was lernt uns das? Vorkontakte sind für die Fehlersuche im Mund ungefähr so geeignet wie Silvester Kracher im Hörgeräte Studio. PS im Januar 2009: Eigentlich hatte ich vor, den Biss zu verbessern, aber die Patientin ist mit der reinen Schmerzbeseitigung zufrieden. Das weiß ich von ihrer Tochter.

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