GlasIonomerZement versiegelt besser

Lesen Sie auch die Artikel Versiegelungen sind häufig nicht dicht   und 6er Versiegelung mit Glas-Ionomer-Zement   aus der Rubrik Karies praktisch und theoretisch

carius.jpgSchauen Sie sich dieses Foto einer Kaufläche von einem unteren 7-er etwas genauer an. Der Zahn ist noch nicht ganz durchgetreten, also etwa erst seit 6 Monaten überhaupt im Mund, der Kindermund ist 12 Jahre alt. Trotzdem hat der Zahn schon Karies. Die gelblich/weißen Vertiefungen haben in diesem Fall ganz sicher Karies, also Mineralverlust durch Entkalkung als Folge einer Dauerbesiedelung mit Streptokokken.

Besonders die weiße Verfärbung der Oberfläche ist ein sicherer Hinweis auf die Entmineralisierung. Genau in der Mitte und etwas nach oben sieht man ein zahnfarbenes Material, das offenbar von einem zahnärztlichen Eingriff kommt.  In der Tat: das ist ein Stück Versiegelung mit GlasIonomerZement (GIZ).

Warum hat der/die Versiegler/in aber nur einen kleinen Bereich versiegelt? Weil vor 4 Monaten gerade mal das Stückchen Zahn frei lag und die Bereiche, die jetzt Karies zeigen, noch unter Zahnfleisch begraben waren. Betrachten Sie sich genau die Farbe der Zahnoberfläche entlang des Zementes. Sehen Sie da irgendeine Verfärbung, eine weißliche oder eine dunkle?

Was beweist diese Aufnahme? 3 ganz wichtige Fakten im Zusammenhang mit Versiegelung von bleibenden Backenzähnen:

  1. Die schnellste Karies findet während des Durchtritts des Zahns durch die Schleimhaut statt, also in den ersten Monat seines Daseins.
  2. GIZ  funktioniert auch während des Durchtritts durch die Schleimhaut.
  3. Kunststoff-Versiegelungen sind von zweifelhaftem Nutzen, wenn man es ernsthaft betrachtet, denn in dieser Situation nicht zu verwenden. 

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