Rausfallende Brücken und die Ursachen

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Hier haben wir eine typisches Opfer einer Hohlkehlpräparation. Was ist passiert? Der Vorbehandler hat den hinteren Stumpf (der jetzt so dunkel aussieht) auf dem Gewissen. Er hat 1. den idealen Konuswinkel von 6 Grad meilenweit verfehlt, grob geschätzt waren das hier 30 Grad, und hat 2. auch noch eine Hohlkehlpräparation an einem eh schon zu kurzen Stumpf reingeschliffen. Dann passiert das, was in solchen Fällen immer passiert: der hintere Brückenanker dezementiert (löst sich) nach relativ kurzer Tragezeit.

Das wird zunächst weder vom Patient noch vom Behandler bemerkt, weil die Brücke ja noch am vorderen Zahn fest ist.Und wenn es dann bemerkt wird, ist es schon zu spät. Dann ist der Zahn unter der lockeren Brücke regelrecht weggefault. Die Karies ist unter lockeren Kronen mindestens 5 mal schneller als sonst. In dem hier abgebildeten Fall kam die Patientin mit Zahnschmerzen an. Als klar war, dass der hintere Brückenanker locker saß, mußte noch in der gleichen Sitzung eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. Letztere war erfolgreich und jetzt wird die Stelle neu versorgt. Dieses Mal erfolgt eine Präparation entgegen allen schulmedizinischen Regeln: Es wird

  • keine Hohlkehle mehr geschliffen, sondern eine Tangentialpräparation durchgeführt,
  • kein Konuswinkel mehr angestrebt, sondern eine Zylinderform (Konuswinkel = Null),
  • keine Rücksicht mehr auf das Zahnfleisch genommen, sondern an einigen Stellen, an denen die klinische Krone zu kurz ist, eine Präparation bis zum Knochen durchgeführt.

Und die neue Brücke wird die nächsten 20 Jahre nicht mehr locker, versprochen.

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