Neuropathische Forschung direkt am Trigeminus schon 2002

Lesen Sie auch den Artike: Neuropathischer Mund/Gesichtsschmerz Teil 1 und Auch die HNO Fraktion hat damit zu tun – Trigeminus   aus der Rubrik Chronische Schmerzen

 

picrender-2.gif Unter dem Titel "The antimigraine 5-HT1B/1D receptor agonists, sumatriptan, zolmitriptan and dihydroergotamine, attenuate pain-related behaviour in a rat model of trigeminal neuropathic pain" veröffentlichten 2002 vier Forscher der Universität von Paris der Fachrichtung Neuropsychopharmakologie einen eindrucksvollen Versuch.

 

An Ratten schnürten die Forscher einen der beiden infraorbitalen Nerven während einer Operation mit einem dünnen Nahtmaterial leicht zusammen, so dass der Nerv dadurch etwas zusammengedrückt wurde. Für die Nichteingeweihten: der Nervus infraorbitalis ist der 2. Ast des Trigeminus und versorgt (bei der Ratte genau wie beim Menschen) Teile des Auges, das Unterlid, die Wange, den Oberkiefer, die Kieferhöhle, die Oberkieferzähne und die Oberlippe mit Sensibilität. Die Technik für diese Art des Eingriffs, es handelt sich um das Tiermodell für neuropathische Schmerzen durch Einschnüren eines Nerven, wurde am Beinnerv der Ratte, dem Nervus Sciaticus, entwickelt.

In der Grafik ganz oben sehen Sie beide Methoden gegenübergestellt. Auffallend ist der dramatische Effekt, den die Verletzung des Trigeminus Astes verursacht. Die Zahlenwerte können sicher nicht 1:1 verglichen werden, weil beim Beinnerv mit Druck auf die Haut des Hinterbeins als Maß für den Schmerz gearbeitet wird, während es beim Infraorbitalnerv der Druck auf die Schnauzbarthaare ist. Trotzdem wird klar, dass beim Beinnerv gerade mal eine Änderung der Empfindlichkeit um 30% passiert, beim Trigeminus aber eine um 99,5%, besser ausgedrückt um den Faktor 300:1. Mit anderen Worten: der Trigeminus ist anders.

 Das ist die eine Erkenntnis des Versuchs. Die zweite ist die, dass die Antimigränemittel Sumatriptan und Zolmitriptan für 4 bis 6 Stunden die Höchstempfindlichkeit des Trigeminus fast zurücknehmen können, dass dies aber extrem dosierungsabhängig ist. Wird das Triptan unterdosiert, wirkt es nicht und erstaunlicherweise auch nicht bei Überdosierung. Das letztere ist den Forschern noch unklar. Den Versuch gibt es als Volltext in Englisch hier .

 


Fragen an die bezahlten zahnmedizinischen Forscher:

 

  1. Halten Sie diesen Versuch für interessant?
  2. Können Sie sich vorstellen, dass es Beziehungen zwischen  Erkenntnissen hier und nicht zu klärenden chronischen Schmerzen von Patienten gibt?
  3. Haben Sie eine Idee, warum in Deutschland 90% der Zahnmediziner das Wort Neuropathie nicht auf Anhieb einordnen können?
  4. Konkret: Wann beginnt Ihre Forschung mit Zolmitriptan? 

 

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