Skandal, Sa…ei, das ist nicht in Ordnung

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Vor wenigen Minuten hat das Leverkusener Amtsgericht das Urteil in einem Kunstfehlerprozess gegen einen Leverkusener Chirurgen gesprochen. Es ging dabei um einen Eingriff in der Praxis des Beklagten. Eine Patientin hatte sich auf Anraten des Chirurgen Fett in der Bauchdecke absaugen lassen, um besser auszusehen. 3 Tage nach dem Eingriff starb die Patientin an einer Sepsis im Krankenhaus.

Die Gutachter in diesem Prozess kamen zum Schluss,

  1. dass die Praxis des Beklagten für derart eingreifende Behandlungen nicht im mindesten ausgestattet war, z.B. gab es keinen sterilen OP-Raum,
  2. die Aufklärung der Patientin über schwerwiegende Komplikationen nicht oder nicht vollständig erfolgt war,
  3. der Arzt spätestens nach 48 Stunden die Schwere der Komplikation hätte erkennen müssen und eine sofortige Einweisung vielleicht den Tod der Patientin verhindert haben könnte,
  4. die Fettabsaugung dazu noch völlig ungeeignet war, das Behandlungsziel: Beseitigung der "Fettschürze" zu erreichen.

Das Urteil lautet: 12 Monate auf Bewährung, und 15.000 Euro Schmerzensgeld

Das darf doch nicht wahr sein. Ein Arzt missachtet alle, aber auch wirklich alle Voraussetzungen für seinen Wahleingriff. Die Patientin stirbt, weil der Arzt zu dumm, zu gierig und zu skrupellos ist, und der Hammer ist, wie lächerlich gering die Strafe ausfällt. Wahrscheinlich behält der auch noch seine Approbation.  Man darf hoffen, dass die Staatsanwaltschaft oder die Nebenklage eine Berufung anstrebt.

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