Bohren oder nicht Bohren ?

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Der Fall: vorstellig wurde heute eine dreizehnjährige Patientin mit inzwischen beendetem Eistee-Mißbrauch (ja, sowas gibt es). Diese 10-% Zuckerlösung hatte zum totalen Untergang der bleibenden Molaren 36 und 46 geführt, die vor 2 Jahren leider entfernt werden mußten.

Heute präsentiert sich der 26 im Röntgenbild so: Was tun, ist die Frage. 90% wenn nicht 95% aller Zahnärzte optieren in diesem Fall wahrscheinlich für das Auf- und Zumachen, mit der entsprechenden Maschinerie und Material. Wir haben uns heute für das Versiegeln entschieden. Das bedeutet: die Fissur wird mit Handinstrumenten (spitzer Scaler) gereinigt, richtig lange angeätzt, Bonder aufgetragen, gehärtet und dann mit Charisma (Komposit) eingeebnet.

Darf man das? Karies im Zahn einkapseln? Die Antwort muss salomonisch ausfallen: wenn man weiß, was man tut, ja dann schon. In diesem Fall geht aus dem Verlauf der Erkrankung dieses Zahns hervor, dass die Karies schon lange besteht. Sie hat einen langsamen Verlauf, natürlich erst, seit der Eistee abgeschafft wurde. Gelingt es nun, die Karies, die ja nun nichts anderes ist, als demineralisiertes Dentin mit säurebildenden Bakterien drin, hermetisch vom Speichel abzuschotten, bleibt die Karies über Jahrzehnte genau so, wie sie heute ist. Und die hermetische Abschirmung sollte bei reiner Schmelzhaftung nun wirklich kein Problem sein.

Wissenschaftlich ist das Konzept schon mehrfach durchgeführt (Tierversuche …) und überprüft worden. Nur dauert es wieder Jahrzehnte, bis diese Erkenntnisse in der breiten Masse der Behandler und Kunden angekommen sind.

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