Homöopathie Mafia scheitert mit fingierter Studie

Lesen Sie dazu auch die Artikel Hemmungslos abgetippt: Homöopathie und  Prädikat: Medizinischer Unfug aus der Rubrik Paramedizinisches

 

Offenbar sind in Deutschland ungünstige Nachrichten über Homöopathie unerwünscht. Beim googlen nach dem Stichwort "Homöopathie" muss man sich durch 100 und mehr Seiten von (sicherlich meist bezahlten) Lobpreisungen des Verfahrens kämpfen, ehe eine kritische Stimme dazu auftaucht. Diese Voreingenommenheit erklärt auch, warum ein handfester Wissenschaftsskandal an der Universität Leipzig im Zusammenhang mit einer "wissenschaftlichen" Studie über die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel so gut wie überhaupt nicht öffentlich zur Kenntnis genommen wurde.

Die Geschichte geht ungefähr so: eine Doktorandin in der Pharmazie (Schmidt) macht Versuche mit "hochpotenzierten" Belladonna Verdünnungen (für Nichteingeweihte: hochpotenziert bedeutet, dass garantiert kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr im Lösungsmittel ist)  an glatter Muskulatur und will dabei spezifische Wirkungen des Mittels ermittelt haben. Die Vorgesetzten (Prof. Nieber und Prof. Süß) segnen die Versuchsergebnisse ab und veröffentlichen das Ergebnis. Dafür erhalten alle 3 einen 10.000 Euro Preis und gehen anschließend mit diesem "bahnbrechenden Ergebnissen" über das Land um die frohe Botschaft zu verkünden. 

Das hat das erhebliche Mißfallen von Kollegen in anderen Pharmaziestandorten in Westdeutschland erregt. 3 davon haben sich intensiver mit dem Werk der Doktorandin beschäftigt. Ihre Hauptthese war: entweder liegt hier eine nobelpreisverdächtiger Neuentdeckung vor, die alles umwirft, was wir bisher kennen, oder es wurde einfach manipuliert. Natürlich wurde manipuliert.

" Der Preis für den Wirkungsnachweis homöopathischer Mittel, den die Leipziger Pharmazeuten Apothekerin Franziska Schmidt, Prof. Karen Nieber und Prof. Wolfgang Süß 2003 erhalten haben, beruht auf einer Falschmitteilung" So beginnt die lesenswerte Darstellung unserer 3 Aufrechten. So weit, so gut. Wissenschaftsskandale hat es immer gegeben, die Rohdaten "bearbeiten" können auch andere und ab und zu werden auch welche dabei erwischt. Der richtige Skandal in unserem Fall kommt aber erst danach. Und der ist nie veröffentlicht worden. 

Lesen Sie unbedingt den Krimi , welche überaus hartnäckige Geschichte sich um die Freilegung der Wahrheit in diesem Fall entwickelte. Geradezu kriminelle Energie setzen die Hauptbeteiligten (Schmidt, Nieber, Süß) ein, um zu verhindern, dass a) die Untersucher die Studie selber in die Hand bekommen, b) dass ihre eigenen Vorgesetzten = Dekanat der Uni den Untersuchern irgendeine Unterstützung bieten. 

Kommentar: angeblich sind wir hier in einem aufgeklärten Land. Angeblich sind wir auch kritisch und mündig. Aber was da in Leipzig gelaufen ist und von allen – inclusive der Presse – unter den Teppich  gekehrt wurde, das ist eine nationale Schande. Macht so weiter, und euch nimmt international keiner mehr ernst.

One Reply to “Homöopathie Mafia scheitert mit fingierter Studie”

  1. Bei RR und ZDneuf sitzen Sie i
    [*QUOTE*]
    —————————————
    [b]Pseudowissenschaften an der Universität Leipzig[/b]

    Der Preis für den Wirkungsnachweis homöopathischer Mittel, den die Leipziger Pharmazeuten Apothekerin Franziska Schmidt, Prof. Karen Nieber und Prof. Wolfgang Süß 2003 erhalten haben, beruht auf einer Falschmitteilung

    Kommentar
    von

    Prof. Dr. rer.nat. Gerhard Bruhn, Darmstadt
    Prof. Dr. rer.nat. Erhard Wielandt, Stuttgart
    PD Dr. rer.nat. Klaus Keck, Konstanz
    —————————————
    [*/QUOTE*]

    mehr:
    http://www.xy44.de/belladonna/

    Offener Brief an die Universität Leipzig
    http://ariplex.com/ama/ama_ho16.htm

Kommentar verfassen