DZW macht planmäßige Gehirnwäsche für Zahnärzte

Lesen Sie dazu auch die Artikel  Wissenschaft ist zum Unterpflügen da, meint die DGFDT und  „Instrumentelle Funktionsanalyse“ mit zu vielen Fragezeichen   aus der Rubrik  Biss, Knirschen und ‚Funktion‘

 

 

Jetzt reicht es. Das geht zu weit. Jürgen Pischl’s Zentralorgan „Die ZahnarztWoche“ titelt in der Ausgabe 38/08 auf Seite 18 „Vom neuromotorischen Aufrichtungsdefizit zur CMD“ Untertitel „Interdisziplinäre Mitarbeit von Zahnarzt, Logopäde und Physiotherapeut ist gefordert. 

Vorgestellt wird ein Kind, das offensichtlich eine etwas andere Entwicklung durchmacht, als der Durchschnitt der Kinder und jetzt 7 Jahre alt ist. Dieses Kind wird offenbar von einem Trio bestehend aus einem Bremer Logopäden Andreas Pohl, einer Physiotherapeutin Gisa Zech und dem umtriebigen Kollegen Dr. Christian Köneke, ebenfalls Bremen betreut. Alle 3 Behandler sind mit Konterfei und eigenem Kasten auf dem 1 1/2 seitigen  Zeitungsbericht so umfassend werblich dargestellt, dass sich schon die Frage erübrigt, ob es hier vielleicht auch um ein wenig Werbung geht.

Selbstverständlich kommen im Artikel die genannten Personen ausführlichst zu Wort und erläutern, warum ein Baby mit neuromotorischem Aufrichtungsdefizit im ersten Lebensjahr unbedingt frühzeitig einer umfassenden Betreuung durch Zahnarzt, Physiotherapeut und Logopäde zuzuführen ist und was das mit der CMD zu tun haben soll. Meister Köneke macht bekanntlich in CMD, was sich im Werbetext wie folgt liest: “ Seit 1996 leitet Dr. Christian Köneke eine Zahnarztpraxis in Bremen mit dem Tätigkeitsschwerpunkt CMD-Therapie, Implantologie und Parodontologie. Er ist Herausgeber der Fachbuchs Die Interdisziplinäre Therapie der CMD (Quintessenz Verlag) und Gründer sowie Beiratsmitglied des CMD-Dachverbandes e.V. …“ 

Der Artikel erweckt insgesamt den Eindruck, als wäre

  • CMD als Fachbegriff in Deutschland unumstritten
  • Köneke sein wichtigster Vertreter
  • das Lieblingswort der Laberköpfe „Interdisziplinäre Zusammenarbeit“ gleichzusetzen mit einer Adelung der fragwürdigen CMD-Therapie in den Stand einer normalen Behandlungsdisziplin wie Endo-, oder Parodontologie
  • die Menschheit ohne Physiotherapeut und Logopäden verloren

Macht man sich dann noch klar, dass Pischl in seiner DZW keine Gelegenheit ausläßt,  jede Woche ähnlich fragliche Behandlungsarten wie Kinesiologie, Craniosackraltherapie mit teilweise gleichem Personal zu lancieren, was ist das anderes als Gehirnwäsche? Irgendwann bleibt halt doch was hängen von diesem – sagen wir es offen – Unsinn.

Ganz nebenbei: die Köneke Brothers Andreas in Kiel    und Christian in Bremen rollen das Feld jetzt ganz von hinten auf. Beide Burschen sind  seit 1996 bzw 1998 auf eigene Rechnung am Bohren und fast genauso lang auch im Fortbildungsgeschäft. Insbesondere Christian Köneke scheint ein Multitalent zu sein: schaut man auf seine Homepage, findet sich diese Passage: Dr. med. dent. Christian Köneke
1993 Approbation als  Zahnarzt in Düsseldorf 1996 Praxisübernahme in Bremen Tätigkeitsschwerpunkte: Funktionstherapie, Implantologie, Parodontologie; ISO-zertifiziert 2000 Gründung des jährlich stattfindenden Bremer CMD-Workshops mit interdisziplinärem Symposium 2004 Gründung der Partnerschaft für interdisziplinäre ZahnMedizin, Start des CMD-Therapeutenregisters im Internet „www.cmd-therapie.de“ Autor des Buches „Die interdisziplinäre Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion“. 

Alle Achtung: Kaum dass unser Mann die Unität verläßt, hat er schon die Lizenz zum Implantieren und Funktionstherapieren. Da liegt es doch einfach auf der Hand, nach einer kaum messbaren Schamfrist zum Examen, uns älteren Semestern im Bremer CMD-Workshop zu erklären, wie das geht mit der CMD. Bei der jahrelangen Erfahrung mit Tausenden von Patienten, vor allem richtigen Patienten mit normaler Krankenversichertenkarte (KVK), wenn Sie wissen, was ich meine …

2 Replies to “DZW macht planmäßige Gehirnwäsche für Zahnärzte”

Kommentar verfassen