Funktionsanalyse auf den Punkt gebracht

Lesen Sie auch die Artikel Wie Herr S. die Funktionsanalyse empfindlich stört
und  Okklusale Korrekturen sind bei TMD (=CMD) nicht besser als Abwarten
aus der Rubrik   Biss, Knirschen und ‚Funktion‘

 

Zitat „Ich habe noch nie so viele verschiedene Auffassungen und Widersprüche zu einem Thema gesehen.“

 

FunktionsanalyseIn  einem hier nicht verlinkten Laienforum *) schreiben Betroffene unter dem Thema CMD über ganz interessante Einblicke in die Niederungen der so genannten „CMD – Behandlung“. Zur Sprache kommen die inneren Widersprüche des Glaubens Systems, die Willkür der Behandler, die Undurchsichtigkeit der Gagen, und nicht zuletzt das bescheidene Erfolgsniveau in der Größenordnung von Placebobehandlungen (um die 40%).

Es lohnt sich, auch diesen längeren (von mir gekürzten) Thread zu lesen, weil hier saftige Details aus der Praxis der Voodo -Zahnmedizin auftauchen, die eher selten das Tageslicht erblicken. Zuweilen hat es den Eindruck, die Akteure kassieren Schmerzensgeld für die intellektuellen Verrenkungen, die sie sich einfallen lassen müssen, damit keiner merkt, dass hier das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ aufgeführt wird. Es wird ein bißchen am Kiefer gezupft, vom Masseur oder hochqualifizierten „Atlastherapeut“ (Junge, Junge, Junge, guck noch mal in deinen Anatomie Atlas. Was du da therapierst, ist alles, nur nicht den obersten Halswirbel.) und flugs muss hochaufwändig an irgendwelchen Mikrometerchen auf der Kaufläche gefeilt werden. Das ist albern und reichlich unoriginell und wird nicht dadurch besser, dass die Protaganisten Verlage für ihre Bücher zur Märchenstunde finden.

*) Das Forum stellt Außenseiter Methoden so plakativ als korrekte und anerkannte Behandlung dar, dass eine Verlinkung hier nur über meine Leiche passiert.

 

 


langer vorausgehender Thread mit 65 Beiträgen  …

 

 

v Tobi09
Beiträge: 717
   
AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Ich habe ein Verständnisproblem.

Und zwar gibt es CMD Ärzte, die behaupten, dass sie in der Lage sind, die optimale Kieferposition auszumessen, die dann durch keine äußeren Einflüsse mehr veränderbar ist und für immer feststeht.
Dazu gehören Losert-Bruggner und viele andere. (Bei L.-B. habe ich kurz angerufen und zumindest es so verstanden).

Dann gibt es andere CMD Ärzte, die behaupten, dass sich die Kieferposition immer wieder verändern kann. Die schicken einen dann zu einem Physio-/Chiro-/osteo-therapeuten um dann die Veränderungen gleich danach immer wieder einschleifen zu lassen.
Dazu gehören z.B. Dr. Plato und Dr. Köneke.

Letzterer betreibt die Webseite cmd-therapie.de: Home. Der Witz ist nun, dass Ärzte aus der Therapeutenliste, bei denen ich war, garnicht so vorgehen, sondern meinen, sie können die Position für immer ausmessen.

Nach ettlichen Telefonaten mit Praxen und Ärzten der beiden „Fraktionen“ bin ich immer noch nicht schlauer geworden.

Hat jemand Erfahrungen damit und kann irgend etwas dazu sagen?
Gruß
Tobi
      11.12.2008, 17:34       #67
Uta
Beiträge: 20.163
   
 AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Hallo Tobi,

ich finde das Vorgehen von Dr. Plato (davon hat mir eine Bekannte berichtet) sehr gut nachvollziehbar. Wenn ich eine Behandlung machen würde, würde ich v ersuchen, einen Arzt zu finden, der so arbeitet.
Dr. Plato schickt seine Patienten ja nach jeder manuellen Behandlung und zu Beginn jeder neuen Behandlungswoche zum Zahntechniker bzw. Zahnarzt, damit der die Schiene einschleift.

Ich kann mir nicht vorstellen,d aß der Kiefer bzw. die Kieferposition nach einer Einstellung dann auf immer und ewig so bleibt. Das kann doch schon allein deshalb nicht sein, weil ja auch immer mal etwas an den Zähnen gemacht wird, was die Kieferstellung auch wieder verändert. Oder: jemand hat eine Knie- oder Hüft-Op, was auch Auswirkungen auf den Kiefer hat. Oder: jemand bekommt Einlagen, die sich auch auf den ganzen Körper, einschließlich Kiefergelenk auswirken.

Mir hat ein Osteopath z.B. gesagt, daß er immer die ganzen Kiefer- und Kopfmuskeln überprüft einschl. HWS, wenn jemand neue Einlagen bekommen hat.

Gruss,
Uta

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 11.12.2008, 19:59       #68
Tobi09
Beiträge: 717
   
AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Ich habe mehrere Kostenvoranschläge vorliegen, die reichen von 490€ bis 1800€.
Dr. Köneke wären laut Telefon 2500€ und das teuerste mir bekannte wären bei Losert-Bruggner 5500€ aufwärts.
Da dort meistens noch nicht die Kieferorthopädie mit einbezogen wird (was nur bis zum 18 Lj. von der KK übernommen wird), will ich in erster Linie vermeiden, dass sich das ganze zu einem Fass ohne Boden entwickelt.

Einige rechnen nur die Vermessung privat ab, die Schiene zahlt dann aber die Kasse, andere behaupten, dass die Kasse nur Knirschschienen anfertigt, die aber nicht für die CMD Behandlung ausreichen würden.

Ich habe den Eindruck, dass es hier auch viel um Abzocke geht, ein Zahnarzt berechnet im KV einen Satz von 7,5.

Ich habe noch nie so viele verschiedene Auffassungen und Widersprüche zu einem Thema gesehen.

Zitat:
Zitat von Uta
Ich kann mir nicht vorstellen,d aß der Kiefer bzw. die Kieferposition nach einer Einstellung dann auf immer und ewig so bleibt. Das kann doch schon allein deshalb nicht sein, weil ja auch immer mal etwas an den Zähnen gemacht wird, was die Kieferstellung auch wieder verändert.

An den Zähnen müsste bei mir sogar was gemacht werden, um die korrekte Kieferposition langfristig auch ohne Schiene zu gewährleisten. Gerade durch Zahnfehlstellungen entsteht doch die CMD. In dem Fall müsste dann natürlich auch, je nach Fortschritt der Zahnkorrektur, die Schiene neu angepasst werden, das sehen alle so.
Mir ist aber nicht klar, wieso sich z.B. nach einer Manuellen Therapie an der HWS dann etwas an der optimalen Kieferposition geändert haben soll.

Gruß
Tobi
     

11.12.2008, 22:40       #69
Uta
Ort: Bayern
Beiträge: 20.163
   
AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Nach dem, was ich jetzt so gelesen habe, entsteht die CMD sowohl durch Zahn- und Bißfehlstellungen als auch durch Probleme mit der HWS und damit der ganzen Wirbelsäule. Bei einer Skoliose z.B. wird der ganze Kiefer mit beeinträchtigt, ebenso wie Hüfte, Knie, das ganze Gestell.

Mal angenommen, das Kiefergelenk hat durch eine Behandlung eine optimale Stellung. Dann kommt ein Unfall, bei dem sich der Patient die Schulter ausrenkt. – Das beeinflußt doch auch das Kiefergelenk!? Oder bei diesem Unfall wird auch der Kiefer verletzt: auch das verändert doch eine Menge.

Cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD) ? Therapie heute: Alle in einem Boot
http://www.skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=4561
http://www.elmar-schuerr.de/Kiefer.htm

Gruss,
Uta

 12.12.2008, 17:51       #70
Martinus
Beiträge: 229
   
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Hallo Tobi, Uta und alle,

ich bin ja derzeit bei Dr.-L-B in Behandlung und bekomme nächste Woche meine Aufbissschiene. Genaueres kann ich noch nicht wirklich sagen, aber L-B sucht zumindest zu Beginn eine neuromuskulär ausgerichtete Kieferposition, die mit TENS-Therapie und Atlastherapie bei Prof. H. erreicht werden soll. Ich habe es aber nicht so verstanden, als sei diese Position dann die eine, die der Kiefer immer und ewig einnimmt, sondern es ist zunächst einmal die, in der alle Muskeln des Kiefer- und HWS-Bereichs momentan optimal entspannt sind (überwacht durch Elektroden > Spannungszustand der Muskulatur, der mittels der Elektroden am Bildschirm sichtbar gemacht wird). Trotzdem kann sich im Laufe der Behandlung die Kieferposotion verschieben, die Schiene muss dann jeweils nachgeschliffen werden. Ich werde LB aber nächste Woche nochmal genauer fragen.

Der erste Kostenvoranschlag bei LB war zwar bei mir auch um die 5500€, aber sie macht einen sehr fiktiven, bei dem sie zum Beispiel von 12 Terminen zum Nachprüfen/-schleifen etc. ausgeht. In der Regel werden aber viele dieser Termine NICHT gebraucht, auch weitere Positionen werden oft nicht benötigt. So kann es also durchaus sein, dass die Behandlung am Ende keine 3000€ gekostet hat. Ihre Positionen sind alle sehr fair und transparent, idR rechnet sie keine Position über 2,3fach ab, manche auch 3,5fach, also den üblichen Privathöchstsatz wendet sie nur selten an.

Das Tolle bei ihr ist eine absolut schöne und vertrauenswürdige, lockere und lustige Praxisatmosphäre, die mir jedes Mal total gut tut.

Ich werde ab nächster Woche regelmäßig weiter berichten.

Liebe GRüße,
Martinus

@ Uta: Bei einem Unfall, der eine HWS-Trauma hervorruft, ist eigentlich in fast jedem Fall davon auszugehen, dass auch ein Trauma der Kiefergelenke vorliegt und der Kiefer ebenso zu berücksichtigen ist in der posttraumatischen Behandlung. Übrigens haben L-B und H in dem neuen HWS-Buch ebenfalls einen Artikel zu der Problematik geschrieben: M. Hülse, B. Losert-Bruggner: Schleudertrauma und Kiefergelenk. In: M. Graf, C. Grill, H.-D. Wedig (Hrsg.): Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule „HWS Schleudertrauma“, S. 261-270. Steinkopff-Springer, 2009.
Geändert von Martinus (12.12.2008 um 18:00 Uhr). Grund: Ergänzung

 

———– Auslassungen ca. 4 Antworten ————–

 

 Amparo
Beiträge: 5

AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Hallo, ich bin ganz neu und lese mit großem Interesse Eure Beiträge, vor allem die von Martinus und Tobi zu CMD. Ich beginne im Januar eine ähnliche Behandlung wie Martinus und würde mich gerne darüber austauschen, da ich auch sehr verunsichert bin und schon einige Behandlungen hinter mir habe, die aber nicht den gewünschen Erfolg gebracht haben und mich viel Geld gekostet haben. Meine Probleme werden durch Zahnersatz verursacht, und dadurch wurde meine ganze Bisslage verändert. Meine Beschwerden reichen von Tinnitus, Ohrenschmerzen. Sprachprobleme, Schluckbeschwerden, Schwindel,
Halswirbelsäule, Taubheitsgefühl an den Fingern, Schlafstörungen bis zu Bandscheibenproblemen. Ich habe eine Kopfvorhaltung enwickelt, da sich durch den Zahnersatz eine Kopfvorhaltung eingestellt hat weil es zu einer Unterkieferrückverlagerung kam, durch falsch gemachte Prothetik. Es ist eine teleskopierende Oberkieferprothese und durch die Doppelkronentechnik ist offensichtlich meine Vertikaldimension zu hoch geworden. Ich habe zahlreiche Behandler hinter mir und enorme Kosten zu tragen, da Funktionsdiagnostik nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten ist und wie Tobi richtig beschreibt, es sehr unterschiedliche Ansätze gibt und die Kosten nach oben hin offen sind. Ich trage derzeit auch einen Aqualizer der mir im Moment sehr hilfreich ist. Martinus, du kündigst einen Bericht über Deine Behandlung an, aber Dein letzter Beitrag war am 12.12.2008 und leider war bis dto. nichts mehr von Dir zu lesen. Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen, da CMD leider noch nicht sehr bekannt ist und viele ZA das Krankheitsbild nicht so recht einordnen können und es sehr viele unterschiedliche Aussagen gibt. Alle Einschleifmaßnahmen und Bisserhöhungen haben meine Situation um ein vielfaches verschlimmert. Würde mich sehr über einen Austausch freuen und grüße alle ganz herzlich.

Amparo

 

30.12.2008, 22:16       #74
Tobi09
Beiträge: 717
   
AW: CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion
Hallo Amparo,

verstehe ich dich richtig, dass du vorher überhaupt keine Probleme hattest, aber erst nach dem Zahnersatz hat sich die ganze CMD Problematik entwickelt?

Magst du etwas genauer erzählen, wie deine bisherigen Behandlungen aussahen? Ging vielleicht die Anfertigung der Schiene auf Kasse? Es gibt nämlich ZÄ, die berechnen die Vermessung privat, aber die Schiene dann auf Kasse. Nach meinen Informationen ist das aber nicht ausreichend, CMD ist, wie du schon sagtest, nicht im Leistungskatalog der KK und daher muss wohl alles privat gemacht werden.
Vielleicht kannst du hier sogar mal die Gebührennummern deiner letzten Behandlungen reinschreiben? Für die Vermessung sind das meistens die 800er. Das würde vielleicht einen Vergleich des ganzen erleichtern.
Ich habe 3 Kostenvoranschläge vorliegen und die ähneln sich alle erheblich.

Eigentlich bin ich in der gleichen Situation wie du, nur das ich noch kein Geld unnötig ausgegeben habe. Das will ich eigentlich auch vermeiden, lieber gleich etwas teurer und dann vernünftig.
Gruß
Tobi

 

31.12.2008, 09:48       #75
Amparo
Beiträge: 5
   
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Hallo Tobi,

meine CMD hat sich tatsächlich zeitgleich mit dem Zahnersatz eingestellt. Hatte auch ein Gutachten hinter mir, das aber leider auch keinen funktionellen Hintergrund hatte. Wußte ich damals alles nicht! Ich war auch ziemlich hilflos und hatte nicht die nötigen Hintergrundinformationen und wurde in die Psychoschublade gesteckt. Frauen wird gerne unterstellt, sie hätten ein psychosomatisches Problem mit Prothetik. Meine Bisslage hat sich von einem Kopfbiss in einen Distalbiss verwandelt, dadurch auch die Unterkieferrück-
verlagerung. Ist einfach alles viel zu groß geworden. Die Prothese wurde in der Mitte getrennt, dann wieder zusammengefügt, eine Bisserhöhung hat statt-gefunden (obwohl der Biss eigentlich schon viel zu hoch war), wieder runter-geschliffen, eine Unterkieferschiene getragen, die von der Kasse übernommen wurde. Auch eine Oberkieferschiene gehört zu meiner Grundausstattung. Dies alles waren Maßnahmen, die ich selber bezahlt hatte, da sie außerhalb der Gewährleistung stattgefunden haben, da ich mir lange Zeit einreden ließ, dass alles in Ordnung ist und der Gutachter auch nichts gefunden hätte. Eine Dir-
funktionsdiagnostik mit Schiene sollte mich 790.– € kosten, die ich aber nicht tragen konnte, da sie die Probleme um ein vielfaches verschlimmert hat und auch nur eine elektronische Vermessung stattgefunden hat und keine Tens-Behandlung der Muskulatur. Diese Kosten konnte ich abwenden, da mir auch kein Kostenvoranschlag vorlag und dieses Gerät bei meinem ZA offensichtlich getestet wurde. Wenn der Leidensdruck groß genug ist, läßt man sich auf solche Dinge ein. Die nächste Behandlung fand bei einem ICCMO-
Zahnarzt statt und es gab Aufzeichnungen der Muskulatur, Tensbehandlung und eine Myozentrikschiene. Ich konnte auch diese Schiene nicht tragen, da sie – hatte ich leider erst später erfahren – 5 Tage nach der Tensbehandlung eingesetzt wurde und sich die Muskulatur dadurch wieder auf die erzwungene Bisslage eingestellt hatte und mir die Schiene erhebliche Probleme bereitet hatte. Der Heil- und Kostenplan für die bevorstehende Behandlung im Jan. liegt bei 3.000 € und besteht fast auschließlich aus 800er Nr. Es ist auch eine Privatpraxis, wo ich fast keine Möglichkeit sehe die Kosten von der KK erstattet zu bekommen. Meine Erfahrung mit Zahnärzten in Sachen Funktionsdiagnostik für Kassenpatienten ist mehr als erschreckend und daher wende ich mich an eine Privatpraxis, in der Hoffnung an einen funktionsdiagnostisch besser ausgebildeten ZA zu geraten. Es ist sehr schwer für einen Patienten mit dieser Problematik einen geeigneten ZA zu finden. Ich kann nicht überprüfen, welche Kenntnisse und Erfahrungen bei einem ZA vorliegen und vielen ZA ist die Problematik nicht mal bekannt.

 

…………

 

 

Kleines Gedankenexperiment

Angenommen unseren Funktionsfreunden gelänge es, die Gesundheitspolitik von der Wichtigkeit ihrer Mission zu überzeugen, insbesondere auch davon, 800er Positionen auf Kasse zu erbringen. Was würde geschehen?

1. Plötzlich würde jeder Patient unter CMD leiden, der nicht schnell genug ein „Nein“ beim Zahnarzt herausbringt. Jetzt sagen Sie nicht, dass Ihnen nichts weh tut. Das ist überhaupt kein Argument, jedenfalls nicht für den Funktionologen. Hören Sie mal den „Experten“ zu, nicht CMD krank zu sein, ist da praktisch gleichbedeutend mit nicht richtig untersucht worden.

2.  95% der Weltproduktion an Schienen würde in Deutschland eingebaut. (Nebenbei: wir sind auch jetzt schon Weltmeister im Schienenverkauf, ob notwendig oder nicht).

3. Die Krankenkassen müßten unter der Last der zusätzlichen Eintausend Euro pro versicherter Nase Konkurs anmelden. Solche Zusatzausgaben sind über Beiträge nicht zu stemmen (Auch wenn heute Milliarden das sind, was früher die Millionen waren; 80 Mio. Bundesbürger mal 1000 Euro ergeben 80 Milliarden Euro; dafür können Sie alle (!) Ärzte Deutschlands 3 Jahre lang arbeiten lassen)

4. Die Funktionskollegen verdienten sich die Nase nicht nur golden, sondern platin- und diamantbesetzt.

5. Nach 5 Jahren deutschem Alleingang käme die Ernüchterung: Ein Vermögen wie für die deutsche Einheit wäre verblasen für einen Effekt, der mit einfachem Zuwarten und bei Schmerzspitzen mit Tabletten zu erzielen gewesen wäre. Das ist das, was 95% der restlichen Weltbevölkerung in so genannten CMD Fällen tatsächlich tut. Und damit kiefergelenksmäßig genauso weit kommt wie wir und nicht erkennbare Einbußen an Lebensqualität erlebt. Eher das Gegenteil; je weniger Theater um die angebliche Schmerzquelle Kiefergelenk veranstaltet wird, desto besser.

 

Und was lernen wir daraus? Läßt man die Funktionskollegen machen, ist das Ergebnis vorhersagbar: diagnostiziert wird immer ein Riesenbedarf und produziert immer eine große Rechnung und nie – never ever – eine Garantie auf die stattgefundenen Verrichtungen, noch nicht einmal darauf, dass sie nicht schaden. Letzteres ist im Falle des „Einschleifens“ auch ziemlich sicher nicht der Fall, im Klartext: das schadet immer.

Eindeutige Sache, würde ich sagen.

2 Replies to “Funktionsanalyse auf den Punkt gebracht”

  1. Hallo, kann mir jemand der in Behandlung ist oder war einen guten zahnarzt empfehlen , der sich mit Funktionsanalyse auskennt ! Danke

    1. Hallo Felicitas, ich persönlich nicht, weil ich das Verfahren für veraltet halte und die daraus gewonnen „Therapieempfehlungen“ immer auf dasselbe hinauslaufen: Schienen und jede Menge Zahnschleifereien für feste Aufbauten. Dass das in Einzelfällen auch mal gut geht, beweist nichts. In der Regel nimmt die Menge der Schmerzen zu, nicht ab. Viele Grüße Joachim Wagner

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