Thelma-Louise hat Ahnung

 
Der folgende Forumsbeitrag kommt aus dem größten TMD Forum der USA. Die Schreiberin ist selbst betroffen und schreibt regelmäßig Beiträge seit 2004 im Zusammenhang mit Schmerzen um das Ohr herum. Ich habe genau diesen Beitrag ausgewählt, weil der im Bezug zu einer geplanten Kiefergelenks Totaloperation *) mit Austausch beider Gelenke durch Kunstteile bei einer 25-Jährigen wegen Dauerschmerzen in der geschätzten Größenordnung von VAS höher als 8 geschrieben wurde. Eine Chirurgin aus der Umgebung der 25-Jährigen hat sich den Plan ausgedacht, ganz offensichtlich ohne jede Kenntnis der genauen Schmerzstärken, -verläufe und -ausstrahlungen. Die 25-Jährige beklagt sich bitterlich über die Weigerung der Chirurgen, ihr für die Zeit bis zur Chirurgenbehandlung eine ausreichende Schmerzmedikation, insbesondere die einzige bei ihr wirksame Substanz Oxycodon (Opioid) zu rezeptieren. Darauf bezieht sich der Beitrag von Thelma-Louise Die Übersetzung finden Sie weiter unten.
 
*) Dass der Schuß gnadenlos nach hinten losgehen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
 

 

Senior Veteran

(female)

 

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Re: Tmj disorder. Chronic pain. Ref. to pain mgt. doctor

At first that is all every dr wanted to do – prescribe me meds- and I was pissed that they didn’t seem interested in fixing the actual problem. My dr seemed pill happy but eventually I did try whatever he offered – went through a gamut of trial and error – most did not work and those that did left me in a daze that I couldn’t remember my own name. I eventually made my way to a Pain Mgmt clinic at a dental university and they prescribed baclofen and triavil – they dull the pain and do not remove it and make it easier to live with it. After 3 months I went back to my primary med dr and he started prescribing me the meds to save me the trip to the university. I too tried injections and other forms of therapy like accupuncture and ultra sound – nothing really helped and actually seemed to aggravate it more. Have you contacted the oral surgeon you were thinking on seeing for the surgey? – they are often authorized to prescribe meds.

We live in a sad world – at first drs were guilting me into taking the drugs saying I wasn’t trying to feel or get better – I must want to be sick on some deeper level, then when I went on the drugs, one of them is an anti-depressant (triavil) that affects the brains pain center – and there is a stigma associated with being on a anti-depressant with people in general and then we are faced with the long term side affects of these drugs and we have to deal with trying to wean off of them at some point – its a catch 22 vicious circle in which no matter what we do we lose.

 
 
Übersetzung

Re:  Kiefergelenk Störung, chronische Schmerzen, Überweisung zum Schmerztherapeuten

Alles was die Doktoren bei mir zuerst wollten, war Medikamente verschreiben – und ich war enttäuscht, dass sie nicht interessiert schienen, das eigentliche Problem zu lösen. Mein Arzt schien besonders pillenorientiert zu sein, trotzdem  habe ich schlußendlich eingenommen, was er offerierte. Dabei ging ich durch einen Riesenhaufen Versuch und Irrtum – das meiste funktionierte nicht und das, was funktionierte, ließ mich in einem Zustand zurück, in dem ich meinen eigenen Namen nicht erinnern konnte.

Am Ende bin ich in der schmerztherapeutischen Abteilung der Universitäts Zahnklinik gelandet und die verschrieben mir Baclofen und Triavil (Kombination aus Prophenazin und Amitriptylin), was dem Schmerz die Schärfe nimmt, ihn aber nicht beseitigt und das Leben damit einfacher macht. Nach 3 Monaten ging ich zu meinem Hausarzt zurück und er begann die Verschreibung dieser Medikamente, um mir die Anreise zur Universität zu ersparen.

Ich versuchte ebenfalls Injektionen und andere Therapieformen wie Akupunktur und Ultraschall, aber nichts half wirklich, tatsächlich schien es sich eher zu verschlimmern. Hast du den Kieferchirurg kontaktiert, den du für die Operation ausgewählt hast? Die sind oft berechtigt, solche Medikamente zu verschreiben.

Wir leben in einer deprimierenden Welt. Zuerst redeten mir die Doktoren Schuldgefühle dafür ein, endlich doch die Medikamente zu nehmen, in dem sie sagten, dass wenn ich nicht gesund werden  oder besser fühlen wolle, ich wohl lieber auf einer inneren (psychichen) Ebene krank bleiben möchte. Und seit ich die Arzneimittel nehme, eines davon ist ein Antidepressivum (Triavil), das das Schmerzzentrum im Hirn beeinflusst – und da ist das gesellschaftliche Stigma, wenn man Antideppriva nimmt – seitdem bin ich mit den Langzeit Nebenwirkungen dieser Pillen konfrontiert und muss mich irgendwann mit dem Absetzen befassen. Das ist ein Trick 17 Teufelskreis, in dem wir, egal was wir tun, nur verlieren können.

One Reply to “Thelma-Louise hat Ahnung”

  1. RE: Thelma-Louise hat Ahnung
    Hallo Herr Dr Wagner,

    Sie hatten mir ja schon einmal geantwortet wegen der neuropathischen Schmerzen. Ich habe eine Frage: Da mir 4 Seitenzähne seit Jahren fehlen und ich unertägliche Schmerzen ( bin an der Schmerzinfusion mit Procain) also Myoarthopathie, als auch eintzündets Kierfergelenk (Arthrose) fortgeschitten habe, basierend auch MRTSs möchte ich wissen, ob mit bereits starken chronischen Schmerzen der Versuch eines Knochenaufbaus unternommen werden kann. Mir wurde gesagt daß sich die Schmerzen erheblich verschlimmern und ich dann nur noch Morphium nehmen könnte? Aber trotzdem merke ich wie die Schiene auf das Gelenk drückt weil ja kein Knochen mehr dazischen ist. Was meinen Sie dazu?

    Mit freundlichen Gruß micky

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