Funktionsdiagnostik Gesellschaft rückt endlich von hanebüchenen Bruxismus Theorien ab

Die DGFDT = Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie *) hat eine neue „wissenschaftliche Stellungnahme“ zum Thema Bruxismus herausgegeben. Darin werden die alten unhaltbaren Theorien über die Entstehung und die Behandlung von Bruxismus über Bord geworfen.

Konkret schreiben die Funktionsdiagnostiker

„Wurde in den Anfängen der Forschung von lokalen bzw. peripheren Faktoren(z.B. Okklusionsstörungen) als Auslöser von Bruxismus ausgegangen, weisen aktuelle Studien auf ein vom Hirnstamm initiiertes, autonomes Geschehen hin, das auch als rhythmische Kaumuskelaktivität („rhythmic masticatory muscle activity“-RMMA)bezeichnet wird. Diese RMMAs finden vor allem am Übergang zu unterschiedlichen Schlafstadien statt und sind dabei insbesondere mit sogenannten Weckreaktionen („micro arousal“) während des Schlafes verbunden …“

Der Anfang dieses Absatzes umschreibt leicht beschönigend die Tatsache, dass der DGFDT noch 2013 genau das behauptet hat: Okklusionsstörungen seien (mit)verantwortlich für das Knirschen. Zahnfilm.de predigt seit mindestens 15 Jahren, was jetzt als neue Erkenntnis ausgegeben wird: Knirschen kommt vom Hirnstamm. Die entsprechenden wissenschaftlichen Papiere sind seit langem zugänglich, wurden aber vom anglophoben Vorstand des DGFDT bislang konsequent ignoriert.

Weiter schreiben sie:

„Die Rolle von Bruxismus als Risikofaktor für die Entstehung craniomandibulärer Dysfunktionen wird kontrovers diskutiert [10, 11]. Patienten mit myofaszialen Schmerzen der Kaumuskulatur weisen signifikant häufiger nicht-funktionelle Zahnkontakte auf als Gesunde [12]. Wenn auch jüngere Untersuchungen darauf hinweisen, dass Patienten mit Bruxismus eher an myofaszialen Schmerzen der Kaumuskulatur leiden [13], so kann aufgrund der multifaktoriellen Ätiologie ein einfacher, linearer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Bruxismus und CMD nicht hergestellt werden …“

Weil einflussreiche Altvorderen in der DGFDT immer noch auf ihren seltsamen Theorien beharren, eiern die Stellungnahme Schreiber in der Frage, was der Bruxismus mit myofaszialen Schmerzen zu tun hat, lauwarm zwischen garnichts und doch noch herum. Anstatt entsprechend der vorliegenden Forschung klipp und klar zu sagen, dass Bruxismus und myofasziale Schmerzen zwei völlig unabhängige Symptome sind, die keinen inneren Zusammenhang aufweisen. An der Stelle muss noch einmal festgehalten werden, dass alle CMD „Forschungen“, die scheinbar das Gegenteil nahelegen, daran kranken, dass das Vorliegen von Bruxismus nur durch Befragen der Teilnehmer „festgestellt“ wurde. Aus mehreren Arbeiten wissen wir, dass die Behauptung der myofaszialen Schmerzpatienten, sie würden unter Bruxismus leiden, in 4 von 5 Fällen falsch ist.

*) Der Tag kommt, an dem der Name DGFDT unhaltbar wird.

Ein Kommentar zu “Funktionsdiagnostik Gesellschaft rückt endlich von hanebüchenen Bruxismus Theorien ab

  1. Hallo ,
    na endlich ! Daß ich das noch erleben darf ! Ich wußte es ja auch seit 35 Jahren , habe noch die „hit and slide“ Ära mitgemacht , niemals bleibendes Gebiß eingeschliffen und so.
    Und war häufig auf der Jahrestagung der DGFDT , aber die waren ja beratungsresistent. War immer mit Dir einverstanden. Jetzt nützt es mir nix mehr (außer Recht haben) , habe meine Praxis abgegeben.
    Freundliche Grüße Klaus Schüler

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