Fehlende Hemmung im Stammhirn verantwortlich für neuropathische Schmerzen

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2010 Aug;32(3):399-408. doi: 10.1111/j.1460-9568.2010.07302.x.

Neuronal disinhibition in the trigeminal nucleus caudalis in a model of chronic neuropathic pain.

Abstract

The mechanisms underlying neuropathic facial pain syndromes are incompletely understood. We used a unilateral chronic constriction injury of the rat infraorbital nerve (CCI-IoN) as a facial neuropathic model. Pain-related behavior of the CCI-IoN animals was tested at 8, 15 and 26 days after surgery (dps). The response threshold to mechanical stimulation with von Frey hairs on the injured side was reduced at 15 and 26 dps, indicating the presence of allodynia. We performed unitary recordings in the caudalis division of the spinal trigeminal nucleus (Sp5C) at 8 or 26 dps, and examined spontaneous activity and responses to mechanical and thermal stimulation of the vibrissal pad. Neurons were identified as wide dynamic range (WDR) or low-threshold mechanoreceptive (LTM) according to their response to tactile and/or noxious stimulation. Following CCI-IoN, WDR neurons, but not LTM neurons, increased their spontaneous activity at 8 and 26 dps, and both types of Sp5C neurons increased their responses to tactile stimuli. In addition, the on-off tactile response in neurons recorded after CCI-IoN was followed by afterdischarges that were not observed in control cases. Compared with controls, the response inhibition observed during paired-pulse stimulation was reduced after CCI-IoN. Immunohistochemical studies showed an overall decrease in GAD65 immunoreactivity in Sp5C at 26 dps, most marked in laminae I and II, suggesting that following CCI-IoN the inhibitory circuits in the sensory trigeminal nuclei are depressed. Consequently, our results strongly suggest that disinhibition of Sp5C neurons plays a relevant role in the appearance of allodynia after CCI-IoN.

PMID:
20704591
DOI:
10.1111/j.1460-9568.2010.07302.x

3 Replies to “Fehlende Hemmung im Stammhirn verantwortlich für neuropathische Schmerzen”

  1. Lieber Herr Wagner,

    ich habe sehr viel über Sie gelesen. Hoffentlich erreicht Sie mein Beitrag, da ich sehr verzweifelt bin.
    Ich bin 46 Jahre und komme aus Frechen. Eine lange Zahngeschichte liegt hinter mir, diese will ich nur kurz anreißen, davon hören Sie vermutlich etliche.
    Ich bin eine starke Zannknirrscherin, zudem sehr sensibel, habe viele Behandlungen bei diversen Zahnärtzten hinter mich gebracht. Zur Zeit habe ich oben rechts weiter vorne einen Zahn (der etwas spitzer als die anderen ist), dieser tut mir sehr weh, wenn ich auf mirkofeine Sachen beiße wie zB. Salzkorn, Korn vom Brötchen. Es ist wie ein Blitz, elektrisierend. Ohne zu kauen, macht er keine Probleme. Er wurde mehrmals geröntgt – er scheint gesund zu sein. Der letzte Stand eines sehr guten und sehr teueren Kölner Spezialisten: Neuropathische Zahnschmerzen (keine Neuralgie bzw. Trigeminusneuralgie betonte er!), Schmerzsignale werden bei nicht richtig an mein Gehirn weitergeleitet, er glaubt dass ich Schmerzen habe, aber, es wird vermutlich nur ein Druckgefühl sein, dass ich als Schmerz wahrnehme. Seine Empfehlung: Man kann nichts machen ausser, eine Schmerztherapie bei einer Verhaltenstherapeutin, lernen mit dem Schmerz umzugehen.
    Habe eine Kernspin meines Gehirns machen lassen – keine Auffälligkeiten. Carbamazepin wurde mir verabreicht, keine Wirkung. Durch diese Hilflosigkeit habe ich starke Ängste und Depressionen bekommen, bin in einer Verhaltenstherapie, mache ebenso Sport und versuche mit dem Schmerz zu leben. Aber ich kann es sehr schlecht. Soll ich noch ein Medikament nehmen? Was kann ich noch machen?

    Über eine Rückmeldung wäre ich Ihnen zu tiefst dankbar
    Viele Grüße Sabine

    1. Hallo Frau Östreich,

      Der Spezialist hat recht. Das ist eine Neuropathie des Trigeminus. Aber die Empfehlung „mit dem Schmerz umgehen zu lernen“ halte ich für unzureichend.

      Die Erfahrung zeigt, dass bei dieser Krankheit selten ein Medikament alleine die Schmerzen verringert. Das kann nur eine Kombination aus bewährten Substanzen sein. Meine Standard Anfangs Kombination könne Sie hier in Zahnfilm nachlesen. Diese wird einschleichend verordnet und dann langsam hochdosiert. Ganz grob können damit 50% dieser Patienten eine Verbesserung um 50% erfahren. Für die Versager gibt es weitere Kombinationen.

      VG J. Wagner

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