Neues vom Phantomschmerz des Berichterstatters J.W. hier

Kurze Vorgeschichte: Der Weisheitszahn 48 wurde am 15. Feb. 2006 entfernt. Seit dieser Zeit gab es praktisch jeden Tag eine etwa 15 Minuten anhaltende Schmerzepisode. Die Intensität und Dauer dieses "Erinnerungsschmerzes" verringerte sich über die folgenden 6 Wochen, nahm aber erstaunlicherweise in den vergangenen 2 Wochen wieder zu.

Am Donnerstag 20. April 2006 kam es zu einem bisher nicht erlebten Höhepunkt des Schmerzes. Beginnend um 18:20 steigerte sich der Phantomschmerz innerhalb von 4 Minuten auf einen Rekordwert von 80 (das ist so heftig, dass eine Ablenkung durch einen Konkurrenzschmerz, z.B. mit Fingernagel das Zahnfleisch perforieren, nichts mehr nützt) auf der maximal 100 erreichbaren Visuellen Analog Skala für etwa 1 bis 2 Minuten. Glücklicherweise ließ der Schmerz dann doch recht schnell wieder nach, und nach 15 Minuten war der Spuk vorüber.

Schmerzbeschreibung: Es ist kein richtiger Zahnschmerz, sondern eher ein heller Knochenschmerz, etwa wie man sich das Gefühl vorstellt, im nichtbetäubten Kieferknochen eine Fräse rotieren zu lassen. Auch ist es schwer, während der Attacke eine genaue Ortung anzugeben. Bei schwacher Intensität ist der Schmerz im Gebiet des gezogenen 48, wenn es härter kommt, scheint es 2 Schmerzbereiche zu geben: 48 und 16.

Circadianer Rhytmus
: Am Mittwoch 19.04 war der Schmerzgipfel um 19:00 bis 19:05, am Do 20.04 um 18:25, am Fr nicht notiert, muß aber auch etwa um die Zeit gewesen sein, am Sa 22.04 (heute) war er um 19:05 mit einem Spitzenwert von 40 aber einem sehr langen Nachschmerz mit niedriger Intensität von etwa 10 (lästig, aber Schmerztablette lohnt nicht).

Es ist kein Zahnschmerz, denn

  • er ist nicht durch typische Reize auslösbar (reagiert nicht auf kalt/warm/süß/zubeißen,
  • der Schmerz tritt nie (!) nachts auf,
  • er hat ganz offensichtlich keinen Bezug mehr zu den Nozizeptoren (schmerzleitende Nervenfasern) aus der Gegend des gezogenen 48; denn dort ist durch Druck kein Schmerz auslösbar.
  • der Phantomschmerz ist durch typische Schmerzmittel schlecht beeinflußbar: 4 Aspirin 0,325 g = 1,3 g eine Stunde vor der Phantomschmerzzeit eingenommen, verringern allenfalls die Intensität, härtere Pharmaka wie Valoron versagen völlig.

Fortsetzung folgt

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