Der Kiefergelenksfall – voll normal

Da kommt am 18. April der 21-jährige Patient S.B. mit Schmerzen im Kiefergelenk rechts. Die Zähne sehen zu gut aus, Karies ist es also nicht schuld, und parodontal gibt es auch nichts zu meckern. Folglich handelt es sich um einen genuinen TMD-Fall (Temporo-Mandibular-Disorder).

Prima, dann ist ja alles klarl: der Patient braucht eine Schiene, und schon ist der Alginat-Abdruck im Mund. Am 24. April sollte nun das angefertigte Kunststoffteil eingegliedert werden. Und raten Sie mal, was derweil passiert ist: der Schmerz hat sich in Luft aufgelöst. Einfach so, wie er gekommen ist. Wäre jetzt das Labor schneller gewesen, dann würde der Behandler und der Patient glauben: die Wunderheilung wurde durch eine Plastikschiene vollbracht .

Anmerkung: mindestens die Hälfte aller TMD Fälle laufen so: Schiene rein, Schmerz läßt nach. Also ist das ein tolles Verfahren. Dummerweise hat aber das eine mit dem anderen gar nichts zu tun. Der Schmerz läßt mit oder ohne Schiene nach.Und warum werden dann soviele Schienen an den Mann/ die Frau gebracht? Weil die AOK dafür ganz alleine bluten muß, ohne eine Eigenbeteiligung des Betroffenen.

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