Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen

Lesen Sie auch die Artikel : Spezialkollege macht in Cranio Sackral  und   Unsinn aus Patientenmund  aus der Rubrik Paramedizinisches  

 

Ich zitiere aus einer Doktorarbeit 

Krankheitseinstellungen und Krankheitsverhalten bei Patienten einer umweltmedizinischen Ambulanz
Von der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Medizin genehmigte Dissertation vorgelegt von Wolfgang Fiori geborener Günther aus Werden, jetzt Essen 

Kurzzusammenfassung
Einleitung: Bei Patienten mit umweltbezogenen Gesundheitsstörungen findet sich meist kein Anhalt für eine Verursachung der Beschwerden durch Umweltschadstoffe. Daher wird vermutet, dass diesen Beschwerden zumindest teilweise Störungen aus den Bereichen anderer medizinischer Fachdisziplinen, insbesondere der Psychiatrie, zu Grunde lägen. Vor allem die bei hypochondrischen und Somatisierungsstörungen nachgewiesenen Krankheitseinstellungen und -verhaltensweisen scheinen denen bei Patienten mit umweltbezogenen Gesundheitsstörungen zu ähneln.

Methodik: Zwischen dem 01.04.1996 und dem 31.12.1996 wurden konsekutiv 50 Patienten der Umweltmedizinischen Ambulanz des Universitätsklinikums der RWTH-Aachen einer ausführlichen, interdisziplinären Diagnostik zugeführt. Diagnosen wurden nach der ICD-10 gestellt und darüber hinaus in Fallkonferenzen in Haupt- und Nebendiagnosen eingeteilt. Eine Diagnose galt dann als Hauptdiagnose, wenn sie die vom Patienten geäußerten Hauptbeschwerden erklären konnte. Im Verlauf der Untersuchungen waren von den Patienten neben anderen auch Selbstbeurteilungsfragebögen zu Krankheitsverhalten und -einstellungen (SSAS, IAS und IBQ (incl. WHI))auszufüllen.

Ergebnisse: Hinweise auf relevante Schadstoffeinflüsse als Ursache der beklagten Beschwerden ergaben sich nicht. Bei 6 Patienten (12%) konnte keine Ursache für die Beschwerden gefunden werden. 38 (76%) der untersuchten Patienten erhielten eine psychiatrische Diagnose. Bei 32 (64%) der Fälle wurde diese Diagnose als ursächlich für die Beschwerden eingestuft. Davon entsprachen 66 Prozent neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störungen (ICD-10 F40-49), wobei somatoforme Störungen (ICD-10 F45) am häufigsten vertreten waren (59%). Eine hypochondrische Störung wurde nur bei vier Patienten diagnostiziert. Mit Hilfe der IAS und des WHIkonnten dagegen 31 bzw. 38% der Patienten als hypochondrisch eingestuft werden. Auf einigen Dimensionen der Selbstbeurteilungsfragebögen, insbesondere der mit Krankheitsüberzeugung assoziierten, ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne psychiatrische Diagnosen.

Diskussion: Wie schon aus früheren Studien bekannt, fanden sich bei Patienten mitumweltbezogenen Gesundheitsstörungen am häufigsten psychische, insbesondere somatoforme Störungen. Dennoch ließen sich entgegen der Erwartungen mit Hilfe der verwendeten Selbstbeurteilungs instrumente nicht die Profile bzw. Muster aufdecken,wie sie für hypochondrische oder Somatisierungsstörungen verschiedentlich dargestellt worden waren. Die getrennte Untersuchung von Patienten mit und ohne psychiatrische Diagnosen ergab trotz einzelner signifikanter Unterschiede nicht die erhoffte Identifizierung abgrenzbarer Subpopulationen. Angesichts dessen erweisen sich umweltbezogene Gesundheitsstörungen in phänomenologischer Hinsicht immer noch als äußerst vielschichtig. Einfache Erklärungsansätze werden der komplexen Ätiopathogenese nicht gerecht werden. Im Mittelpunkt des Interesses nachfolgender Untersuchungen dürfte weiterhin die hohe Prävalenz psychischer Morbidität stehen. Darüber hinaus wird man sich auch in Zukunft mit der heterogenen Zusammensetzung umweltmedizinischer Kollektive auseinandersetzen müssen.

 

Kommentar in allgemein verständlichem Deutsch

 Wer fest davon überzeugt ist, dass er eine Amalgam Vergiftung erlitten hat *), ist alleine dadurch schon zu 3/4 sicherer Kunde für den Psychiater. Elektrosmog und Mobilfunk-Geschädigte können sich auch gleich einreihen. Die Wahrscheinlichkeit, in entsprechenden – seit Jahren erprobten – Fragebögen **) als Krankheitsbefürchter und Krankheitsängstlicher aufzufallen, ist hoch. Und wenn dann die Symptome noch aus der Reihe der kaum nachprüfbaren Befindlichkeitsstörungen (Unwohlsein, Schwindel, Panikgefühl, Magendrücken, Reizblase …) kommen, liegt der Verdacht nahe, dass die „Umwelterkrankung“ in Wirklichkeit nur der Ausdruck einer Störung des Denkens ist. 

*) Ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) hatte 1982 eine akute Quecksilber Dampf Vergiftung durch unsachgemäß erhitztes Amalgam auf 1000 (Eintausend) Grad Celsius auf einer Gasflamme ohne Absaugung. Symptome: starke, mit Tabletten nicht beeinflussbare Kopfschmerzen für 2 bis 3 Tage, Unwohlsein, was auf eine akute Vergiftung des ZNS (Zentralnervensystems) mit Quecksilber hindeutet. Die Symptome verschwanden ohne Therapie vollständig.

**) Der Doktorand und seine Betreuer haben in der vorgestellten Arbeit eine Riesenliste an Untersuchungen durchgeführt. Hier die Tabelle

Tabelle 5.1:  Die im Rahmen der Studie vorgesehenen Untersuchungen
 
Umweltmedizin
  1) Umweltmedizinischer Fragebogen
  2) Biological Monitoring 
  a)  (Schwer-)metalle: Pb, Cd, Hg, Se
  b) Bei Bedarf: PCP, Lindan, Pyrethroide, PCBs, Hausbesuch (Ambient Monitoring) mit Suche nach VOC, Schimmelpilzen und Hausstaubmilbenkot in Luft und Staub 
 
Hautklinik
 1) Prick-Testung
  a) Häufige saisonale und perenniale Allergene
  b) Anamnestisch relevante Allergene
 2) Epikutan-Testung
  a) DKG-Standardreihe (27 Substanzen)
    b) Anamnestisch relevante Allergene
  3) IgE-Bestimmung (CAP-system test)
  a)  Spezifische IgE-Antikörper (Standardreihe)
  b) Spezifische IgE-Antikörper gegen anamnestisch relevante Allergene
 c) Gesamt-IgE
 
 
 
Testpsychologie
  1) Intelligenz-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstestung
  a) Wechsler Memory Scale – Revised (WMS-R) [233]
  b) Selective Reminding [58]
  c) Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene, Revision von 1991 (HAWIE-R) [223]
  d) Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung Version 1.02c (TAP) [241]
  2) Neuropsychologische Fragebögen
  a)  Fragebogen zur Erfassung der Aufmerksamkeit (FEDA) [12]
  b) Fragebogen zum Alltagsgedächtnis [229]
 3) Persönlichkeitsfragebögen
  a)  Freiburger Persönlichkeitsinventar Version A1 (FPI-A1) [75]
  b) Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) [85]
 
 
 Psychiatrie
  1) Psychiatrische Exploration
  2) Fragebögen zu psychiatrischen Fragestellungen
  a)  Screening für somatoforme Störungen (SOMS) [177]
  b) Somatosensory Amplification Scale (SSAS) [18;23]
  c)  Illness Attitude Scales (IAS) [107]
  d)  Illness Behaviour Questionnaire (IBQ) [167;234], 
    darin enthalten der Whiteley-Index (WHI) [158]
  e)  Positive and Negative Affectivity Scale (PANAS) [231;234]
  f)  Symptom-Checkliste-90 Items, Revised (SCL-90-R) [67;83]
  g) State-Trait-Anxiety Inventory (STAI X1,X2) [121;208]
  h) Toronto Alexithymia Scale (TAS) [219;234]
  i)  Beck Depressionsinventar (BDI) [28;95]
  j)  Aachener Fragebogen zur Krankheitsattribution (AFKA 90-I) [232]
  k) Psychischer und Sozial-Kommunikativer Befund (PSKB-Se-R) [183]
 
 
 Tabelle 5.2:  Weitere Untersuchungen
 
Konsiliarische Untersuchungen 
  1)  Dermatologie (16 Patienten)
  2)  Neurologie (9 Patienten)
  3)  HNO (3 Patienten)
  4)  Zahnmedizin (3 Patienten)
  5)  Rheumatologie (2 Patienten)
  6)  Pneumologie (1 Patient) 
 
Medizinische Zusatzuntersuchungen
  1)  Klinische Chemie (24 Patienten)
  2)  Lungenfunktionsprüfung (13 Patienten)
  3)  Bronchoskopie (1 Patient) 
  4)  Elektromyogramm (7 Patienten)
  5)  Mikrobiologische Untersuchungen (3 Patienten)
  6)  Trichogramm (4 Patienten)  
  7)  Elektroenzephalogramm (2 Patienten)   8)  Kraniale Computertomographie (2 Patienten)
  9)  Kraniale Magnetresonanztomographie (5 Patienten)
 
Sonstige Untersuchungen
  1)  Umweltmedizinische Untersuchung der Wohnung (6 Patienten)
  2)  Untersuchung eines Kleidungsstücks (1 Patient)
 
 

10 Replies to “Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen”

  1. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,
    hier lese ich gerade, dass Sie 1982 akut Quecksilberdampf aufgesetzt waren und die Beschwerden von selbst wieder verschwunden sind.
    Davon abgesehen, verstehe ich nicht, wie man solche unsinnigen Experimente machen kann und weiter verstehe ich nicht, wie Sie davon ausgehen, dass das nicht in irgend einer Form Schäden hinterlässt.
    Die biologische Halbwertzeit von Quecksilber beträgt immerhin 18 Jahre im Gehirn.
    http://www.enius.de/lexikon/biologische-halbwertszeit.html
    Quecksilber führt unter anderem zur Zerstörung von Myelin.
    http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/de/Myelin

  2. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Hallo Herr Wagner,

    habe gerade diesen Artikel gefunden, bin dabei sehr erschrocken mit Ihrer Quecksilber Vergiftung.
    Haben Sie sich damals keine Unteruchung und vor allem keine Ausleitung mit DMPS machen lassen. Da Quecksilber doch ein hoch toxisches Speichergift ist und Langzeitschäden im ZNS erst nach Jahren bis Jahrzehnten auftreten.

  3. Oliver W.
    Sehr informativer Artikel!

    Melanie?!?

    Willst Du Herrn Wagner jetzt auch noch eine bleibende Vergiftung aufschwatzen?

    Lächerlich ehrlich!

  4. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    [quote name=“Oliver W.“]Sehr informativer Artikel!

    Melanie?!?

    Willst Du Herrn Wagner jetzt auch noch eine bleibende Vergiftung aufschwatzen?

    Lächerlich ehrlich![/quote]
    Lieber Oliver,

    ich habe hier Herrn Wagner lediglich eine Frage gestellt. Dein Beitrag dazu ist eine reine Unterstellung

  5. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    [quote name=“melanie“][quote name=“Oliver W.“]Sehr informativer Artikel!

    Melanie?!?

    Willst Du Herrn Wagner jetzt auch noch eine bleibende Vergiftung aufschwatzen?

    Lächerlich ehrlich![/quote]
    Lieber Oliver,

    ich habe hier Herrn Wagner lediglich eine Frage gestellt.[..][/quote]
    Melanie, lediglich eine Frage gestellt haben sie ganz sicher nicht. Ihnen ist wohl nichts zu peinlich, ihre Propaganda unterzujubeln. Es juckt Sie anscheinend auch überhaupt nicht, wenn Sie regelmäßig am Thema vorbeischreiben, nur um wieder auf ihre Amalgampanikmache zurückzukommen. Ihr „Beitrag“ hat wieder einmal nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Thema des Threads zu tun. Leiden sie unter Aufmerksamkeitsdefizit? Haben Sie immer noch nicht begriffen, dass ihre Trollerei niemand interessiert? Was ist ein „Troll“:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29

  6. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Hier nochmal klipp und klar, was von Ihrer verantwortungslosen Diagnosestellerei und Überederei, die sie sich als Laie herausnehmen um anderen Angst einzujagen, zu halten ist:

    [quote name=“Ertl“][..]
    Es sollte keineswegs so sein, dass ein medizinischer Laie, ggf. aus der eigenen Krankheitserfahrung die Diagnose einer Quecksilberintoxikation bei anderen Menschen stellt oder diese möglicherweise auch noch zu invasiven Eingriffen überredet. Um eine Diagnose zu stellen bedarf es einer Diagnostik, sowie umfassender medizin. Kenntnisse.

    Alles andere ist verantwortungslos.
    [/quote]

    …ich hätts nicht besser sagen können.

  7. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Hallo

    ihr habt wohl den Artikel nicht richtig gelesen, wo doch Herr Wagner über seine Quecksilbervergiftung schreibt.
    Eines ist mir hier ja nicht verständlich, warum antwortet hier Herr Wagner nicht, und Oliver und Sven fühlen sich hier angegriffen,gehen auf Verteigigung als ob Sie selbst und nicht Herr Wagner diesen Artikel geschrieben haben

  8. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    [quote name=“melanie“][..]
    Eines ist mir hier ja nicht verständlich, warum antwortet hier Herr Wagner nicht[..][/quote]
    Das ist doch ganz einfach:

    „D’ONT FEED TROLLS“ :-*

    Es hat auch wirklich überhaupt keinen Zweck, auf ihren Spam zu antworten.

  9. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Es wundert mich allerdings auch, dass Herr Wagner seine Symptome selbst als eine Vergiftung des ZNS ansieht.
    Dann müsste er auch wissen, dass man das Gehirn (Blut-Hirn-Schranke) nicht mehr entgiften kann und daher kann man auf jeden Fall von einer Vergiftung sprechen.
    Siehe ab Seite 29
    http://www.abekra.de/Berufskrankheiten/arbeitmed_Erkrankungen/Medizin%20-%20Arbeitsmedizin/Bolt-Tox_von_Arbeitsstoffen.pdf

  10. RE: Umweltpatienten erhalten in 76% psychiatrische Diagnosen
    Zitat aus dem og. Artikel:
    „Wer fest davon überzeugt ist, dass er eine Amalgam Vergiftung erlitten hat *), ist alleine dadurch schon zu 3/4 sicherer Kunde für den Psychiater. Elektrosmog und Mobilfunk-Geschädigte können sich auch gleich einreihen. Die Wahrscheinlichkeit, in entsprechenden – seit Jahren erprobten – Fragebögen **) als Krankheitsbefürchter und Krankheitsängstlicher aufzufallen, ist hoch. Und wenn dann die Symptome noch aus der Reihe der kaum nachprüfbaren Befindlichkeitsstörungen (Unwohlsein, Schwindel, Panikgefühl, Magendrücken, Reizblase …) kommen, liegt der Verdacht nahe, dass die „Umwelterkrankung“ in Wirklichkeit nur der Ausdruck einer Störung des Denkens ist.“
    Zitatende

    Im Besonderen scheint das für Leute zu gelten, die anderen eine Amalgamvergiftung einreden wollen und zu Behandlungen überreden wollen. Es scheint fast, als wären sie hier auf Kundenfang.
    :-*

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