Acetyl-L-Carnitin hilft gegen Neuropathie

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Acetyl Carnitin

Acetyl L Carnitin erfreut sich in der Nahrungsergänzungsmittel Szene großer Beliebtheit. Es soll helfen gegen Müdigkeit , Gedächtnisschwächen, Depressionen, Übergewicht und noch allerhand mehr. Unerwünschte Wirkungen gibt es keine, weil die Substanz besonders in tierischen Produkten wie Fleisch und Milcherzeugnissen in ordentlichen Mengen vorkommt. Daher auch der Name Carnitin, von lateinisch „carne“ = Fleisch. Übrigens kommt Acetyl L Carnitin in Kapseln heute aus der Retorte, wird als industriell synthetisch hergestellt. Für Veganer wichtig: Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten kein Acetyl L Carnitin. Auf diesen wichtigen Stoff sollten Veganer aber nicht verzichten, eine Zufuhr ist sehr sinnvoll.

Acetyl L Carnitin

Was wissen wir über die Wirkung von Acetyl L Carnitin bei neuropathischen Schmerzen?

L-Acetylcarnitine: A Proposed Therapeutic Agent for Painful Peripheral Neuropathies <– Ist eine Übersichtsarbeit von 2006, die bereits duchgeführte Versuche – am Tier und am Menschen – zusammenstellt. Die Arbeit stellt dabei hauptsächlich die günstige Wirkung auf neuropathische Schmerzen durch Diabetes und HIV heraus.

Acetyl-l-carnitine prevents and reduces paclitaxel-induced painful peripheral neuropathy <– Ist ein Versuch mit Ratten, die ein Chemotherapie Mittel (Paclitaxel) verabreicht bekommen, das bekanntermaßen das Nervensystem schädigt, was zu neuropathischen Schmerzen der Gliedmaßen führt. Die Ratten erhalten danach ALC (Acetyl L Carnitin) in 2 Stärken. An der Empfindlichkeit der Pfoten kann dann nachgewiesen werden, dass ALC die starke Überempfindlichkeit dosisabhängig heruntersetzt.

Transcriptional regulation of metabotropic glutamate receptor 2/3 expression by the NF-κB pathway in primary dorsal root ganglia neurons: a possible mechanism for the analgesic effect of L-acetylcarnitine <– Ist ein raffiniertes Experiment in einer Zellkultur von Nervzellen des Rückenmarks. Die Studie betrachtet das Eiweiß „Metabotropic Glutamate Receptor 2 (mGlu2)“.

mGlu2

Im Bild hat man ALC in LAC benannt. Deutlich zu sehen ist die Änderung der Menge (Kopien) von mGlu2, wenn man den Nervzellen ALC gibt. CTRL steht für Kontroll Zellen ohne ALC. Kopie bedeutet, dass ALC in den Kopiermechanismus von RNA zu Eiweiß eingreift. Vermutlich durch die Zurverfügungstellung von Acetyl Gruppen. Carnitin ohne Acetyl hat keine Wirkung. Der Mechanismus „Hochregulation von mGlu2 verringert Schmerzen“ wird auch von weiteren Studien bestätigt.

Anscheinend wird ALC in den USA bereits seit 2000 routinemäßig für Patienten mit Diabetes und HIV Neuropathien. Studien mit ALC an Menschen mit Trigeminus Neuropathie konnte ich nicht finden.

Dosierung: Wie oben abgebildet gibt es die 1.000mg Kapseln z.B. bei Amazon für kleines Geld. Aus einer Studien am Menschen wissen wir, dass 2.000mg pro Tag eine sinnvolle Menge darstellt. Allerdings schieden in der Studie 5% der Teilnehmer wegen ungünstiger Nebenwirkungen aus. Eine Überdosierung im Sinne lebensgefährlicher Schäden ist auch mit hohen Mengen nicht möglich.

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