Timbuktu Methode gegen Schulmedizin Endodontie

Lesen Sie dazu auch die Artikel  CHKM, Jodoform und Dr. Walkhoff  und   Frischer Timbuktianer  aus der Rubrik  Wurzelbehandlung

 

Die hier abgedruckte Wurzelbehandlungs Geschichte stammt von Dr. Dr. Rüdiger Osswald und kann im Original auf seiner Seite www.tarzahn.de hier angeschaut werden. Die Reproduktion erfolgt mit freundlicher Genehmigung.


Coronal Leakage

 

Die Endodontologen haben eine Heidenangst vor dem koronalen Leck, auf Neudeutsch "coronal leakage", das in ihren Augen für ihre hohe Misserfolgsquote verantwortlich ist. Dahinter steht die merkwürdige Vorstellung, ganz schlimme Bakterien aus der Mundhöhle würden sich unter völliger Nahrungskarenz durch Füllung, Aufbaufüllung und Wurzelfüllung quälen, mit dem Ziel und der Hoffnung, irgendwann halb verhungert aber glücklich die Wurzelspitze zu erreichen, um daselbst ihre eigentliche Bestimmung erfüllen und ein Granulom produzieren zu können. Die Meister unter den Bakterien sollen das sogar bei überkronten Zähnen schaffen.

Das allein hört sich so merkwürdig an, dass man es so schon kaum glauben mag. Nachgerade abwegig sind diese verzweifelten Erklärungen für den eigenen Misserfolg vor dem Hintergrund der Tatsache, dass gerade zum zweiten Mal histologisch nachgewiesen wurde, dass zahllose Bakterien die endodontische Behandlung im Hohlraumsystem, also auch ganz in der Nähe des Apex, überleben. Warum sollten diese wohl mit ihrer Vermehrung warten, bis die Kollegen aus der Mundhöhle endlich angereist kommen? Ich kann dafür keinen plausiblen Grund erkennen.

 

Ausgangsbefund al. loc. im Januar 2001  vollbildaufzeichnung_27.04.2009_204737-1.jpg
 1. Exazerbation der Spezialisten-Endo aus 2001 im Januar 2006  vollbildaufzeichnung_27.04.2009_204754-1.jpg
 Zustand nach 2. Exazerbation nach Spezialisten-Endo aus 2001 und Revision durch selbigen Spezialisten in 2006 und nochmaliger Revision der mesialen Wurzeln durch selbigen Spezialisten in 2008.  Während dieser 2 Jahre war der zahn zu keinem Zeitpunkt völlig beschwerdefrei. Die ersten 8 mm der Kanäle sind mit Kunststoff in SÄT abgefüllt, um coronales leakage zu verhindern  vollbildaufzeichnung_27.04.2009_204810.jpg
 Zustand nach WF im Januar 2009 bei klinischer vollständiger Beschwerdefreiheit nach nochmaliger Revision der mesialen Wurzeln als Auftragshandlung an den vorbehandelnden Endodontologen im August 2008. Nach anschließender sorgfältiger Desinfektion heilt die Fistel innerhalb einer Woche aus.
 vollbildaufzeichnung_27.04.2009_204837.jpg

 

Die aus Angst vor dem koronalen Leck geborene neue Mode bei den Endodontologen – es muss einfach etwas oder jemand Anderes Schuld sein als das eigene Behandlungsprotokoll- , den ersten Zentimeter der Wurzelkanäle nach Abfüllen noch einmal auszubohren und durch eine Kunststofffüllung in SÄT *)  zu ersetzten, führt dazu, dass man sie ohne ein Dentalmikroskop nur noch unter sehr hohem Risiko der iatrogenen Schädigung (via falsa) revidieren kann. Vielleicht ist das ja auch Teil der Übung.

Ich sehe nicht länger ein, dass ich als Nachbehandler dieses Risiko auf mich nehmen soll. Deshalb schicke ich die betroffenen Patienten inzwischen mit einem schönen Gruß zurück zu ihrem Spezialisten, er möchte doch dieses Zeug, das nach meiner Überzeugung keinen anderen Sinn habe, außer die notwendige Revision und Ausheilung zu erschweren, bitte wieder herausmachen. Das machen sie dann auch. Aufbereiten können sie ja.  In der Folge habe ich mit solchen Fällen keine Mühe mehr, sondern kann ohne risikobehafteten Umweg sofort mit der eigentlichen Behandlung dieser einfachen bakteriellen Infektionskrankheit in diesem seit 100 Jahren vollständig beschriebenen anatomischen Umfeld beginnen." Zitat Ende Dr. Dr. Osswald.

 

Kommentar

Schön, hier hat Kollege Osswald (Tarzahn himself sozusagen) der derzeit geltenden Schulmeinung zum Thema "Beseitigung einer bakteriell verursachten Entzündung des Knochens an der Wurzelspitze eines toten Zahns" schlicht gezeigt, wo der Hammer hängt. Der Endodontist hatte 3 in Worten drei (!) Versuche, jede Menge Zeit und vermutlich auch Geld zur Verfügung und hat es – NICHT geschafft. Das beweist das 3. Röntgenbild mit dem Guttapercha Stift (das ist helle senkrechte Strich in der Aufnahme) im Zentrum der Entzündung (durch die Fistel eingeschoben). Und bitte vergessen wir nicht, dass der Patient während der gesamten Zeit von 2001 bis 2009 nachweislich eine chronische bakteriell verursachte Entzündung im Knochen hatte. Das ist ganz nebenbei eines der Hauptargumente unserer Lieblings Wettbewerber von der Ganzheits Zahnmedizin, die unseren Patienten einreden, dass jeder tote Zahn "ein Herd" darstellt und raus gehört.

Nachdem der Endodontologe seine Niederlage mit der Überweisung an den Kollegen Osswald auch förmlich eingeräumt hatte, stand der Behandlung mit einer durchschlagenden antibakteriellen Chemie nichts mehr im Wege. Entsprechend seinem "Timbuktu" Protokoll hat Osswald das Problem vorhersagbar lösen können. Übrigens: schauen Sie sich bitte die distale Wurzel genauer an. Da hat der Endodontologe bereits in der ersten Behandlung eine leichte Überfüllung – sichtbar an einem kleinen weißen Fleck an der Wurzelspitze – produziert. Diese Wurzel ist danach ausgeheilt. Wenn mir (Joachim Wagner Zahnarzt) heute noch irgendein Theoretiker mit dem Spruch kommt, dass Überfüllungen von Übel wären, dann verdrehe ich lediglich noch die Augen. Mehr nicht mehr.

*) SÄT heißt Säure Ätz Technik – damit wird Plastik an Zahnbein vorübergehend fest geklebt. Dass irgendein Troll auf die Idee kommen würde, die Endodontie mit den "Errungenschaften" der Kunststoff Chemie zu kombinieren, war voraussehbar. Unglücklicherweise hat es gleich 2 fatale Ideen dazu gegeben. 1) die Kanaleingänge mit Plastik zu verkleben, in der Hoffnung, damit ein paar Bakterien am Runterwandern zu hindern, und 2) – diese Idee verbreitet ein Privatdozent (PD) aus Marburg (Richard Stoll ) – man könne Plastikkleber in den Hauptkanal schütten und dann wäre das Thema Bakterien abgehakt. Tipp: Ein Blick in den Lebenslauf des PD ist hilfreich bei der Einordnung, wieviel persönliche Erfahrung Herr Stoll in der konkreten Behandlung am Behandlungsstuhl insgesamt und Endo im Besonderen hat. Meine Meinung zu Plastiksaucen im Wurzelkanal: Nur für Leichtgläubige geeignet.

2 Replies to “Timbuktu Methode gegen Schulmedizin Endodontie”

  1. Ein leider zu wenig beachteter
    Bemerkenswerter und in vielen Details außergewöhnlicher Kommentar.

    Ich habe am 9. Mai 2014 Zahn 17 verloren. Mit der Zahnbürste rausgeschubst. Stand im Eiter. Sagt Uniklinik Erlangen. Ich gehe davon aus, daß er bei Beobachtungsbeginn Ende 2008 im Eiter stand. Aber wenn man seinem Behandlungsprotokoll wenig Erfolgsaussichten bei einem gangränös untergegangen Zahn einräumt …

    Ich schau jetzt mal alio loco. Woanders.

  2. Nebenbei bemerkt
    auf der Kaufläche mesial geht die Post ab. Könnte man auch mal die scharfe Kante okklusal glätten.

Kommentar verfassen