Weniger häufige Symptome bei Trigeminus Neuropathie

Bei meinen mindestens 200 persönlich interviewten Spezial Patienten mit der Verdachts Diagnose (VD) einer Trigeminus Neuropathie gibt es wechselnde Untergruppen mit eher selten auftretenden Symptomen. Also (Schmerz) Erscheinungen, die bei der Mehrheit nicht genannt werden, aber eben bei kleinen Untergruppen. Worum es geht, zeigt die folgende Tabelle:

Dauerhafte Rötung einer Wange – entweder rechts oder links, nie beidseitig. Damit einher geht häufig auch die subjektiv (vom Patienten) empfundene Schwellung der betroffenen Stelle. Wobei die die objektive (von außen) Beurteilung kontinuierlich von „stimmt“ bis „Unsinn“ vorkommt.

  • Wärme gegen Kälte als Therapie – Die meisten TN Patienten empfinden Kälte als unangenehm bis schmerzverursachend. Eine Minderheit empfindet es umgekehrt. Denen hilft die Aufbringung von kalten Medien.
  • Wechsel der Seiten – Typischerweise leiden TN Patienten unter Dauerschmerzen auf einer Seite des Schädels und einem Kiefer, z.B. links oben. Eine Unterabteilung hat dagegen verschärfte Beschwerden z.B. links oben und rechts unten. Das Interessante daran ist die Beobachtung, dass entweder links oben oder rechts unten das Geschehen tobt. So gut wie nie gleichzeitig.
  • Sekret – Eine relativ kleine Gruppe von TN Patienten äußert die Beobachtung, dass „von einem Zahn XY (häufig Oberkiefer 5-er oder 6-er) ein Sekret, Geschmacksrichtung Eiter, ausgeht“. Beginnend mit Tag ZX, an dem eine zahnärztliche Behandlung dort stattgefunden hat. Die geäußerten Empfindungen reichen von „metallisch“, über „brennend“ bis „fäkal“.
  • Lymphknoten – In einer sehr kleinen Gruppe von TN-Patienten taucht die wiederholte Beobachtung auf, dass zusammen mit Schmerzerscheinungen im Trigeminus Ast 2 (Oberkiefer) eine auffällige Verdickung der Lymphknoten submandibular (unter dem Unterkiefer) auftritt. Wegen der sehr kleinen Fallmengen kann ich das nicht bewerten.
  • Augen – Ein nicht ganz kleiner Teil von TN Patienten berichtet über a) Rötung der weißen Bereiche im Auge, b) ungewollte Tränen, c) starker Druck hinter dem Auge, d) Sichtverschlechterung. Dazu ist zu sagen, dass das Auge eine nicht geringe Innervation (Nerven, die dahinein führen) durch den Trigeminus hat. Darum wundert dieser Einfluss nicht.
  • Nachts Schmerzen – Bis heute ist nicht klar, ob Patienten mit
  • Dauerschmerzen im Mund/Gesicht, die auch nachts von Schmerzen geplagt aufwachen, tatsächlich die Kriterien einer Trigeminus Neuropathie erfüllen. Einerseits ist es denkbar, dass sie eine spezielle Untergruppe von Trigeminus Neuropathie Nachts minus darstellen, oder aber b) gar nicht zu dieser Truppe gehören, sondern zu einer speziellen Sorte von Migräne etc.

Aus meiner über 15-jährigen Praxis mit TN Patienten weiß ich, dass ich hier locker 10 Spezialitäten unterschlage. Was hier auftaucht, kam mehrmals vor. Nicht einmal. Im Umkehrschluss heißt das: Wer sich hier irgendwie beschrieben fühlt, könnte mit einiger Sicherheit zum illustren Kreis der Trigeminus Neuropathen gehören.

4 Replies to “Weniger häufige Symptome bei Trigeminus Neuropathie”

  1. Die Symptome resultieren aus einer Malokklusion in Kombination mit einer, so vermute ich, Hypersensibilität im Bereich der N. Trigeminus. Häufig sind die Austrittsstellen druckdolent. Schlimmstenfalls brennt leider das gesamte Gesicht dergestalt, dass keinerlei Druck mehr empfunden werden kann.

    Man kann nicht wirklich etwas dagegen tun. Das einzige was bleibt ist abwarten, bis sich die Gesichtsnerven an die neue Okklusion „gewöhnt“ haben und Ruhe geben. Meist geht dem Schmerzentstehen eine Bissänderung voran… sog. Iatrogene Komponente. Beweismöglichkeiten: nicht vorhanden. Bei manchen dauert die Schmerzfreiheit bis zu 5 Jahre. Bei anderen Bedarf es zusätzlich einer Bisskorrektur. Man kann hier folglich keine pauschale Empfehlung abgeben. Deshalb ist dieses Thema endlos…

    Diese Schienentherapie ist meines Erachtens ein eigens etablierter, in den vergangenen Jahren enorm gewachsener, Geschäftszweig, mit dem sich sehr viel Geld verdienen lässt. Dies insbesondere deshalb, da ein schmerzgeplagter Patient sich an Versprechungen klammert und auch höhere Summen zu zahlen bereit ist, verursacht doch gerade der Gesichtsnerv die mitunter stärksten gemessenen Schmerzen.

    1. Zitat „Die Symptome resultieren aus einer Malokklusion“
      Nö. Ich sehe im meinem Laden derart viele übelste Malokklusionen, die ausnahmslos keine Beschwerden damit haben, dass die Okklusions Theorie bei mir schon lange durchgefallen ist. Das ist aber nicht nur meine Meinung.

      VG J. Wagner

  2. Malokklusion + Hypersensibiltät bzw Reizung des Nerves + und das ist leider häufig der Fall: iatrogene Komponente, die sich für Patienten kaum nachweisen lässt.

    Man hat dann aus Sicht eines leicht zynischen Zahnarztes gern einen Patienten, dessen vorherige Okklusion ja schon in der gleichen Form vorhanden war und der sich das Brennen nur einbildet.

    Das sind wahnsinnige Schmerzen und der Nervus Trigeminus beruhigt sich nur äußerst langsam. Vergleichen Sie es mit einer Ischialgie im Gesichtsbereich. Am Besten gar nichts machen und 5-10 Jahre später, sofern die Schmerzen verschwunden sind, den Biss in der Schweiz oder den USA korrigieren lassen. Es gibt hierzulande kaum noch Spezialisten.

  3. Hallo Lana,
    „Am Besten gar nichts machen“ ist genau das, was ich den Patienten einer TN auch sage.
    Ihre Meinung zur Okklusion teile ich hingegen nicht.

    vg J. Wagner

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