Dauerschmerzen mehr als 18 Monate nach Oberkieferzahnbehandlung

Startseite Foren Hauptsektion Schmerzen länger als 6 Monate Dauerschmerzen mehr als 18 Monate nach Oberkieferzahnbehandlung

Schlagwörter: 

Dieses Thema enthält 22 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Neuro vor 3 Monate, 1 Woche.

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 23)
  • Autor
    Beiträge
  • #8815

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich bin männlich, 43 Jahre alt und leide unter Schmerzen im Mund seit Anfang 2017. Bis dahin war ich eigentlich immer gesundheitlich fit, mein Leben hat sich seit dieser Erkrankung auf den Kopf gestellt (und das meiner Familie auch). Ich war in meiner Verzweiflung in der Anfangszeit Anfang 2017 teilweise bei 2-3 Ärzten in einer Woche – man ist halt ziemlich hilflos bei starken Schmerzen im Mundraum ohne erkennbare Ursache.

    Im Grunde sind bei mir exakt die Punkte 1-4 gemäß der Beschreibung von Herrn Wagner auf seiner Homepage, wie die moderne Medizin aufgrund der Unkenntnis der Krankheit vorgeht, abgelaufen:
    Wurzelbehandlung, WSR, Zahn gezogen, Zahnschienentheraphie, etliche Röntgenbilder, MRT, CT usw. Auch wurde ich zeitweise schon auf die Psycho-Schiene geschoben (völliger Unsinn, ich war immer ein recht stabiler Mensch, wobei ich aufgrund der Schmerzen echt verzweifelt war und auch noch heute manchmal bin). Direkt in der Anfangsphase (März 2017) ging ich zu einer namenhaften Fachklinik für Kieferchirurgie. Die unwissende junge Ärztin sprach wiederholt von CMD, weil sie auch keine Ahnung hatte, was los ist. Genauso ging es bei 2 weiteren Kieferchirurgen usw.

    Ich hatte anfangs drückende Schmerzen an Zahn (2.4), der später eine Wurzelbehandlung und WSR bekam und gezogen wurde Anfang März 2017. Bereits nach der Wurzelbehandlung brannten zeitweise die Frontzähne bzw. das Zahnfleisch dahinter – der Zahnarzt hatte mit der Feile zu tief in den Oberkiefer gestochen, weil er abgerutscht war, das hat aus meiner Sicht zumindest das Problem mitverursacht oder verschlimmert. Da ich im Vorfeld einen HNO-Infekt hatte, der über mehrere Monate ging, ohne richtig auszuheilen, kann ich auch nicht ausschließen, dass der ganze Zauber bereits damit losging, dass ein Nerv sich entzündet hatte. Denn bei der Identifizierung, welcher Zahn überhaupt Schuld ist, gab es bereits die ersten Probleme, obwohl ich eine aus meiner Sicht typische Kälteempfindlichkeit hatte, die auf Karies schließen ließ. Als der Zahn aufgebohrt wurde schmerzte der Nerv trotz Betäubung und blutete Später bei der Wurzelbehandlung auch stark.
    Nach den Behandlungen und insbesondere der WSR wurden die Schmerzen immer stärker und nach dem Zahnziehen brannte der Bereich des Zahns und alle Frontzähne oben etliche Wochen so furchtbar, dass ich die Wände hochgehen wollte und eigentlich nur noch am Heulen war. Da neben diesem Zahn, bzw. heute der Lücke, ein Implantat liegt (seit 7 Jahren) wurde zeitweise vermutet, dieses sei Schuld. Es ist aber einwandfrei und entzündungsfrei und wurde hinlänglich geröntgt und untersucht, daher ist es noch drin, ein Fehler? Ich weiss es nicht. Auf der Gegenseite bei 1.4 ist eine Krone über einem toten Zahn, der hat immer mal wieder Probleme gemacht, heute hat er einen komischen dunklen Rand um die Keramikkrone – angeblich nicht behandlungswürdig.

    Nach einiger Zeit verteilten sich die Schmerzen im Mundraum dauerhaft auf die obere Zahnreihe (alle Zähne total klopfempfindlich – bei Klopfen/Zahnkontakt langanhaltende nachklingende Schmerzen), zur Wange, zur Nase hoch zog es ständig, auch im Bereich des harten Gaumens hinter den Frontzähnen usw. Die Schmerzen wandern seitdem immer noch umher – heute mit weniger Radius/Abwechslung als im letzten Jahr aber mir schmerzt immer noch das Zahnfleisch hinter den Frontzähnen und im Bereich des gezogenen Zahns und auch die Frontzähne selbst und es stellen sich teilweise Druckschmerzen oberhalb der Lücke ein. Der Anteil der Gesichtsschmerzen hat merklich nachgelassen, insbesondere neben der Nase und in der Wange. Der Mundraum ist insgesamt aber weiterhin total übersensibel – speziell bei warmen Getränken, wenn auch nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang. Nachts schlafe ich gut – wenn ich mal aufwache ist der Schmerz niedrig bis nicht spürbar. Tagsüber leide ich permanent und halte die meiste Zeit den Mund, denn reden macht es nicht besser. 

    Mein Hausarzt vermutete als erster eine neurologische Komponente im Frühjahr 2017, nachdem das Blutbild mit allen zusätzlichen Untersuchungen nichts ergab. Die erste Neurologin nahm mich nicht für voll, ich landete völlig fertig nach dem ersten Fehlversuch mit Pregabalin im Krankenhaus – das Zeug hat mich schon bei 50 mg bis zu 16 Stunden am Tag niedergestreckt – angeblich würde sich das geben, tat es aber 6 Wochen lang nicht- das ging einfach nicht so weiter. Ein anderes Medikament bekam ich von der Neurologin nicht. Die meinte, das wäre alles ein Zahnproblem und sagte jedes Mal ich solle noch zu weiteren Zahnmedizinern und Kieferchirurgen gehen (welche mir dann wiederum sagten, sie könnten mit brennenden Schmerzen nichts anfangen, ich soll zum Neurologen gehen). Neben mehreren OPG´s, Einzelbildern habe ich auch CT und MRT machen lassen – Ergebnis: es gibt keins.

    Völlig fertig landetet ich im Krankenhaus, dort wurde mir das erste Mal Amitripthylin von einem Neurologen empfohlen – der mir übrigens klar machte, dass ich mich nicht auf die Psycho-Ebene setzen lassen sollte, das wäre in meinem Fall Unsinn…und die Klinik hatte eine geschlossene Abteilung, ich dachte schon irgendwann lande ich da, wenn das so weitergeht – soweit ist es zum Glück bisher nicht gekommen.

    Ich versuchte Akupunktur (bei einer chinesischen Ärztin), Schüssler Salze, alle möglichen angeblichen Wundermittelpillen, Physiotherapie usw. – gebracht hat es alles nichts bzw. nur sehr wenig.

    Juli 2017 kam ich nach monatelanger Wartezeit in eine Spezialsprechstunde an einer Uniklinik – dort wurde alles nochmal untersucht und klar gemacht: Das sind Nervenschmerzen, das Beste ist nichts zu tun und zu warten! Alles was wir machen können, würde die Situation nur verschlimmern. Bitte einen Schmerztherapeuten aufsuchen und ggf. eine Schmerztherapie machen. Zu dieser Klinik gehe ich aktuell noch immer in geraumen Abständen zur Kontrolle.

    Der Schmerztherapeut hat mir dann seit Ende 2017 Amitripthylin in Dosen zu 50 mg verschrieben (davor hatte ich bis zu 25 mg genommen), das war auch in der Zeit (hab ich 7-8 Monate genommen bis Juli 2018). Insofern hilfreich, dass ich mental besser über die Runden kam (hat mich allerdings deutlich zunehmen lassen und ich hatte starke Nebenwirkungen hinsichtlich Kreislauf, Mundtrockenheit, Darmprobleme usw. und auf die Schmerzen hatte es einen begrenzten Einfluss bei mir). Ich spielte immer wieder mit dem Gedanken mit Gabapentin zu kombinieren, aber nach den Erfahrungen mit Pregabalin hab ich mich das einfach nicht mehr getraut, das Zeug hat mich echt fertig gemacht.

    Weg waren die Schmerzen bis heute außer nachts leider nie. Man schickte mich Anfang 2018 an die Schmerzklinik nach Kiel, die zu dem Schluss kam: „Trigeminusneuropathie“. Vorher war von atypischem Gesichtsschmerz die Rede. Der Oberarzt hat mir empfohlen, das Medikament Amitripthylin weiter zu nehmen und Geduld zu haben. Könne bis zu 3 Jahre dauern, bis sich das legt aber es ist nicht hoffnungslos, dass die Schmerzen zumindest nachlassen werden oder sich auch ganz legen können, wenn der Trigeminus sich beruhigt und sich die Nerven regenerieren. Lassen Sie nichts an Ihren Zähnen machen in der Zeit (hatte ich schon mal gehört). Da sich die Schmerzen hauptsächlich entlang meines Oberkieferastes des Trigeminus bewegen würden aber auch in andere Bereiche ausstrahlen, geht er von einem Nervenschaden aus, nicht von einem psychologischen Problem.

    Mittlerweile habe ich das Ami nach und nach runtergefahren, da die Wirkung nachzulassen schien und ich versuchen will, ohne oder mit weniger davon auszukommen – zumindest ist das Schmerzniveau insgesamt etwas niedriger, wenn auch tagesformabhängig schwankend – ob ich das ganz ohne Ami auf Dauer mental durchhalte, wird man sehen – wenn alle Stricke reißen gehe ich wieder auf volle Dosis oder höher, eine Wahl hat man ja nicht. Vor 2 Wochen habe ich es mit 3 Tagen Cortison versucht – danach hatte ich eher mehr als weniger Schmerzen, also scheidet eine unerkannte Entzündung wohl auch aus. Reichlich Antibiotika-Versuche gab es ohnehin bereits am Anfang, von daher wäre das auch eher unwahrscheinlich denke ich aber man weiss ja nie.

    Ich versuche, so gut wie möglich, meinen Tagesablauf hinzubekommen und mich abzulenken doch mit Schmerzen im Mund ist das echt mitunter schwierig – man ist sozial isoliert und auf der Arbeit nur eingeschränkt einsetzbar, was mich zusätzlich zu den Schmerzen natürlich sehr belastet.

    Ob es je aufhört? Ich glaube, die Frage stellen sich alle Betroffenen. 2 Jahre sind bei mir noch nicht ganz um. Gehe ich mal vom Zeitpunkt der Wurzelbehandlung im Februar 2017 aus, wo alles den Bach runter ging, sind das bei mir jetzt etwas über 1 ½ Jahre. Wenn es den Rest meines Lebens so bleibt, werde ich wohl doch auf Dauer noch ein Fall für den Psychologen.

    Weitere Zahnbehandlungen usw. habe ich bisher vermieden – die Internet-Seiten habe ich mehrfach durchstöbert und fand diese sehr hilfreich! Danke dafür auch an Herrn Wagner!

    Falls noch irgendwer irgendwelche Ideen hat, die die Situation verbessern könnten, her damit – ich probier alles aus – ansonsten sehe ich bei mir nur noch die Option einen weiteren Versuch mit Duloxetin statt Amitriptylin zu starten, vielleicht wirkt dass nicht nur mental sondern auch mehr auf die Schmerzen, wer weiß das schon.

    Ich nutze übrigens Lidocainspray auf der Schleimhaut – wobei ich mich frage, ob das auf Dauer so gut ist?
    Das mit dem Capsaicin-Gel auf der Haut habe ich nicht ganz verstanden – kenne ich nur als ABC-Creme, ist das sowas in der Art und wenn ja, wo bekommt man das oder braucht man dafür ein Rezept?

    Viele Grüße und eine schmerzarme Zeit wünscht
    Neuro

    #8822

    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo Neuro,

    es tut mir sehr leid zu hören, dass auch Du von den Schmerzen betroffen bist.
    Meine Schmerztherapeutin empfahl mir das Amitriptylin weiter zu nehmen (auch wenn ich die Nebenwirkungen alles andere als erfreulich finde). Zudem riet sie mir das Cannabidiol (Hanföl) zu versuchen, viele würden wohl eine Linderung verspüren (bei mir klappte es leider nicht), auch wären „Gloa Blockaden“ eine Möglichkeit, die Vorstellung eine Nadel in den Rachenraum gerammt zu bekommen gefällt mir auch nicht sehr, zudem habe ich Angst, damit alles schlimmer machen zu können. Besprich das in der Schmerzklinik, vielleicht traust du dich ja.

    Liebe Grüße

    #8827

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Mrs. Rabbit, Hanföl hatte ich noch nicht. Danke für den Tipp. Gibt man das einfach in den Mund tropfenweise oder wie wäre das anzuwenden? Die Vorstellung mit der Nadel, nee, ich glaube nicht, dass ich mich das traue. Ausserdem heisst die Devise ja blossnichts machen was die Nerven aufregt…Gruss Neuro

    #8839

    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Guten Morgen Neuro!
    Richtig, bis zu 5 Tropfen am Morgen und bis zu 5 Tropfen am Abend. Ich weiß nicht wie teuer das Produkt in Deutschland ist, bei uns in Österreich zahlt man für das Hanföl bereits 63,00 EUR. Abhängig von der eingenommenen Tropfenmenge kommt man max. 2 Wochen damit aus. Wenn es einem aber hilft, ist es das Geld allemal wert, mir hat’s jedoch nichts gebracht.
    Die Gloa Blockade wäre mir auch zu risikoreich, schlimmer machen kann man es schließlich immer.

    Liebe Grüße

    #8844

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo und Danke, besorg ich mir und probier das Mal…scheint mir nen Versuch wert zu sein. Ob ich das Ami auf Dauer weglasse weiss ich auch noch nicht, so richtig viel brachte das gegen die Schmerzen nicht von daher…
    LG Neuro

    #8869

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Mrs. Rabbit,

    also das CBD hat bei mir wohl auch keinen Effekt – schade, aber trotzdem Danke für den Tipp.

    Sag mal hat sich bei Dir eigentlich der Schmerz maßgeblich dauerhaft in Art und Position verändert in den 3 Jahren oder springt der täglich woanders hin?

    Ich hatte anfangs hauptsächlich Schmerzen an den oberen Frontzähnen und direkt dahinter – heute ist der Schmerz viel weiter hinten im Kiefer Richtung Wange und die Schleimhaut+Zahnfleisch schmerzen ständig… das scheint sich dauerhaft so einzustellen. Fakt ist das Problem bewegt sich nach wie vor entlang des 2. Astes Trigeminus, der ist bei mir wohl wirklich das Problem….

    Gruss
    Neuro

    #8871

    AuaAua
    Teilnehmer

    Hallo lieber Neuro,

    mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag (Leidensgeschichte) gelesen. Klingt alles sehr ähnlich zu meiner Geschichte. Habe mich deswegen heute hier registriert, um mich mit Dir auszutauschen. Wenn Du mir erlaubst, schildere ich mal „kurz“ meinen „Werdegang“.

    2015, ich war 43 und ziemlich gesund, sehr sportlich zu diesem Zeitpunkt, bekam ich plötzlich im linken OK Zahnschmerzen und mein Kopf fing an zu pfeifen. Montag gleich zum Zahnarzt und OPG gemacht. Er sagte er sieht links nichts, nur vorn am Schneidezahn und im rechten OK (dort hatte ich 2 wurzelbehandelte Zähne). Da meine Schmerzen aber nur links waren, bat ich ihn erst dort was zu unternehmen. Er tippte auf den 5er, ich meinte es ist der 6er. Also zuerst den 6er wurzelbehandelt. 3 Tage später war ich wieder dort, er sagte ’sehen Sie, doch der 5er‘ – haben wir den auch wurzelbehandelt. Wieder 3 Tage später war ich erneut dort, er war schon etwas ungehalten, hat mir dann aber den 7er auch noch wurzelbehandelt. Während dieser Behandlung bekam ich einen Abszess am Zahnfleisch über diesem Zahn und wir haben ihn dann gleich gezogen. Das hatte auch gut funktioniert. Als ich dann ein paar Tage später wieder dort war, die Schmerzen waren zwar besser aber der Kopf pfiff immer noch heftig, meinte er das könne nun nicht mehr von den Zähnen kommen.

    Dann bin ich losgegeangen, HNO, MRT, Orthopäde etc. – es kam nix dabei rauß. Ein knappes Jahr später bekam ich wie aus heiterem Himmel eine massive Rheuma-Attacke. Mein damals neuer Hausarzt meinte später zu mir ‚da wären Sie mir fast verreckt‘. Eine hohe Kortison-Dosis linderte die Beschwerden und direkt danach merkte ich, dass der Schneidezahn und auch der 6er im rechten OK (die, bei denen der ZA was gesehen hatte) nun fällig waren. Starke Schmerzen, und nun meldete sich auch der linke OK wieder. War dann beim ZA und hab den Schneidezahn und der rechten 6er ziehen lassen. Hat soweit gut geklappt, also keine Schmerzen dabei. Jedoch bekam ich eine MAV, die der Zahnarzt erst nicht erkannte und dann nicht mehr zu bekam. Es vergingen 6 Wochen, dann saß ich auf dem Stuhl des KC. Der hat die MAV mit einer größeren OP und mehrmaligen Sitzungen dann auch Gott sei Dank zu bekommen. Da zwischenzeitlich meine Schmerzen links phasenweise sehr heftig waren, bat ich nun diesen KC mir auch den 6er im linken OK zu ziehen. Wir machten ein DVT um genau zu sehen was da ist, Abfallprodukt war, dass wir auch die rechte Seite gleich mitkontrollieren konnten. Auch er kam zu dem Befund, dass er da nichts sehen konnte und wies mich das erste mal auf die Nerven hin. Das hab ich zum damaliegen Zeitpunkt aber gar nicht wirklich ernst genommen, das lag einfach außerhalb meiner Vorstellungskraft. Mit Unterschrift überredete ich ihn dann (ich war halt echt verzweifelt und dachte danach ist es besser) und der Zahn wurde gezogen. Mir ging es danach gar nicht gut und nach 3 Tagen öffnete sich dann meine ‚Büchse der Pandora‘. Ich wachte in der Nacht mit allerschlimmsten Schmerzen auf. Dazu hatte ich auch noch unglaubliche Geräusche in meinem Kopf Ich bin ein sehr natuwissenschaftlicher Mensch und das hätte ich nicht für möglich gehalten. 6,7,8 Geräusche gleichzeitig, die mehrmals pro Sekunde ihre Frequenz änderten, alles über 10 kHz und unglaublich laut. In meiner Verzweifelung (ich lebe allein) rief ich den Rettungsdienst. Ich konnte den zwei jungen Sanis vom Gesicht ablesen: ‚…der Depp hat Zahnweh und ’nen Tinnitus und ruft den Rettungsdienst‘. Ich bestand aber darauf, dass sie mich mitnehmen. Der diensthabende Internist im Krankenhaus verstand dann aber schon besser, was los ist und verpasste mir erstmal eine Dosis Tilidin. Mit einem Behandlungvorschlag (Pregabalin, Gabapentin, Tilidin, Ibuprofen) für meinen Hausarzt wurde ich zwei Stunden später entlassen. Bin dann am nächsten morgen auch gleich zu meinem Hausarzt.

    Von da weg bin ich 6 Monate komplett ausgefallen und war in der Schmerztherapie. Wirklich geholfen hat mir allerdings nichts bzw. nichts davon ausreichend. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich Pregabalin nur sehr niedrig dosiert genommen habe und dann auch wieder abgesetzt. Antidepressiva habe ich verweigert, obwohl alle Ärzte wollten, dass ich die nehmen soll (nur wenn der Geist gesund ist bla bla bla….). Carbamazepin wollte man mir nicht geben, da es nicht sehr toll für die Leber sei. Am meißten hat mir in dieser Zeit Tilidin geholfen. Ich war dann in der Uniklinik Ulm MKG und hab ein Kiefer CT machen lassen, da ich dachte das dort etwas entzündet sei. Es hieß der Kiefer sei in Ordnung, nur Umbauprozesse von der Zahnextraktion aber Pansinusitis – Überweisung in den HNO Bereich. Die Ärzte dort meinten ‚ja, sie haben schon eine Sinustis, aber alles nicht so schlimm, sie würden da nicht operieren und erstmal konservativ mit Kortison behandeln‘.

    Obwohl es mir nach einem halben Jahr nach wie vor nicht wesentlich besser ging, habe ich mich dann wieder in die Arbeit gekämpft. Ich hatte einfach Angst um meinen Arbeitsplatz und das es mich jetzt vollends aus dem Leben kegelt. Arbeiten hat aber nur mehr schlecht als recht funktioniert und so bin ich nach weiteren 3 Monaten bei meinem Hausarzt gesessen und hab gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Der hat mich dann zu einem befreundeten HNO in München überwiesen und nachdem der mir 10 Sekunden in die Nase gesschaut hatte, sagte er zu mir: ‚Wenn man ihren Befund nicht operiert, werden sie nie wieder gesund, alles voll mit Polypen und stark entzündet‘. Auf meine Frage, wie die in Ulm dann zu so einer Diagnose kommen konnten, zuckte er nur mit den Schultern.

    Ich bin dann letztes jahr am LMU München-Großhadern an den Nebenhöhlen operiert worden. Aussage vom Chirurg nach der OP: ‚Links war alles sehr stark entzündet, hätte ich so nicht erwartet‘. Die OP hat mir auch gut getan, mir ging es danach schon deutlich besser, allerdings blieben die Schmerzen links. Dieses Frühjahr war ich dann noch bei einem MKG in München und er hat mir vorgeschlagen, dass wir die (geschlossene) MAV links knöchern verschließen könnten. Es wäre ein Versuch wert, dass meine Schmerzen besser werden könnten. Hab die OP auch gemacht, ging swoeit auch ganz gut, alerdings ist der Knochen nicht angewachsen und das Loch ist immer noch da. So, nachdem ich im Anschluß nun wieder eine Weile vor mich hingelitten hatte, bin ich nun vor ein paar Wochen noch zu einem Spezialisten für Endodontologie in München (Privatpraxis) und hab mir für teurer Geld den 5er links oben öffnen lassen. Der Endo meinte zwar, dass die Wurzelfüllung gut aussieht, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Hintergrund ist, dass ich einfach spüre, dass auch noch irgendwas entzündliches in mir passiert. Ich sehe dass z.B. an meinem Urin, der definitv zu gelb ist. Darum glaube ich auch nicht, dass bei mir eine rein neurologische Ursache vorliegt. Allerdings habe ich inzwischen die 2.te Einlage in dem Zahn und meine Symptome bessern sich nicht nachhaltig. Direkt nachdem die Einlagen reinkommen, wird es für 3-4 Tage besser und dann verschlechtert es sich sofort wieder. Der Endo meint nun, dass ständig die Einlage wechseln keinen wesentlichen Unterschied machen wird. Ich werde nun nächste Woche zu meinem Hausarzt gehen und ihn bitten mit mir eine längere Antibiose auszuprobieren um zu sehen, ob sich während dieser Zeit dann meine Symptome nachhaltig bessern. Das würde dann ja eindeutig auf einen entzündlichen Vorgang hindeuten, wo auch immer der genau sitzt, Zahn, Kiefer, NNH, oder sonstwo.

    So, das war meine kurze Geschichte 🙂 Du siehst, Du bist nicht allein. Würde mich über Feedback von Dir sehr freuen, da Deine Situation meiner sehr ähnlich ist, wie ich finde. Vielleicht können wir gegenseitig voneinander profitieren. Im Moment halte ich mich größtenteils mit Ibu und ab und zu einer Tilidin Tablette über Wasser. Wobei ich von denen nur eine nehme wenn es nicht anderst geht. Andere Tabletten nehme ich keine mehr. Das nur zur Info…

    Viele Grüße
    AuaAua

    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von  AuaAua.
    #8873

    AuaAua
    Teilnehmer

    Nachtrag: Wenn man so einen langen Text schreibt, bleibt das ein oder andere auf der Strecke:

    – Auch ich schlafe in der Nacht recht gut, so wie Du (was auf neurologisches deutet)
    – Mir hilft Ibu nur wenig bis gar nicht (wieder neurologisch)
    – das Pfeifen im Kopf sind defintiv die Nerven (ist kein gewöhnlicher Tinnitus und die Lautstärke ist variiert auch immer mit meinem Gesamtzustand)

    Was allerdings dagegen spricht, bzw. darauf deutet, dass es nicht neurologisch alleine ist:
    – Ich meine, dass AB hilft, wie geschrieben. Das werde ich jetzt nochmal austesten.
    – Und dann die Farbe meies Urins, wie schon geschrieben. Und ich kenn meinen Körper lange und weiß was normal ist und was nicht. Die Farbe ist einfach nicht gesund, egal wie viel ich trinke.
    – Und dann hatte ich ja auch noch OPs und die haben mir nicht geschadet. Ok, da wird auch nicht am Trigeminus rumgerissen. Gilt also nicht zu 100 Prozent….

    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von  AuaAua.
    #8875

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo AuaAua,
    schön, dass Du Dich gemeldet hast. Es gibt nicht viele Menschen, denen Ähnliches widerfährt. Daher ist es auch schwer mit den Mitmenschen drüber zu reden, die wissen nicht, was man täglich durchmacht und Tipps können die auch nicht geben.

    Das hört sich nur leider auch nicht besser an als meine Geschichte. Die Schmerzen können einen schon echt fertig machen.
    Die ersten Monate war ich auch ausgefallen. Danach konnte ich bei der Arbeit zumindest aushandeln nach Fähigkeit wieder einzusteigen – entsprechend kämpfe ich noch heute, allerdings wieder in Vollzeit. Vor die Wand gucken daheim hilft mir ja auch nicht, Kommunikation ist seitdem leider nicht meine Stärke – die Kollegen wissen es alle, bleibt ja nicht aus.

    Was das Neurologische angeht: Ich bin sicher, es gibt bei mir eine starke neurologische Komponente, so gesehen ist die Diagnose Trigeminusneuropathie sicher nicht ganz falsch. Was nicht ganz klar ist, ist der Auslöser und ob da noch was anderes im Busch ist aber ich hab mittlerweile so lange gesucht, dass ich nicht mehr weiss, wo ich überhaupt noch suchen lassen soll.

    In der Schmerzklinik hat man mir klar gemacht: Bitte keine operativen Eingriffe im Kiefer, die fördern nur die Chronifizierung und mit zunehmender Dauer der Schmerzen wird ein Entzündungsproblem eh immer unwahrscheinlicher.
    Entzündungen auch an Zähnen hatte ich früher auch schon, da war es aber in der Nacht immer am Schlimmsten, von daher denke ich schon, dass hier das Problem völlig anders liegt. Vom Gefühl her hatte ich monatelang Pulpitis in sämtlichen Frontzähnen, zum Glück wollte mir keiner der Ärzte die Zähne behandeln. Heute sind die Schmerzen anders (leider gewandert), die Frontzähne sind viel ruhiger. Das wäre mit Sicherheit alles für Nüsse gewesen. MAV ist Mund-Atrium-Verbindung sprich Öffnung zur Kieferhöhle, oder? Das ist mir erspart geblieben. Eigentlich ist das aber eine Komplikation die meines Wissens häufiger mal auftreten kann und diese ganzen Probleme allein nicht erklärt.

    Übrigens bin ich auch ein absolut naturwissenschaftlich orientierter und wie ich meine sehr bodenständiger Mensch – das Schmerzprobleme nicht lösbar sind, hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

    IBU hab ich anfangs in Massen genommen, auch Novalgin, Migränetabletten, Diclofenac usw. Das hat alles nichts gebracht ausser Magenschmerzen. Dann kam daher die Einsicht: Damit machst Du den Körper nur noch mehr kaputt… seitdem nehm ich die überhaupt nicht mehr.

    Tilidin hatte bei mir auch ne Wirkung – hatte ich mal zwischenzeitlich 2 Stk. von genommen (Restbestand von nem Ischiaskranken in der Familie). Das senkte den Schmerz allerdings auch nur begrenzt und ist auch kaum ne Dauerlösung, weil ich entsprechend hoch dosieren müsste. Für den Notfall hab ich noch ein paar in der Schublade.

    Wie Du wollte ich auch kein Antidepressiva – hatte gedacht die wollen mich bestimmt nur ruhig stellen, es kamen ja auch immer Hinweise die Psyche spielt ne große Rolle…. Das Pregabalin (Antikonvulsiva) hatte mich aus den Schuhen gehauen, da wollte ich nicht noch mehr so Hammerzeug nehmen. Dann hab ich aber viel zum Thema gelesen und wenn man verzweifelt genug ist, nimmt man es irgendwann doch (und so schlimm war es dann nicht auch wenn das Absetzen anstrengend war). Naja, das Ami hatte begrenzten Erfolg bei mir aber immerhin hatte es ne Wirkung.

    Was ich gelernt habe ist: Operative Eingriffe haben kurzfristig einen bessernden Effekt, der Schmerz kommt aber nach ein paar Tagen umso schlimmer zurück. Das war bei mir nach jeder Zahnbehandlung so!

    Das mit dem gelben Urin bei Dir ist in der Tat merkwürdig, kann aber durchaus eine Tablettennebenwirkung sein, das weiss man nicht so genau. Bei mir war Stuhl und Urin anfangs völlig … das kam von dem vielen Antibiotika und Penicillin, da man immer an Entzündungen glaubte (ich auch, ich hatte Clindasol, Amoxicillin, Levofloxacin und noch 2 andere Sorten, die ich vergessen habe), Kortison hab ich auch noch bekommen. Dadurch war bei mir alles durcheinander geraten. Um den Darm auf Vordermann zu bringen, bin ich auf das Daily gekommen (auf Anraten einer befreundeten Osteopathin). Erst dachte ich Hokus-Pokus aber zumindest hat sich danach alles bis auf die Schmerzen halbwegs normalisiert.

    Tja, das Pfeifen im Kopf ist mir bisher erspart geblieben, etwas Tinitus hab ich schonmal ab und an aber das ist nicht so schlimm.

    Mit den OP´s ist immer sone Sache, wenn eine sinnvolle Indikation vorliegt, würde ich es ja auch machen. Die gibt es aber bei mir nicht. Ich war neulich nochmal beim HNO, gebracht hat es nix.

    Und da steht man dann und weiss nicht so recht, ob und was man machen soll. Ich persönlich hab überlegt dem Ganzen noch ca. 1 Monat zu geben, damit mein Körper ne Weile frei von Medikamenten ist und dann mit dem Schmerztherapeuten über alternative Tabletten zu sprechen. Neben Amitripthylin gibt es ja noch Duloxetin (Antidepressiva), Gabapentin (Antikonvulsiva) usw. Was will man sonst machen….

    Leider kommentiert Herr Wagner in diesem Forum scheinbar nicht mehr aber wenn ich meine Symptome mit seinen Ausführungen abgleiche (nachts weniger Schmerz, Ibu/Novalgin helfen nicht, beim Essen etwas weniger Schmerz, Behandlungen verschlimmern die Lage usw.) würde er vermutlich zu 95 % auf Neuropathie tippen – zumindest gehe ich davon aus.

    Wünsche Dir nen schönen und hoffentlich nicht zu schmerzhaften Abend.
    Gruss
    Neuro

    #8876

    Neuro
    Teilnehmer

    Hi, hab ne Nacht drüber geschlafen und sehr auffällig finde ich dass Du auch HNO Probleme hast. Die sind bei mir mittlerweile weg aber mein Gefühl sagt mir der Nerv hat sich im Rahmen des Infekts entzündet und dadurch die Nervenschmerzen verursacht. Gleichzeitig hat der Zahnarzt immer weiter behandelt und den Schmerz chronifiziert. Scheint mir einfach das wahrscheinlichste Szenario zu sein. Wie bei Dir die Rheumaattake ins Bild passt ist mir nicht klar aber wenn der Körper am Boden ist, weiss man eh nicht mehr was passiert….

    #8877

    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo Neuro,

    ja, meine Schmerzen sind anders geworden und wandern ebenfalls. Begonnen hat das ganze mit heftigen Stichen im rechten Unterkiefer, erste Wurzelbehandlung folgte. Im linken Oberkiefer wurde eine Füllung getauscht, hier gesellten sich gleich Dauerschmerzen dazu, so hatte ich links oben und rechts unten Beschwerden. Ich war nach einer Wurzelbehandlung im linken Oberkiefer für 2-3 Tage komplett schmerzfrei! Ich hatte noch nichtmal diese typischen Wehwehchen die man nach einer normalen WB hat… NICHTS. Das deutet schon auf ein Nerproblem, an irgendeiner fehlerhaften Weiterleitung an das Gehirn. Im Laufe der Zeit wurden die Beschwerden rechts unten besser, seit ein paar Monaten habe ich aber auch immer mal wieder dort Beschwerden und auch rechts oben. Hin und wieder sind die Zähne von einem Moment auf den anderen aufbiss/kälte oder auch Wärmeempfindlich. Das kann ein paar Stunden, ein paar Tage oder auch ein paar Wochen andauern.
    Ich hatte mal ganz plötzlich am Nachmittag starke Schmerzen im Frontzahn, so sehr dass selbst das sprechen und die Berührung weh taten, das war am nächsten Tag wieder weg. Der Zahn ist gesund.
    Ich habe oft Symptome die ich oft für mich behalte, da ich selber weiß wie verrückt es sich anhört.
    Eine Trigeminus Neuropathie ist das meines Wissens nach aber auch nicht. Der sogenannte „anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz“ ist nicht sonderlich gut erforscht, er hat keine Triggerpunkte und lässt uns nachts schlafen. Ich glaube das gesamte Schmerzphänomen lässt sich nicht rational erklären.

    #8878

    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Mrs Rabbit, also auf der einen Seite oben und auf der anderen unten lässt sich zumindest nicht über den Verlauf eines Nervenastes erklären. Ich hab schon von Fällen gehört wo Leute unten Schmerzen hatten weil oben was kaputt war aber diagonal ist merkwürdig. Diagnose hin oder hier, diese Überempfindlichkeitsreaktionen auf Temperaturen oder Druck hängen mit der verdrehten Empfjin Schmerzwahrnehmung des Trigeminus zusammen, vermutlich schaltet der irgendwie auf Schutz, damit der Mundraum in Ruhe gelassen wird.So schnell wie bei Dir wechseln meine Beschwerden nicht. Allerdings kann mal mehrere Tage grosser Druck beim ehemals 2.4 sein und dann wieder ordentlich Schmerz hinter den Frontzähnen. In den ganzen Monaten mit mächtig Schmerz in den Frontzähnen konnte ich fast nicht reden. Zu den Symptomen sag ich anderen nix, das kann eh keiner nachvollziehen, is bei Dir ja ähnlich. Wie auch immer man es nennt, das Feld ist medizinisch noch Grauzone, da man über Nerven und Schmerzverarbeitung zu wenig weiss. Hoffen wir einfach auf bessere Zeiten….
    LG

    #8879

    Lola
    Teilnehmer

    Hallo Zusammen

    um ehrlich zu sein ich habe mir nur den Text von Neuro komplett durchgelesen und die anderen quer gelesen.
    Erst einmal möchte ich euch Mut machen.
    Neuro Du warst mit der Fachklinik in Kiel tatsächlich schon bei einen der Besten!Du bist nicht zufällig aus Hamburg?

    Du hast ja geschrieben das die dort meinten es dauert mindestens Drei Jahre und das es mit der Zeit erträglicher wird.
    Tja was soll ich sagen so ähnlich könnte man es ausdrücken.Ich bin seit 2011 schmerzgeplagt habe aber den „Fehler“ gemacht nicht gleich am Anfang Medis zu nehmen.Naja ob es wirklich ein Fehler war kann man auch nicht genau sagen im Endeffekt glaube ich manifistiert sich der Schmerz wenn er will rasend schnell.
    2014 hab ich mich dann für Medis entschieden weil ich nicht mehr konnte.
    Ich bin gleich bei Ami gelandet und bin da auch hartnäckig geblieben das ich es nicht wechseln will gegen ein anderes Medikament.

    Das lag einfach daran das ich für mich entschieden hatte Nebenwirkungen im Verhältnis zur Linderung ist für mich annehmbar.

    Es hat über 1 Jahr gebraucht bis der Schmerz unter Ami sich auf 50%reduziert hat.Jetzt nehme ich Ami seit ca 4 Jahren ohne Unterbrechung und der Schmerz hat sich auf wenige Tage im Jahr Schmerzen reduziert.Dieser ist dann hinnehmbar.
    Ami nehme ich inmittlerweile nur noch 10 Gramm und habe von 25Gramm runtergeschlichen.Allerdings gab es Jahre da ging es nicht und ich musste wieder erhöhen.

    Das sich der TG ganz erholt hinterfrage ich nicht mehr.Es belastet unnötig.
    Ich frage mich immer nur mit welchen Schmerzen kannst Du Leben und welche gehen nicht mehr ohne neue Medis oder andere Dosen etc.
    Das ist einfacher als sich mit einer „Heilung“ verrückt zu machen.

    Du hast geschrieben das es Dir unter Pregabelin so schlecht ging.Was Du aber nicht geschrieben hast (oder ich habs überlesen) ob es auf den Schmerz eine Wirkung hatte?
    Wenn Du wirklich nicht bei Ami bleiben willst würde ich nochmal genau überlegen ob Du nicht einem Artverwandten zu Pregabelin nochmal eine Chance gibst.
    Lyrica/Gabapetin oder sogar Carbamazipin.

    Oder Du überlegst tatsächlich nochmal eine Kombi aus Ami und Gabapetin.
    Hier dann in niedrigeren Dosen.Rantasten was für einen passt kann man im zweifel auch ohne den Arzt.

    Ich persönlich hab mich auch nicht drangehalten als mir die 25mg aufgeschrieben worden sind die sofort zu nehmen in ganzer Dosis.Nö ich hab die langsam aufdosiert und zwar von homöopatischen Dosen über ca 8 Woochen bis auf 25mg.
    Kann man sagen ist Verschwendung für die ersten Tabletten gewesen da kein Nutzen ich persönlich hab es anders empfunden.

    Letztendlich sitzen wir nicht in der geschlossenen Anstalt und ich kann da noch ein Wörtchen mitreden.
    Ich hatte auch schon so unsensible Neurologen die Dich dann mit dem Medikament wegschicken.
    Auch egal somit hat ich irgendwann eine ganze Sammlung und hab selber rumprobiert.Kontrolliert ja keiner.
    Und als ich dann merkte ah ok das fühlt sich richtig an an dem Medikament halte ich weiter fest bin ich zum Arzt gelatscht und hab gesagt Amitriptylin tut mir gut.
    Sozusagen den Spieß umgedreht.Fukntioniert natürlich nicht bei jedem Arzt aber es geht.

    Schmerztherapeuthen sind manchmal diesbezügl sehr anstrengend.Ich gehe nicht mehr hin.Der Hausarzt reicht aus.
    Auch dafür musste ich erst mal ein Gefühl bekommen was mir nun wirklich genügt.
    Eine Argumentation das Medikament macht 80% meiner Schmerzen weg und mit den restlichen 20% kann ich leben reicht vielen Ärzten.;)

    Aber das sind alles nur Tips

    zu deiner Frage:
    Ich nutze übrigens Lidocainspray auf der Schleimhaut – wobei ich mich frage, ob das auf Dauer so gut ist?
    Das mit dem Capsaicin-Gel auf der Haut habe ich nicht ganz verstanden – kenne ich nur als ABC-Creme, ist das sowas in der Art und wenn ja, wo bekommt man das oder braucht man dafür ein Rezept?

    hier kann ich Dir nur sagen Lidocain gibt es als Schmerzpflaster ich glaube mit 4% Lidocain. Bekommst Du nicht ohne Rezept geht aber über Schmerztherapeuthen.
    Lidocain ist in so hohen Dosen nicht ohne Rezept zugelassen.
    Hr Dr Wagner hat hier auch mal einen Beitrag dazu gehabt das er empfiehlt sich das Zeug knallhart über Ebay zu bestellen über Großbritanien.Da gibt es glaube ich Dosen bis zu 6%…

    Was ich auch eine ganze Weile gemacht habe aber ich nicht weiß ob es bei Dir geht…Die Tabletten die ich nicht mehr gebraucht habe, hab ich mit einem Mörtel zerstoßen und dann das Pulver benutzt.Und zwar hatte ich so eine blöde Aufbissschiene für CMD (blabla) dort habe ich dann Mundgel eingefüllt und das Pulver mit eingerührt.Den Kram hab ich mir dann auf die Zähne geklatscht und Zahnfleisch.Hat funktioniert ist nur eklig

    Ach und falls Du wegen der Dosis rum hantieren willst das Thema hatten wir hier auch mal wegen dem blöden Teilen von Tabletten oder noch schlimmer Kampselformen.
    Hab ich auch schon gemacht und hab einfach den Inhalt der Kapseln aufgeteilt.
    Es gibt so Leerhüllen-Kapseln zu kaufen.Macht etwas arbeit funktioniert aber auch:)

    So viel zu meinen Tipps:)

    #8880

    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo nochmal,

    dass der Idiopathische Gesichtsschmerz die Seiten wechselt oder beidseitig auftritt ist leider nicht unüblich, das kann im Laufe der Jahre einfach passieren. Es ist vorwiegend immer noch der linke Oberkiefer betroffen, aber manchmal eben auch rechts oben und unten. Die einzige Seite die bisher verschont blieb, ist der linke Unterkiefer.
    Sind auch deine Zähne hin und wieder Temperatur-oder aufbissempfindlich? Was mich sehr interessieren würde ist der Grund für die nächtliche Schmerzlinderung, das ist für mich einfach überhaupt nicht nachvollziehbar.

    @lola:

    Vielen Dank für deinen Beitrag und die Tipps. Wie geht es dir mit Ami nach so vielen Jahren? Welche Nebenwirkungen sind bei dir geblieben?
    Sind Zahnarztbehandlungen wieder problemlos möglich?

    Liebe Grüße

    #8881

    Neuro
    Teilnehmer

    Hi Lola,

    erstmal vielen Dank für die Infos von Dir und die Mut machenden Worte!

    Ich war zwar in Kiel (mein Schmerztherapeut hat mich hingeschickt) aber bin leider nicht aus HH, komme aus dem Ruhrgebiet bzw. bin dort beruflich gelandet… kennst Du die Klinik denn auch? Naja mindestens 3 Jahre hatte man nicht gesagt sondern man hatte mir detailliert erklärt wie Nerven degenerieren und auch wieder regenerieren und dass dieser Prozess in meinem Fall voraussichtlich bis zu 3 Jahre dauern kann. Ob danach die Schmerzen weniger werden oder weg sind, weiss halt keiner so genau aber es besteht zumindest berechnete Hoffnung oder wie der Oberarzt meinte: Die Chancen stehen eher gut.

    Du schreibst Du bist seit 2011 von Schmerzen geplagt, darf ich fragen, ob mit vergleichbaren Symptomen und durch Zahnbehandlung ausgelöst? Dass Du lange keine Medi´s genommen hast, zeigt, dass Du Dich vermutlich auch innerlich gegen Psychopharmaka gesträubt hast – ist wohl normal. Was ich im Moment überlege ist, ob ich nicht dem Ami in Kombi mit Gabapentin aber beides in kleiner Dosis ne Chance gebe und dann ggf. später noch das Ami gegen Duloxetin tausche, falls eine ausreichende Schmerzreduktion mittelfristig ausbleibt. Ein paar Wochen werde ich noch versuchen so durchzuhalten, dann schau ich mal. Mein Schmerztherapeut wird mir da keine Steine in den Weg legen – von der Klinik Kiel gibt es eh die Empfehlung bei Bedarf Gabapentin kombiniert zu nehmen. Inwieweit Pregabalin die Schmerzen reduziert hatte, weiß ich gar nicht mehr. Ich war damals so durch den Wind durch das Medikament und die ganzen Schmerzen, dass ich dass einfach nicht mehr rückwirkend einschätzen kann – lag nur noch in der Ecke könnte man sagen und die damalige Neurologin hat mich damit einfach hängen lassen (irgendwie hatte die keine Ahnung, bin da dann nicht mehr hingegangen).

    Für das Capsaicin war ich immer davon ausgegangen es ist eine niedrig dosierte Salbe für den Mundraum, die dann eine brennende Qualität hat um die Nerven zu desensibilisieren – Pflaster usw. kenne ich natürlich aber die normalen Cremes und Pflaster sind ja eher für den Rücken und nicht für die Schleimhaut. Vielleicht hab ich das auch falsch verstanden.

    Ne Schiene hab ich auch – die hat nix gebracht. Da diese aber auf der falschen Seite ist (für unten und ich hab oben Schmerzen) kommt Zerstoßen von Medikamenten usw. + Füllen in die Schiene nicht in Betracht.

    Ehrlich gesagt finde ich es toll, dass sich der Schmerz bei Dir so auf wenige Tage im Jahr reduziert hat! Damit kann man sicher gut leben!
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Neuro

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 23)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.