Implantat trotz Dauerschmerz?

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  • #9475
    Carina
    Teilnehmer

    Hallo,
    auch bei mir ein brennender Schmerz nach langer Odysee:
    12/2017 erstmalig Zahnschmerzen, nicht eindeutig einem Zahn zuzuordnen, Zahnarzt schlägt vor, 20 Jahre alte Krone und Füllung zu erneuern, nachdem die Provisorien drauf waren, war 4 Wochen Ruhe
    01/2018 Privisorien werden gegen 2 neue Kronen ausgetauscht, direkt Schmerzen nachdem die Betäubung aufhörte
    02/2018 erste Wurzelbehandlung bei 2/5. Zwei Tage Ruhe, dann erneut Schmerzen, Zahnarzt hatte 2. Kanal übersehen, erneute WB, immer noch Schmerzen, trotz Schmerzen wurde die Wurzelfüllung gemacht, mit der Aussage: „ICh habe den Zahn fertig behandelt, der KANN jetzt nicht mehr weh tun!“ Tat er aber. Verdacht: Der Nachbarzahn könnte es sein, war aber röntgenologisch unauffällig.Ich konnte den Schmerz auch nicht eindeutig einem Zahn zuordnen.

    03-04/2018 ungezählte Besuche beim Zahnarzt, der sich zum Schluss nur noch herablassend äußerte und ich auf einen erneuten Terminwunsch auf einen Termin in 8 Wochen vertrötstet wurde….es sei ja eh nix. Die Schmerzen waren aber inzwischen so schlimm, dass ich es nicht mehr aushielt und zu einem anderen Zahnarzt ging. Dieser machte dann eine WB bei dem Nachbarzahn (2/4). 1 Tag war Ruhe, dann kam es wieder. Erneute Spülung des Kanals. Ein Tag Ruhe und um so schlimmer kam es wieder. Dieser Zahnarzt war nun im Urlaub – also bei Zahnärztin Nr. 3 aufgeschlagen, Spezialistin für Endodontie: sie behandelte den Zahn 3 x 2 h lang ausführlich, alle 25 Minuten versagte die Betäubung, ich dachte ich gehe an die Decke. Ich hatte noch niemals in meinem Leben Angst vorm Zahnarzt, seit dieser Behandlung habe ich sie. (Die anderen Zahnärzte haben mir immer geglaubt, wenn ich gesagt habe, dass das Gefühl nach 20 Minuten schon wieder kommt-sie nicht)

    Beim dritten Mal hat sie mir trotz Schmerzen die Wurzel gefüllt, da „wir jetzt eh den Termin dafür hätten und sie jetzt sonst Leerlauf habe und es ja eh gemacht werden müsste). In den folgenden drei Nächten habe ich gedacht ich werde verrückt vor Schmerzen. (Auf dem Rötngenbild zeigte sich eine kreisrunde, riesengroße Überstopfung- „Die macht nix“.
    Nach einer Woche waren die Schmerzen immer noch so schlimm, dass ich dort auf eigene Verantwortung den Zahn habe ziehen lassen. Es wurde kein Kontroll Röntgen gemacht. Die Schmerzen wurden nach 3 Wochen etwas besser, dann wechselhaft.

    07/2018 Im Urlaub wurde es so schlimm mit den Schmerzen, dass ich zu einem Zahnarzt im Ausland ging. Der röntgte das ganze und war baff: die kreisrunde Überstopfung steckte noch drin, hatte sich aber scheinbar auf irgendeine Art und Weise durch den Knochen bis unter die Schleimhaut „herausgearbeitet“ und rieb jetzt von innen an der Schleimhaut. Das ganze wurde mit einem Schleimhautschnitt und dem herausholen des überstopften Materials gelöst.
    Danach waren die Schmerzen erst mal ziemlich weg/moderat. So genau kann ich mich gar nicht mehr erinnern.

    IM Oktober 2018, als eigentlich die IMplantation anstand, waren wieder/immer noch Schmerzen da, ich lokalisierte sie bei dem anderen WB Zahn. Meine beiden Zahnärzte die ich zu dieser Zeit zu Rate zog, waren sich nicht einig, ob man bei Schmerzen implantiert. Der eine sagte nein, der andere sagte: WArum denn nicht, die Schmerzen sind ja eh schon da.

    Da ich aufgrund eines Bluttests (nein, ich vertrage natürlich auch keine Titan-Implantate) nun zu einem ganz anderen Zahnarzt (Spezalist für Keramik-Implantate) geschickt wurde, der mir dann dazu riet, den Wurzelbehandelten Zahn ziehen zu lassen, habe ich dies machen lassen.

    02/1019 Ziehen von 2/5, gleichzeitig setzen des Implantates 2/4 ohne Knochenaufbau. Beim Ziehen von 2/5 machte er Röntgenkontrollaufnahmen und auch dort war eine Überstopfung. Diese wurde entfernt und es wurde bis zur Kieferhöhle gefräst, bis auch der letzte Rest raus war. Alle 25 Minuten wie gehabt: Betäubung war weg. Er hat mir zwar geglaubt und jedes Mal nachgespritzt, aber beim Nähen habe ich jeden Stich gespürt und er meinte nur: Naja, wenn er jetzt mit der Betäubungsspritze käme, wären das ja auch Nadelstiche………..

    03/2019 Die Extraktionsalveole von 2/5 wurde nochmals gereinigt, ausgeschabt und mit Knochenspänen aufgefüllt, damit eine gesteuerte Regeneration stattfinden konnte.

    Soweit sogut. Während der Zeit habe ich genommen:
    – Amitryptilin – endete im Krankenhaus: meine Hausärztin hatte leider nicht bedacht, dass man es bei QT-Zeit Verlängerung nicht geben darf, der Kardiologe ist ziemlich sauer gewesen.
    – Pregaballin: nehme ich von 12/2018 bis heute, versuche es aber jetzt auszuschleichen, weil es keine Verbesserung der Kieferschmerzen bringt. (Zunächst hatte es für 8 Wochen meine Migräneanfälle auf 1/4 reduziert, das war wie Urlaub). Außerdem benötige ich in meinem Beruf meine Sprachfähigkeit und Konzentration: beides war extrem in Mitleidenschaft gezogen durch das Pregaballin.
    – Mein Migränemittel Zolmitriptan hilft zuverlässig: gegen meine Migräne und auch gegen diese Brennschmerzen im Kiefer.
    – Was auch manchmal hilft ist Vomex?

    Nächster Plan meiner Hausärztin: Carbamazepin.

    Natürlich war ich in der Zeit auch bei einer Neurologin, MRT zur Absicherung dass kein Blutgefäß auf den Trigeminus drückt. Alles ob. Nehmen sie halt Pregaballin. Ein Implantat hätte auf jeden Fall eine Berechtigung, ich wäre ja noch so jung.

    So: nun zu meiner Frage: Das Implantat 2/4 sitzt ja, soll nun diese Woche freigelegt werden und im gleichen Zug will der Zahnarzt das Implantat bei 2/5 setzen. Ich habe nun nach lesen dieser Seite etwas Angst, überhaupt etwas machen zu lassen. Freilegen lasse ich es aber in jedem Fall, da es ein Zahnfleischbündiges Implantat ist und seine Kante sich mit einer kleinen Entzündung von innen in die Schleimhaut drückt: das tut auch weh, der Zahnarzt sagt: ist halt so, das muss man dann mal das halbe Jahr aushalten.
    Er sagt, wenn wir das 2/5er Implantat nicht bald setzen, muss er dann einen Sinuslift machen, weil der Knochen schrumpft. Ich habe haber Angst, dass es zu noch mehr Schmerzen führt.
    Was tun?

    LG

    #9476
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Carina,

    hört sich so an als hättest Du einiges durch.

    Ganz ehrlich, das ist ein relativ komplexer Fall mit Problemen durch Wurzelfüllmaterial, Entzündungen usw. Eine Diagnose kann Dir per Internet eh keiner geben, man kann sich allenfalls über Behandlungsmöglichkeiten austauschen.

    Ich würde an Deiner Stelle Kontakt mit einer Zahnklinik aufnehmen, um den Fall mal unabhängig beurteilen zu lassen und zu hinterfragen, ob der Einsatz von Implantaten bei Dir aktuell sinnvoll ist – dass der Knochen sich so schnell abbauen soll, glaube ich eher weniger aber ich bin kein Arzt.

    Ich persönlich hab meine Lücke noch und solange ich nicht annähernd schmerzfrei bin, bleibt das auch so – so zu leben ist hart genug. Man hat mir in der Zahnklinik gesagt, sonst weiss man nachher noch weniger woher die Schmerzen kommen – hab ich so akzeptiert – ist bei 2.4 bei mir und so alt bin ich auch noch nicht, hätte schon gern ein komplettes Gebiss aber nundenn.

    Also kurz und gut, frag weitere Fachleute. Mit Implantaten wird auch viel Geld gemacht, manchem isses vielleicht egal, ob es sinnvoll ist oder nicht, will Deinem Arzt da aber nichts unterstellen aber ich würde mich absichern…

    Da ich ein Implantat drin habe, hab ich auch schonmal über Titan-Allergietest nachgedacht (bisher nicht gemacht) aber laut meinem Zahnarzt sind die Analysen dazu ohnehin eher fragwürdig – auf Basis des Ergebnisses auf Verdacht ein Implantat rausnehmen, was keine Anzeichen von Entzündung, Allergie oder sonstwas zeigt und vorher 6 Jahre ohne Probleme war, findet er eher unsinnig und vergrößert am Ende nur die Baustelle.

    LG
    Neuro

    #9477
    Painallday
    Teilnehmer

    Hallo Carina,
    schön dass du hierher gefunden hast. Leider eher weniger schön für dich natürlich. Schlimm was du bereits durch hast.
    Was genau sind diese kreisrunden Übertstopfungen?
    Wie viele Zähne hast du jetzt Wurzel behandeln lassen und wie viele insgesamt sind gezogen worden?
    Im Prinzip weiß man nicht ob am Anfang überhaupt ein zahnärztliches Problem bestand, richtig?

    Man sagt ja, dass die Leute die nichts an zahnärtzlichen Behandlungen machen lassen bei neuropathischen Schmerzen eher die Chance haben, dass es wieder besser wird aber da bin aktuell nicht von überzeugt da ich nichts habe machen lassen aber dennoch seit einem Jahr Schmerzen habe.
    Seit Tagen sind es jetzt extremes brennen und drücken des Zahnfleisches und die Seite im Wangenbereich und Mundbereich ist heiß und rot.
    Also völlig verrückt, dass der Körper so reagiert und eigentlich alle Anzeichen gibt für eine Entzündung. Es dennoch aber keine ist.
    Aber ich bin immer wieder kurz davor etwas machen zu lassen.

    Würde ich mir tatsächlich den Zahn ziehen lassen bzw mehrere käme ein Implantat auf keinen Fall in frage, zu groß die Angst vor Problemen. Und ich bin auch „erst“ 30 und möchte eigentlich nicht ohne Zähne rumlaufen, vor allem, weil es mein Frontzahn ist. Bei einem Backenzahn wäre es mir egal, den hätte ich schon lange ziehen lassen aber ein Frontzahn ist schon was anderes aber auch da habe ich mich schon mit adehesiven Prothesen auseinander gesetzt.

    Wie alt bist du denn wenn ich fragen darf?
    Sind die Schmerzen durchgehend oder helfen dir die Medis?
    Hast du auch einen Bluttest auf Kunststoff machen lassen, falls du Kunststofffüllungen hast?

    LG

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 6 months von Painallday.
    #9479
    Carina
    Teilnehmer

    Vielen Dank für euer Feedback, Neuro und Painallday.

    Ich bin ja vergleichsweise „alt“ zu euch, schon 41 😉
    Habe heute bei meinem Zahnarzt angerufen und die Implantation erst mal abgesagt. Freilegung wollte er dann auch nicht machen, aber da hab ich mich jetzt mal durchgesetzt, wenn es eh schon drin ist, soll es auch was nützen.

    Die Kreisrunde Überstopfung ist zuviel Füllmaterial gewesen, was die Zahnärztin als Wurzelfüllung in die Wurzelkanäle geschoben hat, es ist am Wurzelende ausgetreten und hat sich scheinbar in dem Hohlraum, der von der Entzündung da war gesammelt und sah aus wie ein kleiner Fußball. Also jeder, der das Röntgenbild gesehen hat, hat erst mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. (Mein Problem ist, seither vertraue ich eigentlich sowieso keinem Zahnarzt mehr, nicht mal dem, bei dem ich mir das IMplantat hab setzen lassen, und der soll echt gut sein. Das sollten aber die anderen Gesellen vorher auch alle sein……)

    Die Medis wirken bei mir leider nicht, also tut es vom frühen Vormittag bis zum Bettgehen weh. (Sprechen macht es schlimmer, und ich bin beruflich den ganzen Tag am Quasseln…..)

    Den Test auf Kunststoff habe ich nicht machen lassen, da ich damit eigentlich noch nie Probleme hatte, hm. Wäre auch ne Überlegung. Und: Wenn ich schon ein Titan-Implantat drin hätte, und es keine Probleme machte, dann würde ich das auch nicht in Frage stellen. Da meine Erfahrungen bisher so waren, dass ich sowieso auf jeden Sche….. reagiere, habe ich diesen Test halt vorher machen lassen. Ob wissenschaftlich oder nicht, mein Blut hat drauf reagiert und damit hatte sich der Käse für mich gegessen. Auch wenn mir 2 Kieferchirurgen unabhängig voneinander davon abgeraten haben, Implantate aus Keramik zu nehmen – ich habs jetzt einfach probiert.

    Ich habe die Anmeldung zur Schmerzklinik Kiel schon vor einigen Wochen losgeschickt, habe aber noch keine Rückmeldung bekommen. Ich habe gelesen, dass Du, Neuro, dort auch schon warst. Hat es bei dir was gebracht, bzw. haben die dort Erfahrung mit sowas (eigentlich gehe ich dorthin wegen Migräne)?

    Was nehmt ihr für Medis momentan und helfen die bei euch?
    In welcher Zahnklinik warst du, Neuro? Ich habe immer nur gelesen, dass in Zahnkliniken unbedarfte Jungärzte arbeiten, die dann sowieso noch nie was von solchen Schmerzen gehört haben (auch der eine Kieferchirurg bei dem ich die Überstopfung habe rausholen lassen, der wirklich kompetent rüberkam, hatte von Schmerzen ohne Röntgenbefund keine Ahnung und hat gesagt, IMplantieren wäre schon ok, weil die Schmerzen ja eh schon da wären, da bräuchte man sich ja keine Gedanken zu machen, ob sie vom Implantat kämen….. – zwei andere Zahnärzte haben unabhängig voneinander gesagt, man sollte 3 Monate ohne Medikamente schmerzfrei sein, bevor man ein Implantat setzen lässt.)

    Und so ist man ständig auf sich selbst gestellt mit der Frage: Was tun und was lassen?!

    Painallday: Wenn deine Wange/Mund auch rot ist und heiß, dann sieht man doch eigentlich eine Entzündung? Was sagen die Zahnärzte/Ärzte dazu?

    LG
    Carina

    #9480
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Carina,
    na wenn 41 alt ist bin ich noch etwas älter. In Kiel bist Du mit Migräne genau richtig, hat der Großteil der Patienten dort. Wurzelfüllungsüberstopfung hatte ich auch, hat aber keiner was von hören wollen und ist nach WSR und Zahn ziehen eh nicht mehr da. Die Wirkung der Medikamente ist bei mir leider auch überschaubar und die Schwierigkeiten beim Reden machen das Leben zur Hölle, ist bei mir auch so. Ich bin in der Klinik Witten beim Professor in der Spezialsprechstunde gelandet, darauf musste ich aber lange warten. Gehe da zu Kontrolle hin obwohl die eigentlich auch nichts machen. Denke aber ein alternativer Doc tut es genauso…LG Tobi

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