Myoarthropathie nicht heilbar?!

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  • #3524
    Julia
    Teilnehmer

    Ich leide seit fast zwei Jahren unter wahnsinnigen Schmerzen (Stärke 6-8) im Bereich der Kaumuskulatur. Dabei handelt es sich um einen permanent vorhandenen Ruheschmerz direkt in den Kiefergelenken, der während des Kauvorgangs völlig verschwindet (!) und sich im Laufe des Tages steigert. Ich kann nicht sagen, ob es sich um einen myofaszialen (ptyergoideus lateralis??), arthrotischen und/oder neuropathischen Schmerz (Neuropathie 2. Ast Trigeminus??) handelt.

    Fakt ist, dass Schmerzmittel jeglicher Art, darunter Novalgin, Tramadol, Celebrex, Carabamazepin, Amitriptilyn 75mg und Imipramin 100mg bislang keinerlei Wirkung zeigten. Gleiches gilt für Funktionanalyse mit Schienentherapie und Botulinumtoxin (Xeomin 50MU). Mein Gelenk weist mittlerweile erschrenckenderweise bereits erste arthrotische Veränderungen mit Osteophytenbildung auf (bin mitte 20), welche ich im Dezember letzten Jahres noch nicht einmal ansatzweise hatte.

    Bedingt durch die Tatsache, dass ich wegen der Schmerzen kaum mehr lebensfähig bin, habe ich bereits drei Schmerztherapien und zwei Funktionanalysen von „Spezialisten“ hinter mir, die leider völlig erfolglos blieben. Von Physiotherapie merkte ich bislang auch keine Besserung, weshalb ich die Therapie abbrach. Auch bestellte ich mir ein Ultraschallgerät, um die Kaumuskulatur allabendlich zu massieren. Auch dies völlig ohne Erfolg!

    Vor Konsultation des hiesigen Spezialisten, bescherte mir zudem eine unpassende Kassenschiene einen leicht frontal offenen Biss. Wobei die Schmerzproblematik bereits bestand, bevor dieser entstand (damals Angle 1 Verzahnung). Was mich auch daran zweifeln lässt, dass der Biss in meinem Fall überhaupt in irgendeiner Form kausal ist, oder ob das Ganze nicht einfach durch ein übermäßiges nächtlichen Pressen hervorgerufen wird.

    Um dies zu testen bestellte ich mir letzte Woche ein Bruxismusgerät (Biofeedback der Firma myostaeb), welches mich nachts durch einen Ton wecken soll, sobald ich die Zähne länger als 4 Sekunden zusammenbeiße. Bislang vernahm ich allerdings noch nichts Erwähnenswertes. :dry:

    Falls Sie Rat wissen, oder Ihnen eine adäquate Medikamentenkombi einfällt, wäre ich schon sehr froh. Seit gestern versuche ich mein Glück übrigens mit Lyrica.

    Danke und liebe Grüße
    eine schmerzgeplagte Zeitgenossin

    #3560
    Julia
    Teilnehmer

    der aktuelle Stand der Dinge: Schmerzen unverändert, Lyrica zeigt immernoch keine Wirkung, bin mittlerweile bei 25-25-50mg, Akupunktur ebensowenig, EMG-Gerät unauffällig. Aktuell wurde mir vom Orthopäden wiedereinmal Physiotherapie „aufgeschwatzt“, was in meinen Augen aber völliger Schwachsinn ist. Ich fühle mich, abgesehen vom Gesichts- bzw. Kieferbereich, körperlich topfit, ernähre mich gesund wie nie und gehe 3-4x pro Woche ins Fitnessstudio.

    Anyway, suche immernoch händeringend ein niedrigdosiertes Opiat od. andere wirksame Medikamente zur Schmerzausschaltung, um die Lebensqualität zurückzuerhalten.

    Meine Schmerzen lassen sich halt nicht mit einer Fangopackung und 20minütiger Massetermassage in den Griff bekommen.

    #3561
    recep1982
    Teilnehmer

    Halli Julia,

    wenn Lyrica nicht wirkt dann könntest du mal Gabapetin ausprobieren oder Lyrica aufdosieren! Ansonsten als Opiat,Palexia dem Arzt mal vorschlagen! Oder andere Medikamente gegen verspannte Muskulatur..z.b Katalong,Baclofen..vlt hilft das ja.oder mehrere Medikamente kombinieren. Wenn du bei einem schmerztherapeuten bist frag ihn mal nach Versatis Pflaster..die müssen 12 Std angebracht werden, ein Versuch ist es Wert

    reco

    #3565
    Mirjam
    Teilnehmer

    Hallo Julia.
    Mirtazapin hat mir geholfen.
    Sehr niedrig dosiert einschleichen.
    Hab es abends genommen,macht müde,
    Vielleicht hast du ja den Nerv,es auszuprobieren?
    Es nervt extrem,wenn man viel versucht,und nichts zeigt Wirkung…
    Viel Glück!

    #3568
    Joachim Wagner
    Teilnehmer

    Hallo Julia,

    ich schließe mich den Hinweisen von recep und miri an. Von Palexia kenne ich bisher nur einen Fall, die Patientin ist aber sehr zufrieden. Auch ich halte bei Ihnen den Einsatz von „harten“ Opiaten wie Oxycodon oder auch Fentanyl beispielsweise als Pflaster für gerechtfertigt.

    Über die angebliche Arthrose im Kiefergelenk würde ich mir gar keine Sorgen machen. Sie haben ein neurologisches Problem, kein orthopädisches.

    Viele Grüße

    #3581
    Julia
    Teilnehmer

    Vielen Dank für die Antworten.

    Werde dem Neurologen nächsten Mittwoch o.g. Medikamente vorschlagen. Palexia habe ich zu Beginn mal getestet und leider nicht vertragen.

    Die von Ihnen genannten starken Opiate schrecken mich ehrlich gesagt ab. Ich bin 27 Jahre alt und körperlich völlig gesund. Ich weiß sicher, dass mein Schmerz vom Kiefergelenk herrührt, ob ich nach derart kurzer Zeit tatsächlich eine Arthrose habe, sei mal dahingestellt. Mein Kiefer knackt seit drei Monaten, auch vernehme ich permanent Reibegeräusche und bei längerem Aufhalten des Mundes kugelt er sich rechts aus (Subluxation des Condylus), als ich noch keine Schmerzen hatte, hatte ich auch genannte Probleme nicht!

    Medikamentöse Behandlung ist bei mir also wahrscheinlich sowieso nur Symptombekämpfung, die Ursache bekommt wohl keiner mehr in den Griff.

    Aktuell ist die Lage mal wieder unverändert. Bin mittlerweile bei 75-0-75mg Lyrica.

    #3640
    Julia
    Teilnehmer

    Leider sind die Schmerzen nach wie vor stark. Ich werde es wieder mit einer Aufbissschiene für 3000-4000€ versuchen müssen. Ich bin 27 Jahre alt und studierunfähig und es hilft einem niemand. Sehr traurig.

    #3642
    recep1982
    Teilnehmer

    Ich würde es mir gut überlegen.. stand auch kurz davor..eine Schiene anfertigen zu lassen ein Zahnarzt wollte ca.2500€,aber habe im letzten Augenblick einen Kieferorthopäden aufgesucht der davon dringend abgeraten hat! Wenn du im Netz recherchierst wirst du sehen..es sieht nicht gut aus..später hast du ein Fehlbiss und es muss korrigiert werden Finger weg würde ich sagen

    Mein linkes Kiefergelenk knackst auch dauernd! Hast du schon mal ein MRT vom Kiefergelenk machen lassen? Ansonsten Lyrica hochdosieren bis es nicht mehr geht

    #3681
    Julia
    Teilnehmer

    und, war es die richtige Entscheidung? Wie gesagt, ich habe bereits mehrere Schienen, zwei von Spezialisten, die auch mehrere tausend €€ kosteten und absolut nichts bewirkten. Ebenso wie Physiotherapie. In meinen Augen sowieso völliger Humbug. Für diese neue Schiene würde halt mittels eines angeblich neuen Gerätes die genaue Stellung der Kieferköpfchen ermittelt u. umgesetzt. Wie gesagt, ich merke, dass etwas mit meinem Kiefergelenk nicht stimmt. Es brennt 24Std/7Tage die Woche unwahrscheinlich stark!!! So stark, dass man sich nur noch den schnellen Tod herbeiwünscht. Außerdem kann ich den Mund kaum aufhalten, auch kugelt sich der Kiefer dann gefühltermaßen aus und knackt.

    Lyrica bringen mir nach wie vor überhaupt nichts. Ich bin aktuell bei 3x75mg. Könnte auch auf 600mg erhöhen, meinen Schmerz hätte ich dann sicher immernoch. Medikamente bringen mir anscheinend nichts, da der Schmerz zu stark ist. Gerne würde ich nun ENDLICH mal auf ein Opiat wechseln, nur leider praktiziert mein Neurologe neuerdings nicht mehr u. als Kassenpatientin habe ich überall Wartezeiten von 3-6 Monaten. Das muss man sich mal vorstellen. In meinem Alter sollte ich alleinig schon wegen meines Werdeganges, der nun völlig den Bach herunter geht, eigentlich äußerste Priorität haben.

    #3748
    Julia
    Teilnehmer

    leider habe ich diese Schmerzen immernoch. Mal mehr, mal weniger stark. Ich arbeite mittlerweile Vollzeit und verlasse Dtld. gegen Ende des Jahres gen Australien, da mir Wärme sehr gut tut.

    #3749
    Julia
    Teilnehmer

    Lyrica habe ich übrigens abgesetzt. Danach sollte ich Cymbalta testen. Aber ganz ehrlich: Ärzte werde ich wg. der Problematik nicht mehr konsultieren und Tabletten bringen ohnehin nichts. Ich habe meinem Körper dadurch genug geschadet, ohne dass sich irgendeine Besserung einstellte.

    #3769
    Meier
    Teilnehmer

    Hallo julia,
    verlange ein MRT deiner Kiefergelenke um Verschleiß auszuschließen.
    Bei deinem Krankheitsbild ist es medizinisch indiziert, bestehe darauf.
    Alles Gute,
    peter

    #3807
    Julia
    Teilnehmer

    Hallo Peter,
    MRT wurde schon Ende letzten Jahres gemacht. Daraufhin gab es eine Aufbissschiene. Verschleiß bzw Arthrose wurde von diesem Arzt auch diagnostiziert mit leichter Diskusverlagerung und leichter Entzündung, um es mal in der Laiensprache auszudrücken. Nachdem auch die Schiene dieses Arztes sich als Humbug erwies zeigte ich das MRT noch einem Orthopäden, der keine Arthrose sah, mir aber auch nicht weiter helfen konnte. Zwei Zahnärzte wollten mir danach nach Begutachtung nochmal jeweils eine Schiene aufschwatzen, aber nachdem mir bereits die vorangegangen nichts brachten, glaube ich nicht mehr an diesen Firlefanz. Schnelle Abzocke. Genau wie Botox. Wie gesagt, mein Neurologe, der leider nicht mehr praktiziert, meinte ich solle gleich auswandern, da man diese Schmerzen sowieso nicht mehr wegbekommt, also gehe ich Ende des Jahres erstmal für ein Jahr nach Australien, denn Suizid kommt für mich nicht in Frage u geholfen wird mir hier ja sowieso nirgends.

    #3813
    Meier
    Teilnehmer

    Hallo julia,

    hast Du dich mal orthopädisch untersuchen lassen z.B. Beinlängen, vielleicht hast Du einen Beckenschiefstand.
    Der könnte sich auch auf das Kiefergelenk übertragen und Schmerzen auslösen.
    Eine Alternative wäre für dich vielleicht eine physiologische Behandlung mit dem Relaktor, einfach mal googeln.
    Ich selber kenne denn nicht aber der Ansatz hört sich gut an.
    Weißt Du, ob Du Arthrose in den Gelenken bereits hast?, kann ich mir zwar nur schwer vorstellen aber könnte ja sein.
    Ich habe bereits Arthrose in mehreren Gelenken und auch nach abgebrochener KFO-Bhdlg. Zahnschmerzen und Kiefergelenkprobleme.
    Ich wünsche Dir alles Gute und gib nicht auf.
    Grüße aus Düsseldorf,
    Peter

    #3818
    Julia
    Teilnehmer

    Beinlängendifferenz hat so gut wie jeder zweite Mensch. Ich treibe täglich 1-3Std. Sport um den Mist wegzubekommen, wie gesagt, Orthopäde konnte nicht helfen, nur ein bisschen Physio verordnen, was mir persönlich nichts bringt.Vielleicht konsultiere ich diese Woche mal einen Chiropraktiker, aber vermutlich bringt das auch nichts. Da ich unterbewusst einfach nicht dran glaube, kann man also sogar Placebo vergessen.

    Meine Kaumuskulatur ist zu verspannt, was den Trigeminus dauerhaft reizt. Behandlungen mit neuerfundenen Geräten, die kostspielig sind und einen ungewissen Ausgang haben, lehne ich ab. Momentan trage ich keine Schiene. Wozu auch. Erste arthrotische Veränderung habe ich wohl schon, aber wie gesagt, wenn ich Arthrose hätte, müsste mein Kiefer bei Bewegung schmerzen, komischerweise hab ich aber gerade beim Kaugummikauen – zumindest im Moment des Kauens – meine Ruhe, auch wenn die Muskulatur im Anschluss noch verspannter ist als vorher. :angry:

    Anyway, danke Dir für Deine Bemühungen.

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