Schmerzen nach Kunststoffaufbau

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  • #4007
    Julia Flegar
    Teilnehmer

    Sehr geehrter Herr Wagner,
    Ich bin nach der Suche auf Antworten im Internet auf Ihre Seite gestoßen und hoffe Sie können mit helfen. Ende letzten Jahres hat mein linker Schneidezahn zu schmerzen begonnen, zunächst nur leicht, dann relativ schnell auf mittelstark ansteigend. Davor hatte ich nie Schmerzen an dem Zahn, allerdings hat sich vor nun etwa 14 Jahren an beiden Frontzähnen zeitgleich zur mittleren Zahnlücke hin eine wurmartige Verfärbung ergeben. Der Zahnarzt schmierte damals einen Kunststoff vorne drauf, der insgesammt einmal wegen Verfärbungen erneuert wurde, sonst gab es bis vor fünf Monaten keine Probleme.
    Mein jetziger Zahnarzt diagnostizierte einen Säureschaden an beiden Zähnen der schon relativ fortgeschritten sei. Er meinte die Zähne wären auf der Hinterseite zu dünn und daher empfindlich. Ich war in den letzen Jahren schon bei mehreren Zahnärzten und habe immer alle Zähne nach Karies absuchen lassen, und bisher war nie ein Behandlungsbedarf an den Frontzähnen festgestellt worden. Zuerst wurde eine Art Lack/Versiegelung auf die Schneidezahnkante aufgebracht um zu sehen ob das helfe, tat es aber nicht, auch nicht nach Wiederholung.
    Es wurde dann ein Kunststoffaufbau an dem Zahn gemacht, mit dem ich zunächst auch sehr zufrieden war. Die letzten vier Monate hatte ich keine Beschwerden mehr, aber dann fing es ganz plötzlich wieder an. Auch diesmal zunächst nur eine leichte Empfindlichkeit, dann schnell schlimmer werdend. Der Zahnarzt empfahl eine Zahnpasta für sensible Zähne zu verwenden und abzuwarten. Nach einer Woche etwa gingen die Schmerzen auch zurück, dafür fing nun der andere Zahn an zu schmerzen, der bis dahin komplett unauffällig war. Schmerztabletten (Ibuprofen) half nicht.
    ­Auf meine Frage ob ich beide Zähne überkronen lassen sollte, meinte der Zahnarzt das wäre noch nicht nötig. Letztendlich entschied ich mich auch den anderen Zahn mit Kunststoff aufbauen zu lassen, da der bereits aufgebaute Zahn sich wieder beruhigt zu haben schien. Beide Zähne sind nun also komplett mit Kunststoff überdeckt.
    Das war vor fünf Tagen und seitdem habe ich an beiden Zähnen mal mehr mal weniger starke Schmerzen. Am Tag der Behandlung waren beide Zähne übrigens relativ unauffällig was Schmerzen angeht. Zunächst hatte ich gehofft die Zähne wären nur durch die Behandlung (zunächst Abschliff des schon vorhandenen Kunststoffs inklusive Betäubung) gereizt, aber die Schmerzen gehen nicht mehr weg. Sie sind zwar auszuhalten, aber zermürbend, da sie immer vorhanden sind. Wenn ich morgens aufwache nehme ich sofort die Schmerzen war. Der Schmerz ist definitiv brennend, nicht drückend, und ich kann jeden Luftstrom an den Zähnen fühlen. Jetzt frage ich mich ob der Kunststoff für dieses Brennen verantwortlich sein kann, und wenn ja, welche Möglichkeiten es gibt das Problem zu beheben, wenn die Schmerzen nicht verschwinden. Leben kann ich mit den Schmerzen auf jeden Fall nicht.
    Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

    #4009
    Joachim Wagner
    Teilnehmer

    Es deutet einiges auf einen überempfindlichen Trigeminus hin. Wie Sie vielleicht hier im Blog bereits gelesen haben, sind die flachen Füllungen aus Kunststoff weitaus problematischer als die tiefen. Da wo vorher praktisch keine Karies war, da ist der Zahn bei Kunststoff auf das nackte Dentin besonders empfindlich.

    Ich würde als Behandler zunächst versuchen, die nächsten 6 Wochen mit Trigeminus beruhigenden Medikamenten zu überbrücken. Und zwar deshalb, weil auch das Runterschleifen der Kunststoffschicht nicht zuverlässig das Brennen beseitigt.

    Hierfür eignet sich zunächst Gabapentin. Das ist ohne Probleme hoch dosierbar und macht die kleinsten Nebenwirkungen. Nicht geeignet sind „normale“ Schmerzmittel.

    Viele Grüße

    #4726
    Jina
    Teilnehmer

    Kompositfüllungen eignen sich für kleine bis mittelgroße Kariesdefekte im Front- und Seitenzahnbereich. Neben ihrer Verwendung als zuverlässiges, zahnfarbenes Füllungsmaterial sind Komposite vielfältig einsetzbar, beispielsweise als:

    a. Restaurationsmaterial, um Zahnhartsubstanz zu ersetzen
    b. unfallbedingt (z. B. Abplatzungen des Zahnschmelzes)
    c. durch mechanische Abnutzungen (Abrasionen)
    d. aufgrund säurebedingter Schäden verlorengegangen ist.

    Hochwertige Komposite halten durch ihre Zusammensetzung und die Beschaffenheit der Partikel den einwirkenden Druck- und Zugkräften einer hohen mechanischen Belastung stand. Und sie sind äußerst abriebfest. Je nach Größe kann daher auch eine sorgfältig vearbeitete Komposit-Füllung sehr lange halten. Im Schnitt geht man von mindestens 7 Jahren aus. Die Voraussetzung für die maximale Haltbarkeit der Füllung ist die regelmäßige und korrekte Reinigung der Zähne zuhause und auch professionell durch das zahnärztliche Team.

    LG,
    athenadental

    Willkommen Sie: http://www.athenadental.de

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