Verspannungen verantwortlich?

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  • #9712
    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben!

    Nach einigen Monaten wollte ich mich mal wieder melden und euch erzählen, wie es mir geht. Meine schlechte Phase ist wieder vorbei und es geht mir im Moment ganz gut. Akupunktur hatte mir nicht geholfen und ich begann Ende Oktober bei meiner Schwärgerin eine Physiotherapie. Seither versuche ich auch mit Yoga (bin sonst absolut nicht für Yoga, Meditationen etc. zu haben) meinen Nacken und Rücken zu entspannen und ich wage zu behaupten, dass es mir hilft.
    Witzigerweise bin ich vor ein paar Tagen auf ein Youtube Video gestossen, in welchem eine Betroffene von ihrem Gesichtsschmerz berichtet und lediglich mithilfe von Youtubevideos (Liebscher & Bracht) schmerzfrei wurde.
    Diese stehen kostenfrei zur Verfügung und zeigen einfach nur Übungen für alle Körperregionen (also keine Geldmacherei oder so).
    Ich hab zudem auch gelesen, dass jegliche Reizung des N. Trigeminus durch Verspannungen der Faszien und Muskeln zu einer Irritation mit verschiedensten Symptomen führen kann. Sowohl das Kiefergelenk als auch alle Halsmuskeln haben darauf Einfluss. Da Verspannungen durch Muskelketten Dysfunktionen und Faszienketten Dysfunktionen hervorgerufen werden können, kann die Ursache für die Beschwerden auch fern ab vom eigentlichen Beschwerdeort liegen.

    Nach einem Friseurbesuch letzten Sommer hatte ich derartige Schwindelanfälle, dass ich 2 Tage lang unfähig war mit dem Auto zu fahren. Einige Zeit später kam erneut meine schlimme Schmerzphase… vielleicht hängt das sehr wohl zusammen, irgendwas mit Hals/HWS, dass durch verspannte Muskeln auf den Trigeminus drückt oder so.
    Würde vielleicht auch erklären, warum viele Menschen, die Ausdauersport treiben Linderung finden.

    Ich werde mich jetzt jedenfalls darauf konzetrieren und schauen wie es weitergeht 🙂

    Ich hoffe es geht euch den Uständen entsprechend gut.

    Liebe Grüße

    #9713
    anira
    Teilnehmer

    Hallo Mrs. Rabbit,
    schön mal wieder von dir zu lesen und noch schöner, dass es dir besser geht. Bei mir war 2020 insgesamt ein ziemlich gutes Jahr (was die Schmerzen angeht). Manche meiner Problemzähne taten fast gar nicht mehr weh und ich hatte manchmal wochenlang keine Schmerzen, dann mal wieder kurz, dann wieder nix.
    Und kaum ist 2021, sind sie wieder da. Mal 1.1 und 2.1, mal 1.5-1.8. Der Schmerz sitzt immer nur in diesen genannten Zähnen, niemals in anderen und auch nie sonstwo im Gesicht. Es ist immer ein drückender, manchmal bohrender Schmerz. Brennen hatte ich noch nie. Irgenwo im Bereich 1.5/1.6 hab ich an einem bestimmten Punkt einen starken Aufbissschmerz (wenn ich z.b. auf einen Kürbiskern oder so beiße), kann die Stelle aber einfach nicht genau lokalisieren.

    Deine Theorie mit der verspannten Muskeln könnte auf mich gut zutreffen. Ich hab ständig eine verspannte Nackenmuskulatur, mehrere Bandscheibenvorwölbungen an der HWS, bin insgesamt total schief (verdrehtes Becken, totale Plattfüße). Meine HWS hat auch nicht die typische federnde S-Form, sondern ist gerade wie ein Besenstiel. Meine persönliche Vermutung ist dass mein Biss daher im Liegen auch komplett anders ist als im Sitzen oder im Stehen. Die HWS kann hier die veränderte Haltung iwie nicht kompensieren. Dadurch hab ich immer das Problem dass mein Biss auf dem Zahnarztstuhl ganz gut ist, ich auf dem Heimweg aber schon denke „Da passt ja überhaupt nix zusammen, an 1.5-1.8 (also genau die Zähne die weh tun) hab ich extrem starke Fehlkontakte.
    Allerdings beschreibt deine Theorie eigentlich eine CMD. Und da wären wir wieder bei dem Thema, dass Herr Wagner das als reine Geldmacherei sieht. Ich selbst weiß nicht wie ichs einschätzen soll. Ich weiß nur, dass mein Biss in dem Bereich der weh tut überaupt nicht mehr stimmt. Es wurden 1.5-1.7 großflächig gefüllt und ich denke dass die Füllung nicht gepasst hat. Zuerst wurde der 1.6. gemacht, dann der 1.7 und dann der 1.5. Und jedes Mal wurde sich am Nachbarzahn orientiert, obwohl die Füllungsform nicht gepasst hat. Dann wurde nochmal richtig viel rumgeschliffen und jetzt hab ich das Gefühl nur noch auf Spitzen zu beißen, trau mich aber auch nicht da nochmal jemanden ran zu lassen.
    Ich war allerdings auch bei Herrn Wagner in Behandlung und er hat bestätigt, dass ich starke Fehlkontakte habe, hat mir aber empfohlen erstmal noch länger auf meine Aufbissschiene zu verzichten (ich hatte das Gefühl dass diese meinen Biss verändert hat) um zu schauen, ob es sich nicht wieder von selbst reguliert. Es wurde etwas besser, aber eben noch weit entfernt von gut.

    Ich verfolge gerade noch eine andere Theorie: Mir ist auf gefallen, dass ich in meiner Pillenpause (Kombipille) immer extreme Weißheißtszahnschmerzen (1.8) hab, die mit einseitigen Kopfschmerzen einhergehen. Ich nehme seit fast 20 Jahren die Pille (hab alle 2-3 Jahre wegen diverser Nebenwirkungen gewechselt). Hab dann mal geschaut, wann ich zu der Pille, die ich aktuell nehme (Evaluna 30) gewechselt bin und siehe da: Ca. 2-4 Wochen bevor mir der 1.6 abgebrochen ist und meine Schmerzen angefangen haben. Keine Ahnung, ob es da einen Zusammenhang gibt, aber die Pille hängt ja definitiv mit Migräne zusammen und Migräne hängt definitiv mit dem Trigeminus zusammen.

    Könnte noch so viel mehr schreiben, aber ich belasse es heute erstmal dabei 🙂
    Würde mich interessieren, ob du oder auch jemand anders auch so einen Zusammenhang zwischen den Schmerzen und der Pille festgestellt hat. Und kannst du mal beschreiben, wie sich deine Schmerzen anfühlen und in welchen Bereichen sie auftreten?

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

    #9714
    anira
    Teilnehmer

    Nachtrag bzgl Pille: Ich bespreche nächte Woche mit meiner Frauenärztin ob ich vielleicht zu einer östrogenfreien Pille wechseln sollte oder es erstmal mit einer anderen Kombipille versuche (hat davor ja auch jahrelang funktioniert).

    Und mir noch aufgefallen, dass der Schmerz oft im Zahnzwischenraum sitzt und der Bereich dann direkt blutet wenn ich vorsichtig mit Zahnseide dazwischen gehe. Hatte letztes Jahr auf der anderen Seite eine Zahnfleischentzündung und die Schmerzen haben sich identlisch angefühlt wie meine vermeintlichen Trigeminusschmerzen (Dauerschmerz). Frage mich immer wieder ob nicht vielleicht einfach nur das Zahnfleisch gereizt/entzündet ist und das wiederum den Trigeminus reizt….

    #9715
    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo Anira,

    freut mich, dass Du antwortest 🙂 Dieses Forum ist in letzter Zeit etwas eingeschlafen, das finde ich sehr schade.
    Du wirst es nicht glauben, aber ich habe vor 2 Wochen meine Pille (nach über 10 Jahren) abgesetzt. Ich hatte als Jugendliche und junge Erwachsene NIE gesundheitliche Probleme, keine Kopfschmerzen, keine Bauchschmerzen, keine Zahnschmerzen, ja wirklich gar nichts. Mit 20 begann ich ebenfalls eine Kombipille zu nehmen und in den Jahren darauf ging es mir immer schlechter. Ich hatte/habe mit Kopfschmerzen inkl. Migräneattacken zu kämpfen (in den letzten Monaten ganz besonders), ich hatte 2x einen Hörsturz und seither einen Tinnitus, 2x eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und für nichts davon gab es eine „organische Ursache“. Zudem habe ich bereits seit Jahren mit Angststörungen und depressiven Verstimmungen zutun (die ich davor auch NIE hatte).
    Vor 5 Jahren gesellte sich außerdem eine latente Schilddrüsenunterfunktion hinzu. Zuerst hatte ich mich gegen eine medikamentöse Behandlung entschieden, da die latente Unterfunktion grundsätzlich keine Beschwerden verursachen sollte und lediglich der TSH Wert erhöht ist. Da dieser aber im Laufe der Zeit immer höher wurde und ich doch die Hoffnung hatte, dass eventuell zumindest meine Kopfschmerzen damit zusammenhängen, entschied ich mich für eine medikamentöse Behandlung der Schilddrüse. Vor einigen Wochen bin ich dann zufällig über Erfahrungsberichte und Studien etc. über die Antibabypille gestossen und war schockiert. Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen der Pille und einer Schilddrüsenunterfunktion (die Pille treibt den TSH-Wert in die Höhe), eine bestimmte Pille hat den Hörsturz als eine mögliche Nebenwirkung angeführt und Migräne sowie Depressionen sind offenbar ohnehin ein bekanntes Phänomen. Schade nur, dass es 10 Jahre gedauert hat, bis mir eigentlich klar wurde, was ich da nehme.
    Ich habe nun alles abgesetzt und gebe meinem Körper die Zeit wieder zu sich zu finden (so komisch das klingen mag). Bin gespannt ob sich irgendwas ändert. So, nun kennst Du auch meine anderen Beschwerden 😛
    Hattest Du schon immer Probleme mit deiner HWS?
    Viele Punkte der „CMD“-Geschichte klingen ja auch plausibel, kein einziger Arzt berücksichtigt aber den Trigeminus. Zudem glaube ich nicht, dass ein falscher Biss solche Beschwerden verursacht und ich glaube erst recht nicht, dass eine Zahnschiene die Beschwerden lindert. Viele Menschen haben schlecht gemachte Kronen oder Lücken und leiden auch nicht unter derartigen Schmerzen.

    Bei mir fingen die Beschwerden übrigens Anfang Januar 2016 an. Ich war zu der Zeit sehr erkältet und mir brach ein Stück Füllung (7er im rechten Unterkiefer) ab. Diese wurde innerhalb von wenigen Minuten bei einem Zahnarzt repariert. Ich wurde damals weder betäubt noch wurde viel gebohrt (es war lediglich ein kleiner Defekt) – kann mich daher mittlerweile nicht vorstellen, dass dies der Auslöser sein soll. Wenige Tage später bekam ich einschießende Schmerzen im rechten Unterkiefer (schmerzhaft – aber nicht mit der Intensität einer Neuralgie vergleichbar). Ich ging also wieder zum Zahnarzt, da ich annahm, dass der Zahn nun doch herum zickt. Der Zahnarzt tippte jedoch auf den Zahn daneben (6er im rechten Unterkiefer), da dieser bereits eine größere Füllung hatte. Beide Zähne waren weder aufbissempfindlich noch zeigten sie typische Zahnschmerz-Symptome.
    Dennoch wurde der 6er aufgebohrt und mit einer neuen Füllung versehen. Der Spuk begann. Ich hatte fiese Schmerzen, die ich selbst mit Schmerzmitteln nicht wirklich beruhigen konnte. Es folgte eine WB, zudem entdeckte der Zahnarzt Karies an meinem 7er im linken Oberkiefer. Plötzlich hatte ich rechts unten und links oben Schmerzen, die einfach nicht aufhören wollten. Mein Zahnarzt nahm mich nicht ernst und empfand mich eher als wehleidig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch plötzlich das Gefühlt, dass mein Biss nicht stimmt. Ich wusste oft gar nicht, wie ich meine Zähne aufeinander legen soll, alles erschien falsch. Ich suchte mir einen anderen Zahnarzt und bin zum Glück auf einen gestossen, der mit mehreren Experten (Endodontologe, Kieferchirurg etc.) zusammenarbeitet. Dieser schlug einen Behandlungsplan vor, meinte aber gleich, dass es auch nicht die Zähne sein könnten. So wurden „mögliche“ Zahnursachen aus dem Weg geräumt (Weisheitszähne raus/Wurzelbehandlung revidiert da nicht bis zur Wurzelspitze gefüllt, undichte Füllungen getauscht). Min Biss wurde immer wieder überprüft, ich hatte Kontakte wie im Lehrbuch und dennoch fühlte sich alles falsch an.
    Der Zahnarzt wollte keine weiteren Behandlungen vornehmen, da die Schmerzen nicht von den Zähnen kamen, sagte er. Ich bin soooo froh, dass er mich gefühlt 100 mal nach Hause geschickt hat, ohne meine Zähne aufzubohren. Er empfahl mir, nicht permanent an den Schmerz zu denken, nicht gegen die Zähne zu klopfen oder Eiswürfel daran zu halten, mich einfach nicht darauf zu fixieren und ich hielt mich daran. Irgendwann wurde der Schmerz im rechten Unterkiefer besser und auch mein Biss passte plötzlich. Ich weiß nicht was geschenen ist, aber heute kann ich mich nichtmal daran erinnern, was mich an dem Zahnkontakt so getört hat. Absolut verrückt. Nun ist es so, dass die Schmerzen im linken Oberkiefer noch immer mein ständiger Begleiter sind. Es gibt gute (Schmerzskala: 3-4) und schlechte (Schmerzskala 7-8) Tage. Es ist vorwiegend ein drückender und bohrender Charakter, hin und wieder auch ein Stechen. Hin und wieder tut es im linken Unterkiefer oder rechten Oberkiefer weh, es scheint als würde der Schmerz „springen“. Das Hauptgebiet ist aber der linke Oberkiefer. Auch bei mir ist das Zahnfleisch zwischen Zahn 6-7 sehr empfindlich. Die Aufbissempfindlichkeit oder generell dubiose Beschwerden an den Zähnen kenn ich sehr gut. Meine Zähne können von einem Moment auf den anderen auf einmal aufbissempfindlich oder kälteempfindlich sein, einfach so. Ich versuche das einfach zu ignorieren.
    Entzündetes Zahnfleisch hatte ich auch mal im Verdacht, hielt es aber in meinem Fall eher für unwahrscheinlich. Gerade nach einer Mundhygiene, nach der sich das Zahnfleisch eigentlich bessert, wurde mein Schmerz deutlich schlimmer. Das hielt dann oft über Wochen an kehrte dann zur üblichen Schmerzskala zurück. Nichts, dass bei Entzündungen helfen soll (Mundspülung, Munddusche etc.) konnte den Schmerz beeinflussen.
    Nimmst Du eigentlich Medikamente?

    Sorry für den ewig langen Text 😛

    Liebe Grüße

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