Zahnschmerzen / Nervenschmerzen seit fast 2 Jahren

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  • #9261
    Wasenmeister
    Teilnehmer

    Guten Abend,

    vor fast 2 Jahren habe ich bei einem Abendessen auf etwas hartes gebissen. Schmerzen bekam ich 2 Tage später auf der Autobahn Richtung Kroatien (Urlaub). Mir tat der Zahn weh, auf welchen ich 2 Tage zuvor zu hart gebissen habe…Backenzahn links oben. Um es kurz zu machen…es folgten diverse Besuche beim Zahnarzt – Füllung auf, Füllung zu…Wurzelkanalbehandlung, Wurzelspitzenresektion, Zahnextraktion. Die Schmerzen wurden immer heftiger und ohne Pause. Wie auch hier im Forum besprochen – Nachts konnte ich schlafen ohne durch die Schmerzen wach zu werden.
    Kaum war der betroffene Zahn draußen, fing der Nachbarzahn an zu schmerzen und zu brennen. Es ging also weiter mit Wurzelkanalbehandlungen, Wurzelspitzenresektion und Zahnentfernung. Weiter ging es auch mit weiteren Arztbesuchen bei HNO, 2 Kieferchirurgen (dort bekam ich dann eine Knirscherschiene, die ich 24 h am Tag tragen sollte und wöchentlich Spritzen zur Muskelrelaxation). Ebenso Krankengymnastik. In der Zwischenzeit folgten weitere Zahnarztbesuche mit der folge, dass ich 4 Zähne gezogen bekam (auch im Nachbarquadranten), insgesamt 3 Wurzelspitzenresektionen hinter mir habe.
    Mein Hausarzt untersuchte mich selbstverständlich auch…ich habe keine Borreliose, keine andere Erkrankungen, keinen Herpes. Mein Hausarzt kam schon der Diagnose bzw. der Therapie recht nahe, als er mir auf Verdacht Carbamazepin 300 verordnete, mit dem Verdacht auf Herpes Zoster-Schmerzen. Das Carbamazepin nahm ich allerdings nur 2 Tage, weil es nicht so recht vertragen habe und auch ohne gescheite Diagnose nicht einsah, es weiter zu nehmen…Schade eigentlich, weil ich heute weiß dass es das richtige Medikament zu der falschen Diagnose war.
    Die Schmerzen sind dann auch geblieben.
    Vor ca. 4 Wochen war ich beim Neurologen der die Diagnose stellte, dass ich einen atypischen Gesichtsschmerz habe und mir Gabapentin 300 verordnete 0-0-1-0.

    Nach etwa 14 Tagen stellte sich eine Verbesserung der Symptome ein.
    Ich habe die Dosis selbstständig auf Gabapentin 200 1-0-1-0 erhöht, da die Schmerzen etwas stärker geworden sind durch eine leichte Grippe und vermehrtes brennen im Gaumenbereich.

    Ich bin vor ein paar Tagen per Zufall auf diese Seite gestoßen, obwohl ich mich seit fast 2 Jahren mit dieser Thematik beschäftige, und war wirklich von den Socken, weil ich hier zum ersten mal gelesen habe, dass es anderen Menschen genauso geht wie mir.
    Alle Ärzte zucken mit den Schultern, Verschreiben dir dieses oder jenes, vermuten dass du wohl zu Hause etwas zu viel Stress hast usw.

    Mein Schmerzniveau liegt an guten Tagen (aber erst seit kurzem) bei 3/10 und an schlechteren bei 6/10.
    Obwohl ich das Niveau von 3/10 immer noch als lästig empfinde.
    Ich hoffe immer noch darauf wieder gesund zu werden. An manchen Tagen habe ich wirklich gedacht (bitte nicht lachen) ich wäre von jemandem Verflucht worden, weil du eigentlich immer recht gesund warst und plötzlich hast du eine Erkrankung die an dir klebt, wie eine Klette.

    Ich habe folgende Fragen:

    Ist meine Dosierung gut? Was könnte ich verbessern?
    Ist meine Idee mir Amitriptylin verordnen zu lassen richtig?

    Herr Wagner schreibt, dass an den Zähnen nichts mehr gemacht werden soll.
    Da ich mittlerweile einen Zahnstatus eines 85 jährigen habe, wollte ich mir insgesamt 3 Implantate mit den entsprechenden Brücken einsetzen lassen…wäre das in Ordnung?

    Ich würde mich sehr über Resonanz freuen.

    Liebe Grüße
    Wasenmeister

    #9262
    R.
    Teilnehmer

    „Ist meine Dosierung gut? Was könnte ich verbessern?“

    siehe: https://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ll_53_2012_anhaltender_idiopathischer_gesichtsschmerz.pdf

    Deine Dosis ist die typsiche Einstiegsdosierung, mit der man schaut ob und welche Nebenwirkungen auftreten und ob diese für den Patienten tolerierbar sind.

    Ich selbst benötige für meine Nervenschmerzen (nicht nur Trigeminusneuralgie), eine deutlich höhere Erhaltungsdosis. Auch Ami kann durchaus ein Versuch wert sein, hier wirst Du mit deinem Neurologen noch mehrere Medikamente durchprobieren können um die optimale Einstellung und Kombination zu finden.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 10 months von R..
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 10 months von R..
    #9265
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Wasenmeister,
    tut mir leid, dass es Dich auch erwischt hat, wenn Du Dir meine Geschichte durchliest unter
    http://www.zahnfilm.de/wp/?topic=dauerschmerzen-mehr-als-18-monate-nach-oberkieferzahnbehandlung

    wirst Du einige Parallelen finden. Mich hat dass sinnloserweise auch einen Zahn gekostet, zum Glück nur einen muss ich wohl heute sagen, welcher aber total gesund war. Es gab Zeiten, da wollte ich mir die ganze Oberkieferzahnfront ziehen lassen, wurde anfangs schon als psychisch auffällig eingestuft – Idioten :-).

    Bei vielen Leuten wirkt Amitriphtylin, bei mir bis zu Dosen 50 mg eher wenig, daher nehm ich nichts mehr. Gabapentin hab ich bisher nicht versucht, soll insbesondere bei brennenden Schmerzen gut sein. Da ich einen Versuch mit Pregabalin hatte, der nach hinten losging, traute ich mich da aber nicht so recht ran – wenn alle Stricke reißen, nehm ich das aber vielleicht doch irgendwann, wer weiß.

    Zum Implantat: irgendwo in den Kommentaren von Herrn Wagner habe ich gelesen, dass man Implantate bei Neuropathie im Normalfall verträgt, zumindest besser als Anschleifen irgendwelcher Zähne für eine Brücke, weil dass die Nerven reizt. Mir wurde aber in der Klinik empfohlen, das Implantat erst machen zu lassen, wenn ich mindestens 6-12 Monate keine Schmerzen mehr habe (worauf ich seit 2 Jahren warte). Als Grund haben die aber angegeben, dass es bei jedem neuen Eingriff schwierig wird am Ende die Ursache der Schmerzen überhaupt noch zu beurteilen (klar, man weiss dann nicht ist es die Neuropathie oder das Implantat). Heute bin ich nicht sicher ob ich da überhaupt was machen werde, ist aber nur ein Zahn und bei Dir sind es ein paar mehr…

    Am Ende hoffe ich selbst auf den Faktor Zeit und versuche, mich viel abzulenken, auch wenn das mitunter schwierig ist. Der Oberarzt der Klinik Kiel sagte, Trigeminusneuropathie wei bei mir kann bis zu 3 Jahre dauern aber kann auch wieder verschwinden, machen Sie nichts an Ihren Zähnen und er verordnete: Amitriphtylin bis zu 75 mg abends, Standarddosis 50 mg hab ich lange Zeit genommen.

    Eine schmerzarme Zeit wünscht
    Neuro

    #9270
    Mrs.Rabbit
    Teilnehmer

    Hallo Wasenmeister,

    auch mir tut es leid, dass du zu den Schmerzgeplagten gehörst. Eigentlich erschreckend, wie viele Betroffene es gibt.
    Wie verträgst du das Medikament? Darf ich fragen wie alt du bist?
    Ein Schmerzlevel von 3/10 ist doch schon akzeptabel oder nicht? Wieso willst du noch ein weiteres Medikament nehmen? Eine absolute Schmerzfreiheit wird sich höchstwahrscheinlich nicht erreichen lassen, also warum noch mehr Pulver schlucken?
    Bin ich hier die einzige die Dauermedikation verteufelt? ^^

    #9271
    R.
    Teilnehmer

    „Bin ich hier die einzige die Dauermedikation verteufelt? “

    Möglicherweise! Wenn ein Medikament bestimmungsgemäß verwendet wird, eine Wirkung bei keinen oder tolerablen Nebenwirkungen im eingesetzten Fall nachweist und sonst keine andere Kontraindikation besteht, so kann es durchaus als Dauermedikament eingesetzt werden. Was spricht dagegen einen chronischen Schmerzpatienten mit einer Dauermedikation einzustellen? Einen insulinpflichtigen Diabetiker würdest doch auch nicht sein Insulin vorenthalten.

    „Ein Schmerzlevel von 3/10 ist doch schon akzeptabel oder nicht?“

    Im Allgemeinen ein realistisches Therapieziel. Wenn der Patient aber angibt: „ich das Niveau von 3/10 immer noch als lästig empfinde.“ so kann eine Therapieoptimierung durchaus durchgeführt werden. Was das im Einzelfall bedeutet müssen Arzt/Patient selbst ausmachen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 10 months von R..
    #9302
    Wasenmeister
    Teilnehmer

    Seit 2 Wochen nehme ich zusätzlich zu den Gabapentin noch Amitriptylin 10mg in Tropfen, die mir mein Hausarzt verschrieben hat. Das Zahnfleischbrennen ist deutlich schwächer geworden und die „Zahnschmerzen“ auch. Oft habe ich nur noch ein paar mal am Tag Schmerzen, die dann oft nach ein paar Minuten verschwunden sind. Das hat sich also noch ein mal deutlich verbessert.

    Probleme habe ich allerdings, ich vermute es ist eine Nebenwirkung des Gabapentin, mit Gelenkschmerzen – vor allem in den Ellbogen und in den Kniegelenken. Oft dazu leichte Muskelschmerzen.

    Übrigens…Vielen Dank für die netten Antworten…

    Beste Grüße

    🙂

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 9 months von Wasenmeister.
    #9327
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Wasenmeister,
    wie geht’s Dir denn aktuell mit dem Gabapentin? Hast Du die Schmerzen jetzt soweit im Griff? Ich suche auch nach über 2 Jahren immer noch nach Lösungen….echt ätzend so leben zu müssen.
    Gruß Neuro

    #9354
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo nochmal, da ich jetzt genau wie Du gabapentin und ami eindosiere wäre es schön zu hören wie sich das bei Dir entwickelt hat. Ich kann auch ne alias Mailadresse anlegen und hier mitteilen dann können wir uns direkt austauschen. Grüße Neuro

    #9460
    Painallday
    Teilnehmer

    hallo Neuro,
    wie gehts es dir mit deinen Medikamenten? Du hast es ja lange ohne ausgehalten.

    #9461
    Neuro
    Teilnehmer

    Hallo Painallday,
    ehrlich gesagt haut mich die Wirkung nicht vom Hocker bei aktuell 3×400 mg. Ausserdem hab ich etwas Probleme mit den Nebenwirkungen. Keine Ahnung, jeder Tag ein Kampf, wie gehabt, und selbst? Hat sich die Lage verbessert? Procain beim HNO spritzen hat mich auch nicht sonderlich weitergebracht leider…
    Gruß Neuro

    #9464
    Painallday
    Teilnehmer

    3x400mg pregabalin? Ui das ist ja gar nicht so wenig. Wie sind deine NW?
    Nimmst du auch Ami zusätzlich?

    #9466
    Neuro
    Teilnehmer

    Um Himmels Willen nicht Pregabalin sondern gabapentin, ich glaube das hätte mich umgebracht. Pregabalin hab ich leider gar nicht vertragen…LG Neuro

    #9467
    Neuro
    Teilnehmer

    Ami zur Zeit nicht weil ich so schon mit den Nebenwirkungen kämpf, evtl mach ich das aber kurzfristig und setz das gabapentin etwas runter, mal sehen

    #9468
    Painallday
    Teilnehmer

    Ah okay verstehe. Du verträgst Gabapentin besser als Pregabalin, war das nicht so.

    Welche NW hast du denn?
    Da die Kombi mit Ami ja so gut sein soll, wäre das doch noch eine Möglichkeit.

    #9469
    Painallday
    Teilnehmer

    Ach hast du schon einmal einen versuch mit dem CBD Öl gemacht?

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