Zahnschmerzen ohne Zähne

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    Micka
    Teilnehmer

    Hallo Zusammen,
    mein Stiefvater (71 Jahre) hat schon seit drei Jahren sehr starke Zahnschmerzen. Mittlerweile sind alle Zähne entfernt und die Schmerzen immer noch da. Von Seiten der Zahnärzte und Kieferorthoäden kann nichts gefunden werden. Es wurde mittlerweile schon zum zweiten Mal eine Prothese angefertigt. Mein Stiefvater sagt immer wieder die passt nicht, obwohl die Zahnärzte sagen alles super.
    Der Hausarzt hat auch schon Antidepressiva verschrieben. Zwischenzeitlich war mein Stiefvater auch schon in der Klinik und wurde genauestens untersucht. Schmerztherapie wurde auch schon verschrieben (nur 8 Tage, musste dann wegen eines Virus im Krankenhaus unterbrochen werden).
    Er wurde auch schon zum Psychiater geschickt. Dieser sagte nach Untersuchung, kein Fall für den Psychiater, Schmerzen sind echt (er hat verschiedene Schmerzpunkte abgedrückt).
    Untersuchung beim Neurologen auch kein Befund. Dieser hat zum Kieferorthopäden verwiesen. Kieferorthopäde hat auch nichts gefunden. Dieser hat zum Heilpraktiker und zum Akupunktieren geschickt, auch erfolglos.
    Derzeit ist der Stand so, dass er nach wie vor sehr starke Schmerzen hat, 30 kg Gewichtsverlust, hat keinen Lebenswillen mehr. Er kann Nachts nicht schlafen wegen der starken Schmerzen. Es gibt auch Tage, da ist etwas besser, aber diese Tage sind sehr selten.
    Schmerzen mit Prothese und ohne Prothese. Teilweise tränen die Augen.
    Er geht nicht mehr aus dem Haus und hat zwischenzeitlich schon öfter gesagt, dass er sich etwas antut, da er die Schmerzen nicht mehr erträgt. Meine Mutter und ich sind total verzweifelt. Manchmal zweifeln wir schon an dem Geisteszustand. Vielleicht handelt es sich um Phantomschmerzen keine Ahnung.
    Wir möchten jetzt beim Hausarzt erreichen, dass er in eine Spezialklinik kommt, vielleicht auch um nochmals eine Schmerztherapie zu machen.
    Bei allem was bisher gemacht wurde kommt man sich allein gelassen vor. Wenn wir nicht selbst eine Idee haben und z. B. zum Arzt gehen und sagen, wir könnten doch das und das ausprobieren, geschieht leider gar nichts. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass man hier schon einen Stempel draufgedrückt erhalten hat.
    Wir wissen uns keinen Rat mehr.
    Kann uns evtl. eine Klinik in der Nähe von München empfohlen werden?
    Vielen Dank im Voraus.
    Mfg Angelika

    #2756
    Joachim Wagner
    Teilnehmer

    Hallo Angelika, ich kommentiere in Ihrem Text:

    mein Stiefvater (71 Jahre) hat schon seit drei Jahren sehr starke Zahnschmerzen. Mittlerweile sind alle Zähne entfernt und die Schmerzen immer noch da.
    — Klingt nach Schmerzen über 6 auf der Skala 0 bis 10

    Von Seiten der Zahnärzte und Kieferorthoäden kann nichts gefunden werden. Es wurde mittlerweile schon zum zweiten Mal eine Prothese angefertigt. Mein Stiefvater sagt immer wieder die passt nicht, obwohl die Zahnärzte sagen alles super.
    — Beide Aussagen stimmen, nur können die Zahnmediziner noch nichts mit den Dauerschmerzen anfangen. Das wird sich in Zukunft sicher ändern.

    Der Hausarzt hat auch schon Antidepressiva verschrieben.
    — Vermutlich nicht das einzig Richtige: Amitriptylin. Bei neuropathischen Schmerzen im Mund/Gesicht ist es eben nicht egal, was verschrieben wird. Außer Amitriptylin gibt es nur ganz wenige Antidepressiva, die tatsächlich auch neuropathische Schmerzen lindern.

    Zwischenzeitlich war mein Stiefvater auch schon in der Klinik und wurde genauestens untersucht. Schmerztherapie wurde auch schon verschrieben (nur 8 Tage, musste dann wegen eines Virus im Krankenhaus unterbrochen werden).
    — 8 Tage sind sicher nicht geeignet, um sinnvolle Aussagen zu den medikamentösen Möglichkeiten zu bekommen. Als Erstmedikation schlage ich vor 10 mg Amitriptylin mit 75 mg Pregabalin (= Lyrica) zu kombinieren und 2 Wochen lang auszuprobieren, dann jede Woche die Dosis erhöhen (beides) bis entweder der Schmerz zurückgeht, oder die Nebenwirkungen zu stark werden. Gehen Sie mit diesem Vorschlag zum Hausarzt,

    Er wurde auch schon zum Psychiater geschickt. Dieser sagte nach Untersuchung, kein Fall für den Psychiater, Schmerzen sind echt (er hat verschiedene Schmerzpunkte abgedrückt).
    — Ist korrekt.

    Untersuchung beim Neurologen auch kein Befund.
    — Immer das Gleiche: die derzeit ausgebildeten Neurologen erkennen keine Neuropathie des Trigeminus, auch wenn sie ganz eindeutig auf dem Silbertablett vorgeführt wird.

    Dieser hat zum Kieferorthopäden verwiesen. Kieferorthopäde hat auch nichts gefunden. Dieser hat zum Heilpraktiker und zum Akupunktieren geschickt, auch erfolglos.
    — Beide überfordert.

    Derzeit ist der Stand so, dass er nach wie vor sehr starke Schmerzen hat, 30 kg Gewichtsverlust, hat keinen Lebenswillen mehr.
    — Daran sind speziell die neuropathischen Schmerzen zu erkennen. Das ist kein normaler Zahnschmerz, sondern sitzt viel tiefer, dumpfer, manchmal brennend, auf jeden Fall härter.

    Er kann Nachts nicht schlafen wegen der starken Schmerzen. Es gibt auch Tage, da ist etwas besser, aber diese Tage sind sehr selten.
    Schmerzen mit Prothese und ohne Prothese. Teilweise tränen die Augen.
    — VAS =(Schmerzstärke) fast 10

    Er geht nicht mehr aus dem Haus und hat zwischenzeitlich schon öfter gesagt, dass er sich etwas antut, da er die Schmerzen nicht mehr erträgt.
    — Verstehe ich, wirklich

    Meine Mutter und ich sind total verzweifelt. Manchmal zweifeln wir schon an dem Geisteszustand. Vielleicht handelt es sich um Phantomschmerzen keine Ahnung.
    — Und damit das klar ist: Phantomschmerzen sind keine eingebildeten Schmerzen, sondern Schmerzen z.B. an den Fingern des amputierten Arms.

    Wir möchten jetzt beim Hausarzt erreichen, dass er in eine Spezialklinik kommt, vielleicht auch um nochmals eine Schmerztherapie zu machen.
    — Das könnte man machen. Ich sehe aber das Problem, dass auch die Spezial Schmerzkliniken bei dieser Sorte von Dauerschmerzen (für die lautet die Diagnose „atypischer Gesichtsschmerz“) oft nicht auf die neuesten Stand sind.

    Bei allem was bisher gemacht wurde kommt man sich allein gelassen vor. Wenn wir nicht selbst eine Idee haben und z. B. zum Arzt gehen und sagen, wir könnten doch das und das ausprobieren, geschieht leider gar nichts. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass man hier schon einen Stempel draufgedrückt erhalten hat.
    — Was auch eben daran liegt, dass wir erst seit ca. 10 Jahren mehr Forschung im Bereich der Dauerschmerzen des Trigeminus erhalten. Fakt ist, dass selbst Kieferchirurgen die Diagnose Neuropathie des Trigeminus nicht kennen.

    Wir wissen uns keinen Rat mehr.
    Kann uns evtl. eine Klinik in der Nähe von München empfohlen werden?
    — München nicht, Schwarzwald ja (Rommel Klinik)

    Viele Grüße

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