Die wichtigsten Artikel auf Zahnfilm.de
Fallsammlungen
Fallsammlungen II
Das sind Kopfschmerzen der Stärke 10
- Details
- Kategorie: Chronische Schmerzen
- Erstellt am Donnerstag, 06. Juni 2013 12:15
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 80
http://clusterheadsurvivor.blogspot.ca/
Das bin ich, eine tatsächliche Cluster-Kopfschmerz Attacke. Ich stelle dieses Video in youtube ein, um zu informieren, nicht um Mitleid zu bekommen. Es ist dafür da, dass Menschen erkennen und verstehen, was wir CLUSTERKOPFSCHMERZ Menschen durchmachen.
Ich bin chronisch. Ich habe diese Wahnsinnsschmerzen seit Juni 25, 2005, also über 7 Jahre ohne 1 Tag Erleichterung. Ich leide 3 bis 15 mal pro Tag, mit einer Einzeldauer von 30 Minuten bis zu 3 Stunden. Manchmal schlimm, manchmal nicht.
Bitte zeigen Sie dieses Video allen, die nicht verstehen, was wir durchmachen. Vielleicht wird es einige erleuchten. Ich wache jeden Tag lächelnd auf und liebe meinen Sohn und er ist der Grund, warum ich jeden Tag weitermache. Ich bin ein Cluster-Kopf-Überlebender! Mein Herz ist mit allen Cluster Köpfen, ihren Freunden und Familien. Möge dieses Biest eines Tages geheilt werden können!
Bitte lesen Sie alle Beiträge bevor Sie mir Medikamente vorschlagen, die ich versuchen sollte. Sauerstoff funktioniert bei mir nicht. Illegale Drogen welcheauchimmer werde ich nie benutzen noch dulden, dass hier entsprechende Vorschläge gemacht werden. Ich bin kein Arzt und werde darum auch keine Behandlungsvorschläge für Ihre Cluster Kopfschmerzen machen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem eigenen Arzt / Neurologen oder Neurochirurg, wenn Sie einen haben. Ich bin froh, ein warmes hallo bieten zu können und über CK mit allen zu diskutieren, die Unterstützung suchen.
Michael J. Fox ist mein Held, spenden Sie bitte großzügig zu seiner Stiftung MJFF. Die Forschung / Finanzierung, die sie über DBS (Deep Brain Stimulation) machen, ist ein Grund, warum ich die 2. Person in Kanada und die 17. auf dem Planeten, die Zugang zu DBS gegen Cluster-Kopfschmerzen hat.
Update: Februar 23,2012 werde ich eine Deep Brain Stimulation Gehirn Operation haben. Ich werde ein Vorher und Nachher Video posten. Bleiben Sie dran!
Update: die OP wurde bis Feb 27,2012 verschoben
Segen jedermann.
April 1,2012: heute wurden das Anschlusskabel und der Schrittmacher aufgrund einer Infektion entfernt.
November 13,2012: heute hatte ich meine 4. Gehirn-Chirurgie. Es wurden Zuleitungen neu installiert, sowie der Neurostimulator und der Schrittmacher in meiner Brust neu installiert. Derzeit sind es 2 Volt, die in meinem Gehirn feuern.
Leider noch keine Erleichterung. Ich bin optimistisch und selbst wenn es 30 Jahren dauert, habe ich Hoffnung.
-Schauen Sie meine anderen videos-oder lesen Sie meinen Blog
www.clusterheadsurvivor.blogspot.ca
danke. Hilf mir, 1 Million Treffer auf youtube zu erzielen, um das Krankheitsbild Cluster Kopfschmerz zu verbreiten. Ich hoffe, dass die Botschaft viral wird.
Danke, God segne dich.
Anmerkung Joachim Wagner, Zahnarzt
Das also ist der "Selbstmord - Kopfschmerz", genannt Cluster Kopfschmerz. Wegen der niedrigen Verbreitung des Leidens (unter 0,01 % der Bevölkerung) kennen wir bisher nur wenige Einzelheiten vom genauen Krankheitsmechanismus und haben daher kaum schlagkräftige Behandlungsmöglichkeiten. Auch für die Fachwelt ist es erschütternd, hilflos zusehen zu müssen, wie ein Mensch derartig leiden muss, wie das Herr Tom. T. aus Ontario/ Kanada im Video zeigt.
Tatsächlich weisen aber einige Gemeinsamkeiten des Cluster Kopfschmerzes mit starken neuropathischen Schmerzen im Gebiss auf eine Verwandtschaft hin. Hier die Details:
- Vermittlung durch den Trigeminus, meistens 1. und 2. Ast
- typischerweise Einseitig
- Stärke bis zum Anschlag auf der Skala 0 bis 10
- Wirkung von normalen Schmerzmitteln gleich Null
Bei 50% der Cluster Patienten wirkt übrigens das Einatmen von reinem Sauerstoff. Ob das auch für stärkste Neuropathie Schmerzen des Trigeminus gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die aktuellen Behandlungsempfehlungen gegen Cluster Kopfschmerzen lauten derzeit wie unten folgt. In den aufgezählten Medikamenten fallen die Namen "Natrium Valproat"," Civamide (a Z isomer of capsaicin)" und "Lithium" als alte Bekannte auf. Valproat steht auf der Liste der Vorbeugungsmedikamente gegen Neuropathie ziemlich weit oben, Capsaicin wirkt bei Trigeminusneuropathie nachgewiesenermaßen und Lithium ist in der Behandlung von Depressionen das einzige Mittel, das die Selbstmordrate sicher senkt.
Acute and preventive pharmacologic treatment of cluster headache
We read the recent review by Francis et al. who analyzed the quality and levels of evidence of clinical research trials for cluster headache (CH) treatment. [1] However, their hierarchy of treatments does not adequately represent the manner in which headache specialists currently treat CH patients.
The preventive therapies listed (Table 4 [1]) do not reflect our first choices for treatment. Although sodium valproate is "not advised," we consider it a second-line preventive measure. Civamide (a Z isomer of capsaicin) is rated as Class I, Level B for CH prevention yet it is not available in any country. Verapamil (Class II, Level C) is our first choice for prevention of CH and prednisone (Class III, Level U) is our favorite short-term preventive along with verapamil, which is effective and widely used.
The authors state: "There is insufficient evidence to advise the use of dihydroergotamine, ergotamine, somatostatin and presdnisone for the acute treatment of CH (Level U). Although these would not be our first preference, dihydroergotamine, ergotamine and prednisone work well as abortives in CH.
This disconnect between levels of evidence for published clinical research trials and appropriate treatments for CH stresses the importance of understanding the definition and intent of evidence-based medicine (EBM) by Sackett et al. [2] EBM is "the judicious use of the best current evidence in making decisions about the care of the individual patient. The practice of EBM means integrating individual clinical expertise with the best available external clinical evidence from systematic research."[2]
Francis et al. note that "verapamil is generally considered to be the mainstay of preventive therapy" for CH, and that while both verapamil and lithium "received [level] C advice, they are used much more routinely in clinical practice than [capsaicin]," which received a level B rating. [1] The recommendations for preventive therapy of CH from meta-analysis greatly differ from the way headache specialists actually treat their patients. [3-5] The findings from this study partially appear to reflect the age and generic status of many of the pharmacologic agents used for CH treatment.
Increased scientific rigor is necessary for future clinical studies in CH. Until then, clinical judgment and experience should be relied upon for optimal treatment. [2]
Quelle:
Kopfschmerz noch immer erheblich unterbehandelt
- Details
- Kategorie: Chronische Schmerzen
- Erstellt am Dienstag, 28. Mai 2013 16:35
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 92
Zusammenfassung
Migräne und andere chronische Kopfschmerzen betreffen 54 Mio. Menschen in Deutschland. Sie zählen zu den 10 am schwersten behindernden Leiden und zu den 3 teuersten neurologischen Erkrankungen. Trotzdem werden sie in Gesundheitssystemen nicht adäquat wahrgenommen, werden lückenhaft diagnostiziert und inadäquat behandelt. Die Versorgungsdefizite resultieren primär nicht aus einem Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Entstehung und zur Behandlung von Kopfschmerzen. Vielmehr sind sie ganz überwiegend durch organisatorische Mängel in der Versorgungslandschaft und in der Umsetzung des aktuellen Wissens begründet.
Die hier zitierte Zusammenfassung stammt aus der Originalarbeit:
Die wissenschaftliche Zeitschrift "Der Schmerz" erhalte ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) regelmäßig im Rahmen meiner Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Und zur Abwechslung eignet sich eine dort veröffentlichte Arbeit diesmal zur Weitergabe im Zahnfilm.DE
Tabelle 1
Von 2009 gibt es konkrete Zahlen, wieviele Tabletten Packungen als Kopfschmerzmedikament außerhalb (!) der ärztlichen Verordnung verkauft wurden: ca. 125 Millionen Packungen mit einem Inhalt von je 25 Stück.
Dazu kommen noch frei verkäufliche Triptane (= Spezial Migräne Tabletten). Ungefähr 10% der 80 Millionen Deutsche leiden gleichzeitig unter starken Kopfschmerzen, daraus errechnet sich ein Verbrauch der tatsächlich Leidenden von etwa 375 Pillen im Jahr. Dazu kommen die ärztlich verordneten Kopfschmerz Pharmaka, dazu die Kopfschmerz Prophylaxe Mittel wie Amitriptylin, Propranolol usw. und alle nicht erfassten Medikamente gegen Kopfschmerzen, die die Patienten aus dem Ausland mitbringen, z.B. USA (Großdose mit eintausend Tabletten Aspirin 325mg für US-$ 9,--).
Tabelle 2
Aus der Tabelle 2 ist abzulesen, dass die Gesamtkosten der Kopfschmerzen in der Europäischen Union zwar erst an 6. Stelle kommen, dafür aber die Menge der Betroffenen von Kopfschmerzen alle anderen Hirnerkrankungen mit großem Abstand schlägt. Der Kopfschmerz ist eine weitverbreitete und schlimme Erkrankung.

Falls Sie sich fragen, was unter "Affektive Erkrankungen" = Spitzenplatz 1 in der Tabelle 2 zu verstehen ist: Dabei geht es im wesentlichen um die Diagnosen Depression und Angst- bzw. Zwangsstörungen, deren relativ hohe Kosten durch die lange Krankheitszeiten (= Arbeitsausfall) entstehen. Daran gemessen sind Kopfschmerzen vergleichsweise billig, was für die Patienten die Schmerzen jedoch nicht erträglicher macht.
Die Grafik 1 veranschaulicht die Verteilung der Kopfschmerzarten auf die Einkommensklassen. Die Daten stammen von Auswertungen der WHO, wir können also davon ausgehen, dass die Zahlen nicht durch politische Überlegungen verfälscht wurden. Denen zufolge ist die Migräne ein Leiden der gehobenen Gehaltsschicht. Achten Sie auf die dunkelblauen Säulen. Diese steigen mit dem Einkommen kontinuierlich an. Eindeutig analysieren läßt sich dieser Zusammenhang zunächst eher nicht. Vermutet werden darf aber, dass die Migräne auch mit dem IQ (= Intelligenz Quotient) ansteigt und von da die Einkommensunterschiede herkommen. Migräniker besitzen ein schnelleres Auffassungsvermögen, was sich in einschlägigen Tests (z.B. Video mit Geisterhandlung im Hintergrund) ermitteln läßt.
Im Gegensatz dazu verteilt sich der Spannungskopfschmerz mehr oder weniger gleich auf alle Eiinkommensklassen. Das läßt vermuten, dass es keinen biologischen Zusammenhang zwischen dem Einkommen und Spannungskopfschmerzen gibt.
In der Grafik 2 findet sich ein Vergleich der Anzahl der Ausbildungsstunden, die die angehenden Mediziner im Fach "Kopfschmerzen" während ihres gesamten (!) Studiums erhalten. Der gemeine Allgemeinarzt wird in Europa (also auch in Deutschland) nur in 4 Unterrichtsstunden über Kopfschmerzen informiert. Das beinhaltet alles, also die Neurologie, die Neurophysiologie, die Anatomie, die Pathologie, die klinische Präsentation, die Differentialdignostik und die heute empfohlene Therapie bzw. Prophylaxe von Kopfschmerzen.
Wenn Sie mich (Joachim Wagner, Zahnarzt) fragen, könnte das auf eine Unterbelichtung der Kandidaten im Bereich der Kopfschmerzen hinauslaufen. Das kann auch an den 18 Unterrichtsstunden abgelesen werden, die den Fachärzten in Europa im gleichen Fach angediehen werden. Man kann Kopfschmerzen auch Ernst nehmen.
Die letzte Grafik beschäftigt sich mit den Gründen für das Scheitern einer korrekten Kopfschmerzbehandlung. Mindestens die Hälfte der zahlenmäßig wichtigsten Gründe hat nichts mit den Kopfschmerzen zu tun, sondern mit den Ärzten, bzw. den Krankenkassen, bzw. den Apotheken, bzw. den Abrechnungsvorschriften. Beispiele: Der Arzt hat keine Ahnung von der Prophylaxe von Kopfschmerzen... Die Krankenkasse weigert sich, Triptane trotz besserer Wirkung zu bezahlen ... Bewährte Arzneimittelkombinationen (Indomethacin plus Ibuprofen plus Caffein) werden von Pharmakonzernen aus dem Handel genommen... Weil die Hälfte der Ärzteschaft keine eigene Erfahrung mit Kopfschmerzen hat, hält diese Hälfte Kopfschmerzen für etwas ähnliches wie Rückenschmerzen... Usw. usw.
Kommentar
Macht man sich die Mühe, die Patientenversorgung bei anderen Erkrankungen zu beleuchten, werden wahrscheinlich ähnliche Fehlanzeigen zum Vorschein kommen. Leider haben aber alle Erkrankungen des Trigeminus, und Kopfschmerzen sind Trigeminus Erkrankungen, es an sich, besonders übel und nachhaltig in das Leben des Betroffenen hineinzugreifen.
Starke Kopfschmerzen machen sofort arbeitsunfähig, wenn es schlimm kommt auch lebensunfähig. Sie stehen starken Zahnschmerzen in nichts nach. Was auch nicht weiter verwundern sollte, ist es doch der gleiche Kopfnerv, der dafür verantwortlich ist.
Und deswegen darf der Arzt bei der Diagnose Kopfschmerzen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern ist in der Pflicht, seinem Patienten (in erster Linie mit dem Rezeptblock) beizustehen. Besonders auch in der Vorbeugung.
Schmerzbetäubung sehr stark und ewig lang
- Details
- Kategorie: Chronische Schmerzen
- Erstellt am Montag, 20. Mai 2013 19:22
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 192
Grafik 1
D
ie Höhe der Säulen gibt den Strom durch die Nervzellenwand wieder, zeigt also keine Spannung an. In einer Spannungswiedergabe würden die Unterschiede noch drastischer ausfallen. Zu sehen ist hier, dass der relative Strom bei der Einzelanwendung von QX-314 oder Capsaicin ungefähr gleich 1,0 ist, also wie bei keiner Medikamentenanwendung. Bei gleichzeitiger Gabe von QX-314 und Capsaicin bewegt sich der Strommesser für jeden sichtbar nach unten.
Zuerst die Kurz Version
Vom Lidocain (= Urvater aller heute angewendeten örtlichen Betäubungsmittel, auch beim Zahnarzt) gibt es seit Jahrzehnten eine sogenannte quaternäre Abwandlung mit Namen QX-314. Dieses Material betäubt nicht direkt, wenn man es neben einem Nerv verteilt und zwar deshalb, weil es elektrisch geladen ist, im Gegensatz zu Lidocain.
Gibt man aber QX-314 und Capsaicin (= Wirkstoff vom Cayenne Pfeffer) in die Nähe eines Nerven, dann öffnet Capsaicin den sogenannten Ionenkanal TRPV1 (= Transient Potential Receptor Vanilloid 1; nicht stören an TRP statt TPR, stimmt so) und das QX-314 fließt in die Nervzelle und macht anschließend einen Ausfall der Leitfähigkeit von innen. Das was Lidocain direkt kann. Aber nicht so lang und nicht so zielgenau. Beim Menschen wären geschätzte 5 Tage komplette Schmerzbetäubung mit einer Spritze denkbar.
Gezielt gegen Schmerzen im Trigeminus-System.
Source
National Research Laboratory for Pain, Dental Research Institute und Department of Physiology School of Dentistry, Seoul National University, Seoul 110-749, Republik Korea.
Zusammenfassung
Wir testeten, ob es möglich ist, Schmerzsignale im orofazialen Bereich selektiv zu blockieren durch die Anwendung von permanent geladenem Lidocain Derivat QX-314 an Nozizeptoren über TPRV1 Kanäle. Wir untersuchten die Auswirkungen der Zusammenarbeit von QX-314 und Capsaicin auf nozizeptive, propriozeptive und motorische Funktionen im Trigeminus-System der Ratte.
QX-314 allein ist nicht in der Lage, spannungsabhängige Natrium-Kanal-Ströme (I (Na)) und Aktionspotentiale (APs) in Trigeminusganglion (TG) Neuronen zu blockieren. Jedoch blockiert die Co-Applikation von QX-314 und Capsaicin I (Na) und APs in TRPV1-positiven TG und zahnmedizinischen nozizeptiven Neuronen, aber nicht in TRPV1-negative TG Neuronen oder in kleinen Neuronen von TRPV1-Knock-out-Mäusen.
Die Immunohistochemie zeigt, dass TRPV1 nicht in Trigeminus-Motor und Trigeminus mesencephalen Neuronen exprimiert werden. Capsaicin hatte keinen Einfluss auf die Trigeminus-Motor und propriozeptiven mesencephalen Nervzellen der Ratte und sollte daher QX-314 nicht erlauben, in diese Zellen zu gelangen.
Die Co-Anwendung von QX-314 und Capsaicin hemmte den Kieferöffnungs- Reflex ausgehend von einer schädlichen elektrische Stimulation der Zahn Pulpa, wenn man diese an einem sensorischen, nicht aber an einem motorischen Nerv anlegte. Dazu erzeugte die Anwendung von QX-314 und Capsacicin eine dauerhafte Analgesie im orofacialen Bereich.
Diese Daten zeigen, dass ein selektiver Block von Schmerz-Signale durch die Co-Applikation von QX-314 mit TRPV1-Agonisten erreicht werden kann. Dieser Ansatz hat das Potenzial, wertvolle Dienste im Trigeminus-System zur Behandlung von Zahn-und Gesichtsschmerzen zu leisten.
Comment in
- PMID:
- 20236764
- [PubMed - indexed for MEDLINE]
Selectively targeting pain in the trigeminal system.
Source
National Research Laboratory for Pain, Dental Research Institute and Department of Physiology School of Dentistry, Seoul National University, Seoul 110-749, Republic of Korea.
Abstract
We tested whether it is possible to selectively block pain signals in the orofacial area by delivering the permanently charged lidocaine derivative QX-314 into nociceptors via TPRV1 channels. We examined the effects of co-applied QX-314 and capsaicin on nociceptive, proprioceptive, and motor function in the rat trigeminal system. QX-314 alone failed to block voltage-gated sodium channel currents (I(Na)) and action potentials (APs) in trigeminal ganglion (TG) neurons. However, co-application of QX-314 and capsaicin blocked I(Na) and APs in TRPV1-positive TG and dental nociceptive neurons, but not in TRPV1-negative TG neurons or in small neurons from TRPV1 knock-out mice. Immunohistochemistry revealed that TRPV1 is not expressed by trigeminal motor and trigeminal mesencephalic neurons. Capsaicin had no effect on rat trigeminal motor and proprioceptive mesencephalic neurons and therefore should not allow QX-314 to enter these cells. Co-application of QX-314 and capsaicin inhibited the jaw-opening reflex evoked by noxious electrical stimulation of the tooth pulp when applied to a sensory but not a motor nerve, and produced long-lasting analgesia in the orofacial area. These data show that selective block of pain signals can be achieved by co-application of QX-314 with TRPV1 agonists. This approach has potential utility in the trigeminal system for treating dental and facial pain.
Kommentar
Natürlich ist die Idee zur isolierten Betäubung von Schmerzfasern mit Hilfe der Kombination QX-314 plus Capsaicin den koreanischen Dentalforschern nicht einfach so in das Hirn gefallen. Dazu gibt es reichlich Forschung vorher, u.a. auch solche, die zeigen kann, dass die Kombination aus QX-314 plus Capsaicin plus Lidocain noch bessere Ergebnisse vermuten lassen.
Die Vorteile dieser Chemiekombination wären, dass a) nur die Schmerzleitung ausgeknipst würde und nicht - wie heute bei jeder lokalen Betäubung - auch alle anderen Empfindungen wie Tast-, Temperatur- und Bewegungssinn verloren gehen und b) die Dauer der Anästhesie drastisch erhöht werden könnte.
Verschwiegen werden darf aber nicht, dass QX-314 bei der Anwendung im Wirbelkanal (= intrathekal) bei der Ratte konzentrationsabhängig Todesopfer verursacht hat. Daher wird wohl der Anwendung am Menschen noch eine längere klinische (= menschliche) Kleinserienforschung vorausgehen müssen.
Metastudie: Das wirkt bei Neuropathie
- Details
- Kategorie: Chronische Schmerzen
- Erstellt am Donnerstag, 18. April 2013 10:21
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 461
Erläuterung zur Grafik 1
Auf der waagerechten unteren Gerade sind Zahlenwerte von 0 bis 12 aufgetragen, und die Beschriftung lautet "NNT". NNT steht für Numbers Needed to Treat, was bedeutet: Anzahl der Patienten, die benötigt werden, um bei einem Patient Erfolg zu produzieren, wobei der Erfolg durch eine Schmerzverbesserung um mindestens 50% definiert ist. Beispiel: Das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin hat sich in vielen Untersuchungen von neuropathischen Schmerzen mit einem überdurchschnittlich guten NNT von 2,2 bewährt. Aber diese 2,2 besagen immer noch, dass nur knapp jedem zweiten Patienten damit geholfen werden kann. Ideal wäre ein NNT von 1,0. Davon sind wir in der Behandlung von neuropathischen Dauerschmerzen jedoch weit entfernt.
Die Autoren dieser Grafik haben sich die Mühe gemacht, alle leidlich korrekt durchgeführten Medikamentenstudien der letzten 20 Jahre bei neuropathischen Dauerschmerzen durch Diabetes, HIV, Herpes Zoster und simplex durchzuforsten. Je nachdem wie der Druchschnitt der NNTs der einzelnen Studien zu den Medikamenten ausgefallen ist, bekommt das Medikament in der Grafik seinen Platz in der Reihenfolge von gut zu weniger gut von oben nach unten. Zusätzlich drücken die Forscher mit der Größe des schwarzen Balls die Zahl der gefundenen Arbeiten aus, so dass man sich eine Vorstellung von der Stichhaltigkeit der einzelnen Zahlenangaben machen kann. Gabapentin/Pregabalin beispielsweise ist derart oft untersucht worden, dass an dessen NNT von etwa 4 kaum zu zweifeln sein dürfte.
Neuropathie beim Implantat
- Details
- Kategorie: Chronische Schmerzen
- Erstellt am Freitag, 12. April 2013 14:17
- Geschrieben von Joachim Wagner
- Zugriffe: 757
Die erste Implantation eines ICX Implantats an der Stelle des Zahns 41 im Januar 2013 bei Herrn F. (56) schlug fehl. Wie auf dem Bild 1 gut zu sehen ist, kam es 5 Tage nach dem Einsetzen zu einer bakteriellen Infektion des Knochens mit zunehmenden Schmerzen, einer Schwellung und sichtbaren Rötung.

Das Implantat mußte deswegen 8 Tage nach dem Einbau wieder entfernt werden. In Bild 2 ist die Situation des gescheiterten Implants im Röntgenbild dargestellt. Für die mitlesenden Kollegen: Ja, der Zahn 31 zeigt reichlich Behandlungsbedarf und Nein, der 42 ist nicht das Problem in dieser Situation. Es war eindeutig das eingebrachte Implantat, bzw. dessen Infektion schuld.

Bild 3 zeigt den Zustand 4 Tage nach der erneuten Implantation an der gleichen Stelle mit einem neuen Implantat des gleichen Fabrikates und des gleichen Durchmessers. Die Schleimhaut zeigt diesmal keine Entzündungszeichen, insbesondere fehlen eine Schwellung und eine Rötung. Bereits während des Eingriffs fällt auf, dass trotz wirksamer Leitungsanästhesie links und rechts und lingualer Depotgabe noch massive Schmerzen beim Anpieksen der Schleimhaut vorhanden sind. Die direkte lokale Betäubung im "alten" Bohrloch verursacht dem Patienten sichtbar starke Schmerzen. Das ist ungewöhnlich.
Unser Mann erscheint diesmal bereits am 2. postoperativen Tag mit der Symptomatik: Direkt nach Rückgang der Spritze habe er starke Schmerzen gehabt, die auch jetzt kaum nachgelassen hätten.
Im Röntgenbild (Bild 4) läßt sich nur erkennen, dass das Implantat diesmal tiefer sitzt als in Bild 2.
Daraufhin erhält der Patient von uns das stärkste Schmerzmittel diesseits der Betäubungsmittel: Novamin-Sulfon (auch unter Novalgin bekannt) in flüssiger Form, mit der Maßgabe, es selbständig zu dosieren.
Weitere 2 Tage später muss der Patient wieder mit stärksten Schmerzen in der Praxis vorstellig werden und bestätigt dort meine Vermutung, dass die Novamin Sulfon Tropfen auch in hoher Dosierung KEINE Wirkung hatten.
Dazu höre ich, dass die Schmerzen auf der Skala 0 bis 10 die Stärke 10 erreichen, wenn er etwas kaltes in den Mund tut, oder wenn er "auf dem Fahrrad abbremst"!
Damit ist die Beweisführung abgeschlossen, dass dieser Schmerz kein gewöhnlicher Schmerz darstellt, wie er typischerweise ausgehen würde von einer bakteriellen Knocheninfektion des Implantats oder der Pulpitis 42 oder der apikalen Ostitis 31. Alle diese Schmerzquellen würden auf Novalgin zumindest mit Linderung reagieren. Außerdem wären dann Symptomatiken an den entsprechenden Stellen wie Klopfschmerz, Schwellung oder Rötung zu erwarten. Dazu kommt, dass der Patient den Stärkstschmerz auslösen, also triggern kann. Blitzartige einschießende Stärkstschmerzen, die dazu triggerbar sind, kennzeichnen eine Trigeminus Neuralgie. Herr F. leidet offensichtlich unter einer Trigeminus Neuropathie mit neuralgiformen Symptomen.
Als vorläufige Therapie habe ich 100 Tabletten Carbamazepin 300mg verordnet.
Nachtrag 1 Woche nach der Verordnung von Carbamazepin
Herr F. erscheint zur 10-Tages Kontrolle nach Implantation relativ entspannt und berichtet von einer hochgradigen Verbesserung der Schmerzsituation. Auf der Skala 0 bis 10 leidet er jetzt maximal noch bis 3. Er hat sich selbst die Carbamazepin Dosis auf 600mg erhöht, was unter den Umständen auch angemessen erscheint. Nebenbei: Der erste Apotheker hat den Patienten allen Ernstes mit dem Satz auflaufen lassen, dass ein Zahnarzt kein Carbamazepin verschreiben dürfe, und der Patient sich erst einen Termin beim Neurologen besorgen müsse. Freitags räumt kein Neurologe dieser Republik für "Zahnschmerzen" einen Termin frei. Zum Glück handelt es sich bei diesem Exemplar Apotheker um einen Extremist, schließlich verschreibe ich seit Jahren Carbamazepin und Consorten.
Fazit: Die Neuropathie als Schmerzursache bestätigt sich durch die absolute Nichtwirkung von Novalgin und die durchschlagende Wirkung von Carbamazepin.
Weitere Beiträge...
Die neuesten Forumbeiträge
- Hallo Daniela, es tut mir wirklich Leid für dich das du auch immer noch Schmerzen hast :( Ich bin leider auch nicht komplett schmerzfrei. Bin jetzt schon bei 600 mg Carbamazepin, und habe immer noch Tage an denen ich Schmerzen habe, meist in...
- Hallo Pu, danke für die vielen Informationen. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Glücklicherweise bin ich noch über meine Eltern rechtsschutzversichert. Ansonsten wären die Anwaltskosten für mich als Student nicht tragbar gewesen....
- :) Vielen Dank für Deine Antwort Miri. Heute geht es so einigermaßen.Nehme inzwischen 800 Gaba. Bei mir ist der 3er links und der 1er mit Brücke versorgt und diese Zähne sind Wsr behandelt.Der 4 er ist aber irgendwie gereizt(Doc sieht aber...
- Liebe Mali, Ich antworte mal,weil es mir so leid tut,dass du solche Schmerzen hast. Bin kein Zahnarzt. Ist der 4 er von dem du schreibst,der mit wsr? Gehen von dem die Schmerzen aus? Auch das druckgefühl ,wenn du innen mit der Zunge...
- Hallo julia, sorry, dass ich erst jetzt auf deine Frage reagiere. Ich habe das ganze Thema die letzten Wochen einfach mal ignoriert, da es mir ein wenig besser ging.Typisch, oder :) aber leider nicht vollkommen vom Thema Schmerz befreit...
- Hallo Claudia, wie kommst du mit der Müdigkeit klar? Die macht mir echt Sorgen...vlt sollte ich mal Lyrica weglassen... gruß recep
Neueste Kommentare
Warnung vor Jameda
17.06.2013 15:38Jameda ist kein Arztbewertungsportal sondern vielmehr ein Marketing/Onlinereputationsmanagement-Instrument für Zahnärzte (Fs.)Um es auf den Punkt zu bringen: Jameda ist aus meiner persönlichen Sicht nichts weiter als ein ...Warnung vor Jameda
17.06.2013 15:36Jameda ist kein Arztbewertungsportal sondern vielmehr ein Marketing/Onlinereputationsmanagement-Instrument für ZahnärzteVor Jameda kann auch ich nur warnen. Fast alle Ärzte in meiner Heimatstadt haben laut Jameda im Mittel ...Warnung vor Jameda
17.06.2013 13:28Jameda macht was es willBei Jameda werden überwiegend nur gute Bewertungen veröffentlicht. Sobald zu viele negative Äußerungen ...Daunderer kann nichts mehr
17.06.2013 12:17RE: Daunderer kann nichts mehrMir gehts besser ohne Amalgam. Dadurch, dass es noch auf dem Markt ist, kosten hochwertigere Füllungen ...Aldi Zahnpasta besser als Biorepair
17.06.2013 11:52RE: Aldi Zahnpasta besser als Biorepair[quote name="Ihr seid alle dumm".Biorepair bringt überhaupt garnichts! Man kann damit weder den ...
Neueste Artikel
- Das sind Kopfschmerzen der Stärke 10
- Kopfschmerz noch immer erheblich unterbehandelt
- Schmerzbetäubung sehr stark und ewig lang
- Metastudie: Das wirkt bei Neuropathie
- Neuropathie beim Implantat
- Kombination von Antineuropathika erheblich wirksamer
- Ballon Kompression des Ganglion trigeminale hilft auch bei atypischen Schmerzen
- Cannabis hilft gegen neuropathische Trigeminus Schmerzen
- 55% M-TMD Patienten glauben zu knirschen, tatsächlich nur 10%
- Das CMS Joomla 2.5 ist eine Plage
- Zahnschmerzen durch TMD (CMD)?
- Zwischenstand des diagnostischen Fragebogens Jan 2013
- Die Spuren - Nazi Deutschland gab es wirklich
- Kurze Neuropathie Beschreibungen aus der Umfrage
- Was sollten Trigeminus Neuropathiker beachten
- Warnung vor Jameda
- Instrumentelle Funktionsanalyse nicht geeignet zur Diagnose einer Diskus Dislokation
- Bißhebung brutal
- CAD Zirkonkronen sind die Zukunft
- Neuropathischer Schmerz in Unterkieferzähnen kann von tiefer Halsmuskulatur ausgelöst werden
Externe Links
GTranslate
Besucher
| Besuche heute | 138 |
| Besuche gestern | 767 |
| Besuche Monat | 11936 |
| Besuche Jahr | 114533 |
| Seiten heute | 27326 |
| Seiten Monat | 137800 |
| Bots heute | 58 |



