Dr. van Meerbeek: Alle Kunststoff Kleber altern

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meerbeek

Ein kritischer Überblick zur Haltbarkeit der Haftung am Zahngewebe: Methoden und Ergebnisse

(A Critical Review of the Durability of Adhesion to Tooth Tissue: Methods and Results, der Volltext ist hier im Pressespiegel hinterlegt) Dieser kritische Bericht über die Haltbarkeit aller aktuellen Bondsysteme für Komposite schreibt ein Team, das unter der Leitung von Bart van Meerbeek seit mehr als 15 Jahren in Leuven, Belgien am BIOMAT (Biomaterial) Research Cluster, Department of Conservative Dentistry, School of Dentistry konzentrierte Forschung immer um die Fragen der Verbindung von adhäsiven Werkstoffen mit Schmelz und Dentin betreibt. Gibt man "van Meerbeek B" bei Medline als Autor in die Suchmaske, spukt die amerikanische Suchmaschine für wissenschaftliche Papiere sofort 186 Treffer mit einem hohen Gehalt an selbst durchgeführten Klebeversuchen mit Kunststoff und auch Glas Ionomer Material aus.

Aus dem großen Umfang der Einzelaussagen möchte ich (Joachim Wagner, Zahnarzt) die saftigsten hier zitieren.

 

 


 

schritteZusammenfassung

Der sofortige Klebeerfolg von aktuellen Bondern ist zweifellos gut, egal welchen Weg man verfolgt. Auf die Dauer sinkt die Klebekraft bei einigen Bondern dramatisch, während die Kraft bei anderen mehr stabil verläuft. Dieser Überblick analysiert die grundlegenden Vorgänge, die die Klebung von Biomaterialien zu Schmelz und Dentin mit der Zeit zerlegen. Nicht kariöse Zahnhalsfüllungen in klinischen Versuchen bleiben die besten Testmethoden zur Prüfung der Klebewirksamkeit. Aber diese sind nicht nur kostenintensiv, sondern brauchen auch Zeit- und Arbeitseinsatz und sie erbringen wenig Information über die wirkliche Ursache von klinischen Mißerfolgen. Deshalb wurden etliche Laborprotokolle entwickelt um die Klebe Haltbarkeit vorherzusagen. Dieses Papier hier untersucht kritisch die Methoden, die sich auf die chemische Zerlegungsmuster durch Hydrolyse und Verdünnung der beteiligten Stoffe im Klebespalt konzentrieren, sowie mechanisch orientierte Teststände, wie Ermüdung und Bruchzähigkeit Messungen. Eine Beziehungsherstellung zwischen Daten aus dem Labor und dem wirklichen Leben zeigt, dass zur Zeit die am besten bestätigten Methoden, die Klebungen zu beurteilen, immer das Altern von Mikro-Ausgaben der Biomaterialien, geklebt auf Dentin oder Schmelz, einbeziehen muss. Nach etwa 3 Monaten zeigen alle Klassen von Adhäsive mechanische und sichtbare Beweise für eine Zersetzung, welche die Alterserscheinungen im wirklichen Leben wiedergeben. Ein Vergleich der gegenwärtigen Klebesysteme zeigt, dass die 3-Schritte Ätz-und-Spül Adhäsive immer noch den "Gold Standard" in Bezug auf die Haltbarkeit darstellen. Jede Art der Vereinfachung in der klinischen Anwendung resultiert in einem Verlust des Klebe Wirkungsgrades. Nur die 2-Schritte Selbstätz Adhäsive kommen an den Goldstandard heran und haben einige zusätzliche klinische Vorteile.

 

 


 

 

Die mikro Zugfestigkeit des Kunststoff Dentin Klebeverbunds im Mund vermindert sich langsam über die Zeit (Hashimoto et al., 2000). Beruhend auf fraktografischen (= Röntgen von Kristallmustern) Analysen wurde angenommen, dass die Klebeverminderung durch eine Eiweißzerstörung der Kollagen Fasern im von Mineralien entblösten nicht-geschützten Dentin (Sano et al., 1999; Hashimoto et al., 2003a) verursacht wird. Es wurde vorgeschlagen, dass eine schnelle Methode der Simulation dieser [Eiweiß] Zerlegung wäre, die Kunststoff-Dentin Grenze einem eiweißentfernenden Mittel auszusetzen (Yamauti et al., 2003). Eine Lösung von NaOCl [Natrium Hypo Chlorid] in Wasser ist ein unspezifischer Eiweißentferner. Als ein beschleunigter Alterungstest wurde die Klebekraft von mikro Zugfestigkeits Stäbchen eingelegt für eine Stunde in 10 % NaOCl festgelegt (Yamauti et al., 2003). Nach dieser kurzen Zeit sinkt die mikroZugfestigkeit signifikant, was aus diesem Vorgang eine sehr schnelle Testmethode macht. Die Analyse des Vorgangs zeigt, dass diese Absenkung in der mikro Zugfestigkeit mit einer speziellen Auflösung der Hybridschicht einhergeht, die den Versagensmustern im wirklichen Leben gleicht.

 


Auflösung des Leserrätsels im Artikel  Kunststoff Zahnopfer Teil 4

Bild 4 zeigt eine im Dienst gealterte und am Rand braungewordene Kunststoff Füllung, die mit einer konventionellen Phosphatzement Unterfüllung versehen ist. Hier ist kein Zahnnerv in Gefahr.

Bild 5 gehört zu einem Fall mit dringendstem Behandlungsbedarf. Ein Vorbehandler hat hier einen unteren 6-er vor nicht allzu langer Zeit (kein Jahr) großvolumig mit Kunststoff gefüllt und alles auf das nackte Dentin geklebt. Der Zahn reagiert nun stark pulpitisch. Die Entfernung von 95% der Füllung offenbar eine losgelöste Kleberschicht.

Bild 6.  Das Bild enthält einen Zufallsfund. D.h. dass dieser Zahn weder als behandlungsbedürftig erkannt, noch durch Symptome irgendwie aufgefallen ist.

Bild 7. Auf Bild 7 sehen Sie das Werk meines Nachbarkollegen Dr. S. in einem Gebrauchsalter von 6 Monaten. Die offensichtlichen Randspalten waren der Grund für das Foto, sind aber für mich kein Grund, die Arbeit schon wieder auszubohren.

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