Punktwertübersicht für IP (Individualprophylaxe für Kinder) Leistungen

Die KZV Nordrhein hat offensichtlich den besten Draht zu den Krankenkassen. Gerade erhalten die Kollegen in Nordrhein (Köln/Düsseldorf und Umgebung) eine Übersicht über die mit den Krankenkassen vereinbarten Punktwerte, zu denen die Praxen Vorbeugeleistungen an ihren jungen Patienten erbringen dürfen.

In Nordrhein bezahlen die Primärkassen (AOK etc.) jetzt 0,9030 Euro pro Punkt, also z.B.für die Fissurenversiegelung 16 Punkte mal 0,9030 ergibt 14,45 Euro. Die billigsten Fissurenversiegelungen gibt es in Sachsen-Anhalt, mit dem Punktwert von 0,7560 bringt das Schützen eines Zahns dort Euro 12,10.

Nicht berücksichtigt sind weitere Abzüge durch den HVM (Honorarverteilungsmaßstab) der KZV. So kann es sein, dass im Geltungsbereich einzelner KZVen nur eine Basisvergütung (so in Hessen 2003, damals 47.200 Euro für das ganze Jahr !) mit dem gültigen Punktwert ausgeschüttet wird. Darüberhinaus gehende Mengen an Punkten werden dann um einen sogenannten „Restvergütungsminderungsprozentsatz“ von beispielsweise 26,48200110 (man bemerke die 8 Nachkommastellen !) gekürzt ausgezahlt. Das bedeutet, dass die hessischen Praxen die überwiegende Anzahl ihrer Leistungen 2003 mit einem Discount von 26% erbracht haben. Diese Form der Ramschpreisbildung per HVM ist vom Sozialgericht Marburg am 15.03.2006 abgesegnet worden. Ein Kollege hatte dort geklagt, weil er seiner Meinung nach durch die „Discountregelung“ wegen vieler Härtefälle besonders stark getroffen wäre. Das wurde verneint.

Alles wird gut – für die Zahnis – glauben ja immer noch Viele. Auch unsere Patienten. Wir – die Insider – glauben das nicht mehr.

Kommentar verfassen