Wie erkenne ich Knirscher Teil 3

Lesen Sie auch die Artikel  Knirscher der Woche  und  Wie erkenne ich Knirscher Teil 1

 

Bissspur Bild 1

Eine bewährte Methode der Knirschererkennung ist es, nach kaltverformten Metalloberflächen zu suchen. Dazu muss man wissen, dass von allen Zahnmaterialien ausschließlich Metall die Eigenschaft hat, sich auch bei Zimmertemperatur plastisch verformen zu lassen. Das gilt ganz besonders für alle Goldlegierungen. Eine hohe Krafteinwirkung führt dazu, dass die oberen Schichten des Metalls „schmierend“ umverlagert werden. Spröde Materialien, wie Keramik, natürlicher Schmelz oder auch Komposite (= Kunststoff) können nur abtragend umgeformt werden.

In Bild 1 kommen beide Mechanismen vor: der dunkle Punkt auf der Kaufläche entsteht durch Abtragen von Material und die eigenartige Oberflächengestaltung der Goldkrone ist der Kaltverformung durch entstprechende Höcker des Oberkieferzahns (= Bild 2)  zuzuschreiben.Gegenkiefer Zahn Bild 2PrämolarBild 3

Merksatz 1:  Sieht die Goldkaufläche dem Gegenzahn ähnlicher als dem ursprünglichen Entwurf des Zahntechnikers, dann handelt es sich beim Träger der Krone fast 100% sicher um einen Knirscher/Presser.

In Bild 3 weist unsere konkrete Patientin hier, Frau H. (70), auch okklusal (auf der Kaufläche) stark abgeriebener Zahnschmelz auf einem sonst unbeschädigten Zahn auf. Macht man sich klar, dass Zahnschmelz eines der härtesten Materialien unterhalb von Diamanten darstellt, das mit normalem Werkzeugstahl (HSS) NICHT (!) bearbeitet werden kann, dann kann man sich vorstellen, welche Kräfte und welches Ausmaß an Bewegung von Schmelz auf Schmelz erforderlich ist, um den hier vorgefundenen Abtrag von etwa 2 mm (= 2.000 Mikrometer) *)  Schmelzmantel bewerkstelligen zu können. Mit normalen Kaubewegungen des Unterkiefers funktioniert das jedenfalls nicht.

Merksatz 2: Fehlt auf den Kauflächen der harte Schmelzmantel, gibt es dafür nur 2 Erklärungen: a) Knirschen oder b) Erosion durch Säure. **)

*) Und wieder findet sich ein weiterer Seitenhieb auf die Funktionslehre mit ihrem mechanistischen Mikrometerglauben. Wenn doch angeblich jeder Mikrometer so wahnsinnig wichtig ist; wieso haben dann ausgerechnet die wildesten Knirscher (= das sind die mit den dramatischsten Höhenverlusten) vorhersagbar keine CMD (TMD)? Beispiel:  Knirscher und Totalprothese Teil 5

**) Dass im Jahr 2010 noch „Zahnärzte“ hingehen, und mit der eingespannten Diamantfräse jungräuliche Zähne „einschleifen“, um eingebildete „Frühkontakte“ zu beseitigen, schließe ich hier mal als zu schwachsinnig aus.

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