Aufruf Pro Amalgam und Glas Ionomer Praxen

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SANY0501

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In letzter Zeit mehren sich die Anfragen von Patienten aus dem ganzen deutschsprachigen Bereich, ob ich denn mit einem/er zahnärztlichen Behandler/in in ihrer Stadt dienen könnte, der tatsächlich noch Amalgam und/oder Glas Ionomer Zement als Alternative zum Kunststoff in die Backenzähne anbietet. Häufig genug steckt dahinter eine bereits durchgemachte schlechte Erfahrung, sei es, dass der frisch gefüllte Backenzahn nach der Kunststoff Füllung nicht mehr zum Kauen geeignet ist, weil er bei jedem Bissen schmerzt, oder schlimmer noch, ein kunststoffgefüllter Zahn bereits sein Leben aushauchte als Folge einer solchen Füllungsmaßnahme.  Bild 1 Glass Ionomer Cements Atlas von Graham J. Mount

Hiermit möchte ich die Kolleginnen/en aufrufen, die meine Bedenken hinsichtlich der Langzeithaltbarkeit von Kunststoff Seitenzahnfüllungen teilen. Meine Argumente lauten:

  • Kunststoff ist nicht 100% dicht zum Dentin hin zu bekommen.
  • Bakterien haben gute Wachstumsbedingungen im Spalt zwischen Kunststoff und Dentin
  • Die wiederholte harte Wechselkraftbelastung von Knirschern/Pressern löst mittelfristig jede Verklebung zwischen Dentin und Kunststoff durch Materialermüdung.
  • Die Klebematerialien sind noch lange nicht durchentwickelt, pro 1 Jahr sinkt die Klebekraft um 50 %
  • Vor Ort vorhandene Metallo Matrix Proteinasen (MMP) im Dentin zerlegen das Kollagennetzwerk unter der Hybridschicht (Klebeschicht) vorhersagbar.
  • Die schlechte Toleranz des Kunststoffs gegen Sulcusflüssigkeit, Speichel und Blut bedeuten im klinischen Alltag eine Häufung von Komplikationen gegenüber Amalgam und Glas Ionomer Zement.
  • Die Haltbarkeit vieler Kunststoff Füllungen in vielen Mündern kann eben nicht als dauerdichte Verklebung des Kunststoffs mit dem Zahn gedeutet werden, sondern beruht auf der hohen Mißbrauchstoleranz des lebenden Dentins.

 

SANY0502Bitte melden Sie Ihre Kontaktdaten an mich (Joachim Wagner, Zahnarzt) unter Fax 0214 68504 oder Email za-wagner@telelev.net  zur Aufnahme in eine Kontaktdatei. Das soll Interessenten die Möglichkeit geben, hier auf meiner Seite direkt Ihre Adresse beziehen können.

 

Bild 2  Stapel mit GIZ Atlanten von Graham J. MOunt

 

Die ersten 10 Zahnarzt-Praxen, die sich hier listen lassen, erhalten gegen die Zahlung der Versandkosten in Höhe von Euro 5,– , einen neuen Atlas „Glass Ionomer Cements – A clinician’s guide“ von Graham J. Mount, 200 Seiten, sehr viele farbige Bilder, englische Sprache ohne weitere Kosten zugesandt.

2 Replies to “Aufruf Pro Amalgam und Glas Ionomer Praxen”

  1. Der Beitrag hat ja nun schon einige Jaehrchen auf dem Buckel, ich nehme mal an, es hat sich an dieser Front bisher nichts getan? Auch im Jahr 2019 scheinen Praxen, die GIZ auf Anfrage ueberhaupt verarbeiten (und nicht direkt mit dem Argument der „geringeren Haltbarkeit“ direkt ausschliessen) sehr rar gesaet zu sein. Aktive Fuersprecher scheint es ausser Ihnen leider nicht zu geben.

    Gepaart ist das Ganze weiterhin mit blinder Bohrwut – die mir direkt angebotene Kunststofffuellung an „zwei kleinen Stellen“, hat sich nach einer von mir geforderten Bissfluegelaufnahme dann ploetzlich auf IK mit Abwarten relativiert und war 1 Jahr spaeter bei der PZR scheinbar ueberhaupt nicht mehr erwaehnenswert.

    Ich habe am 37er aus meiner Jugend noch eine grossflaechige Kunststofffuellung auf der Kauflaeche, die sicherlich irgendwann mal faellig wird, die wuerde ich dann schon gern gegen GIZ tauschen (oder aber Amalgam, da scheinen sich aber viele ZA dagegen zu sperren).

    Der richtige ZA will natuerlich auch gefunden werden, unser Stamm-ZA hat bei der Behandlung einer Zwischenraumkaries meiner Frau dann leider „aus Versehen“ den Zahn gekillt weil zu tief gebohrt, woraus dann mehrere Monate Wurzelbehandlungs-Drama folgten…

    Ueber eine aktuelle Einschaetzung zur allgemeinen Situation in Deutschland im Jahre 2019 von Ihnen wuerde ich mich sehr freuen. Leider sind Sie von meinem Wohnort viele 100km zu weit entfernt, sonst wuerde ich einfach persoenlich bei Ihnen vorstellig werden bei zukuenftigen Faellen.

    1. Sie sprechen ein wirkliches Problem an. Ich bin auch Teil einer Emailgruppe für Kollegen. Da tobt der Krieg auch wiederholt an dieser Front. Bestimmte Kollegen bringen dort regelmäßig wissenschaftliche Argumente für Amalgam statt Kunststoff vor, werden aber von der Mehrheit ignoriert/niederargumentiert. Das Gleiche passiert, wenn ich GIZ ins Gespräch bringe. ABER: Es gibt erstaunlicherweise Bewegung. Heute konnte ich in der letzten Ausgabe der „ZM“ (Standeszeitschrift, die jeder Niedergelassene erhält) lesen, dass neuerdings bei Kindern sowohl Füllungen als auch Aufbauten für Kinderkronen statt in Komposit jetzt in GIZ empfohlen werden. Irgendein Prof. hatte sich dafür stark gemacht. Aber, seien wir ehrlich: Es dauert noch mindestens 10 Jahre, ehe solche Erkenntnisse an der Basis angekommen sein werden.
      Sie können ja mal Ihren Zahnarzt löchern, ob er den Artikel in der ZM gelesen hat.

      VG J. Wagner

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