Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank

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Bild 1

Herr H. (76) erscheint „regelmäßig“ alle 5 bis 10 Jahre einmal beim Zahnarzt und hat dann auch noch genaue Vorstellungen davon, was bei ihm getan und vor allem, was nicht getan werden soll. Nicht entfernt haben möchte Herr H. seine Wurzelreste rechts oben und links unten.

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Bild 2

Seine letzte Vorstellung gab Herr H. vor 4 Jahren mit exakt dem gleichen Befund wie heute – also mit den völlig zerstörten Zähnen 16,17 und 36 – mit Ausnahme des 14, den der Patient gefüllt haben wollte.

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Bild 3

Einen Einblick in die zahnmedizinische Krankengeschichte von Herrn H. bietet die Aufnahme der Seitenzähne der linken Seite: Offenkundig fehlt einer der Prämolaren (= Vorbackenzähne) links oben. Beim genauen Betrachten der rechten Seite fehlt ebenfalls einer rechts oben. Natürlich könnte das Fehlen der bleibenden Prämolaren auch durch eine Nichtanlage zustande kommen, weil aber die Nichtanlage oberer 4-er oder 5-er eher selten vorkommt, liegt es nahe, das Fehlen hier auf einen zahnärztlichen Eingriff zur Vermeidung eines frontalen Engstandes zurückzuführen. Beim Geburtsjahr 1934 wäre dieser Eingriff etwa auf das Jahr 1944 bis 1946 zu datieren. 

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Bild 4

Wo die drei dunklen Wurzeln stehen, befand sich ursprünglich der sogenannte 6-er, also der 6- Jahr Molar = der Backenzahn, der mit 6 Jahren in den Mund tritt. Die Karies hat den 6-er bis auf das Niveau der Einzelwurzeln zerstört. Am Zahn 17 fehlt schon die innere (palatinale) Wurzel, daraus ist zu schließen, dass die beiden noch vorhandenen (bukkalen) Wurzeln vermutlich nur noch als kurze Endspitzen vorhanden sind. Um die Wurzel 16 herum sieht das Zahnfleisch entzündungsfrei aus, beim 17 könnte eine chronische Parodontitis(= Zahnfleischentzündung) mit Eiterbildung diagnostiziert werden.

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Bild 5

Beim ursprünglich an Stelle der Wurzelreste sich befindenden 36 handelt es sich um einen großer dicken Backenzahn mit 2 brettförmigen Wurzeln. Auch hier „rostete“ die Karies den Zahn soweit herunter, dass nur noch das Endstück der hinteren Wurzel und etwas mehr von der vorderen Wurzel übrig ist. Soweit im Foto erkennbar, läßt sich keine direkte Eiterbildung feststellen.

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Entrüstet werden sich in beim Anblick dieser Bilder mindestens 50% aller Kollegen/innen abwenden und mir vorwerfen, den Patienten unärztlich, ja geradezu mittelalterlich zu behandeln. Dazu eine kurze Stellungnahme: Jeder Patient hat ein Recht auf Nichtbehandlung. Ich halte es gerade im Jahr 2010, in dem vieles machbar und den Behandlern noch viel mehr  „notwendig“ erscheint, für wichtig zu betonen, dass

  • a) juristisch jeder medizinische Eingriff immer noch eine – unter bestimmten Voraussetzungen erlaubte und deshalb straffreie – Körperverletzung darstellt,
  • b) in einem freien Staat kein Mensch gezwungen werden kann, sich einer – wie sinnvoll auch immer erachteten – Maßnahme zu unterziehen.
  • c) die wichtigste Voraussetzung eines medizinischen Eingriffs immer noch die Einwilligung des Patienten bleibt.
  • c) vieles von dem, was wir „Experten“ heute glauben als letztgültige Wahrheit über die Gesundheit zu wissen, morgen schon wieder überholt sein kann. Beispiel: Bakterienbekämpfung im Haushalt mit allen Mitteln seit den 60-er Jahren. Rückschläge in Form von Allergien etc.

 

Seit dem April 2003 sehe ich die Ruinen der Zähne 16, 17, 36 des Herr H. dokumentiert in meiner Patientenkartei. Der letzte davor liegende Besuch fand im April 1993 statt, also 10 Jahre zuvor. Daraus folgt, dass die schwere kariöse Zerstörung von 3 Backenzähnen bis auf die Wurzeln seit mindestens 7, wahrscheinlich eher 10 Jahren anzutreffen ist. In dieser ganzen Zeit, versichert mir der Patient, hat er weder ernsthafte Schmerzen erlebt, noch jemals wegen einer dicken Backe „Sehnsucht“ nach dem Zahnarzt gehabt. Das wiederum beweist, dass die Immunabwehr offensichtlich bequem in der Lage ist, alle Bedrohungen – naturgemäß hauptsächlich bakterieller Art – , die von infizierten Wurzelresten ausgehen, in Schach zu halten.

Gedankenspiel

Angenommen, liegengebliebene Wurzelreste würden sich tatsächlich so aggressiv und schädlich verhalten, wie im Lehrbuch für zahnärztliche Chirurgie angekündigt bzw. von der zahnärztlichen Folklore nacherzählt. Dann hätte die Menschheit wirklich RICHTIGE Probleme. Mindestens die Hälfte aller Menschen, und damit meine ich auch aller sich in ständiger zahnmedizinischer Behandlung befindlicher Menschen hat im Mund einen Zahn, der

  • 1.) seit Jahren tot, aber nicht wurzelbehandelt ist, durch fehlende Anzeichen bemerken es aber weder Patient noch Zahnarzt
  • 2.) seit Jahren tot und wurzelbehandelt ist, aber eine eindeutige bakterielle verursachte Entzündung an der Wurzelspitze aufweist, der Patient bemerkt es manchmal, aber der Zahnarzt will es nicht bemerken
  • 3.) seit Jahren zwischen dem Leben und Tod ringt, z.B. in der Form, dass von 3 Wurzeln eine abgestorben ist, 2 jedoch nicht. Der Patient erfährt als Diagnose etwas von „Pulpitis …“.
  • 4.) usw.

Gemeinsam ist diesen Zuständen, dass die in den Markraum (= Zahnnervraum) eingedrungenen Bakterien sich jeweils bis in die Wurzelspitze des Zahns vorgekämpft haben und dort theoretisch alle schlimmen bakteriellen Krankheiten auslösen könnten, wie Sepsis (akute Blutvergiftung), Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung), Abszeß (Eiterbildung) etc. Tatsächlich geschehen diese ausufernden Erkrankungen aber sehr selten und eigentlich nie ohne Anstoß von außen. Letzterer kann z.B. ein gutgemeinter zahnärztlicher Eingriff z.B. der Beginn einer Wurzelbehandlung eines abgestorbenen Zahns sein. Gar nicht so selten löst ein solcher ein akutes Aufflammen der chronischen Entzündung aus.

So gesehen stecken – trotz exzessiver Röntgendiagnostik in deutschen Praxen – relativ viele Bio-Zeitbomben in den Kiefern deutscher Münder und entgegen den „Experten“ Ankündigungen passiert selten eine Explosion. Die ausgefeilte Konstruktion der Millionen Jahre alten Bakterienabwehr des Mund- und Rachenbereichs der Säugetiere ist doch nicht so einfach zu überlisten, wie die Sprüche der Zahnmedizinerschaft gerne glauben machen wollen.

Und das ist auch gleichzeitig der Grund, warum Wurzelreste nicht ganz so problembehaftet sind, wie sie aussehen.

41 Replies to “Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank”

  1. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Ich habe 7 ganz zerstörte Zähne. Da ich aber eine ausgeprägte phobie vor Zahnarztbehandlungen habe bin ich nicht dazu in der Lage etwas an diesem Zustand zu ändern. Das schlimmste sind die schmerzen wenn die nerven sterben und wenn alles entzündet ist. Habe auch Angst,dass ich an einer sepsis sterbe oder mein ganzer kieferknochen kaputt geht da mir dies so von einem za an den kopf geworfen wurde. Könnten Sie mir bitte sagen wie wahrscheinlich es ist sowas von den ganz kaputten zähnen zu bekommen? Also auf dem zahnfleisch ûber den zahnresten in wurzelhöhe habe ich immer schwellungen und kleine „eiterpickel“ die Dick und weiss werden und dann aufgehen. richtige schmerzen hab ich nie,also netventzündung und das absterben der nerven ist 100 mal schlimmer gewesen.Befinde ich mich dadurch in lebensgefahr?

  2. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Und bitte bitte nicht schlecht von mir denken 😳 ich muss antidepressiva einnehmen und sterbe jeden Tag mehrere Tode durch angstzustände. Also nicht das einer denkt ich wäre verantwortungslos oder eine oralsau wie Zahnärzte solch geplagte Menschen wie mich schimpfen. Danke

  3. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    @ Katharina: Erstmal, für seine Krankheit braucht sich keiner schämen. Wenn Sie unter so starken Ängsten leiden, dass sie sich nicht zum Zahnarzt trauen, würde ich Ihnen empfehlen, das zunächst mal mit ihrem behandelnden Arzt zu besprechen und nachfragen, was er Ihnen empfiehlt. Ebenso könnten sie mal mit Ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen und dort nachfragen, wie man Ihnen helfen kann. Es gibt nämlich auch Zahnarztpraxen, die sich auf Angstpatienten spezialisiert haben und Behandlungen unter Vollnarkose durchführen können, das muss aber Ihre Krankenkasse genehmigen. Sie können stets prüfen, ob man sie berücksichtigt und gut mit Ihnen umgeht. Ich möchte Sie ermutigen, dass sie sich von Ihrer Angst nicht so weit einschränken lassen, dass ihre Zähne keinen weiteren Schaden nehmen. Sie brauchen sie doch, mit irgendwas müssen Sie ja beissen und kauen – und lachen, wenigstens ab und zu 🙂

  4. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Liebe Katharina, Sie befinden sich n großer Gesellschaft: 20% aller Menschen gehen nie zum Zahnarzt, auch dann nicht, wenn die Backe dick ist. Und in 99% der Fälle geht es gut aus. Bei gutem Allgemeinzustand (nicht zu dürr, keine Immunschwäche usw.) haben Sie beste Chancen, ohne den Zahnarzt auszukommen. Nebenbei: Panikstörungen können kurzfristig mit Lorazepam (Benzodiazepin) und langfristig mit Verhaltenstherapie behandelt werden. Viele Grüße Joachim Wagner

  5. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Danke für Ihre Antworten. Ich gehe meiner Familie ziemlich auf die nerven mit meiner phobie und richtig Ahnung hat da ja auch keiner von schlechten Zähnen. Sie stempeln mich wie 95% aller nicht angsthasen als völlig bescheuert ab. Und dann kommen so spruche: „wie kannst du deinem körper dieses gift zumuten“ das ist die nette Umschreibung für meine zahnreste 😥 und ein äusserst netter za sagte mal zu mir als ich weinend sagte ich kann das hier nicht „ach wissen sie, Sie können sich gern wie ein Kind anstellen und vor mir weglaufen. Aber wie sagte unser prof schon in der lehrzeit : irgendwann bekommen wir jeden! Das hört sich sehr bedrohlich an finde ich 🙁 . Lorazepam ist mir bekannt musste sie auch schon nehmen nur schlafe ich von einer fast 2 Tage 😉 habe citalopram die mich prompt 20kg schwerer machten. Dann sertralin die nicht halfen..dann mirtazapin etc.. hatte schob so ziemlich alles was einen namen hat ohne Grosse erfolge verbuchen zu können. Liebe grüsse

  6. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    @Sven leider bin ich ein komplexer angsthase 🙁 soll heissen ich habe genauso ne Grosse Angst vor der Vollnarkose 😥 ich weiss ich bin ein schlimmer Fall. Liegt daran das ein zahn ohne betäubung gezogen wurde und ich auch sonstige horrorsitzungen erleben durfte. Nun ja ,da Sie die chlorhexamedkur angesprochen hatten: dies benutze ich bereits. Ich tue alles für die zahnpflege was in meiner macht steht. Ich habe meine red Bull sucht überwunden esse nichts süsses mehr. Putzen mir morgens und abends die Zähne gründlich mit gum paroex zahnpasta die 0,12% chlorhexamed beinhaltet. Nach dem putzen morgens verwende ich chlorhexamed forte0,2% mundspülung und abends nach dem putzen verwende ich ein 1%iges chloehexamedgel dieses trage ich auf die weiche zahnbürste auf und massiere es an jeden einzelnen Zahn. Also kaum einer den ich kenne gibt derart viel Zeit und Geld für seine zahnpflege her. Aber ich bin die einzige un der Familie bei der die Zähne der reihe nach sterben. 🙁

  7. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“katharina“]@Sven leider bin ich ein komplexer angsthase 🙁 [..][/quote]

    Das ist wirklich sehr bedauerlich. Ich wünsche Ihnen alles Gute und vielleicht gelingt es Ihnen ja irgendwann, Ihre Angst zu überwinden. Viel Glück.

  8. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Ja das hoffe ich selbst sehr für mich. Danke für die guten Wünsche und den Tipp mit den kaugummis aus dem aldi,habe sie mir gleich heute Abend gekauft in allen Sorten. Spearmint ist besonders lecker und 😆 d angenehm zu kauen

  9. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Katharina,

    schauen Sie doch mal auf der Seite http://www.zahnarzt-angst-hilfe.de

    Dort finden Sie viele Betroffene. Mit dem „richtigen“ Zahnarzt, kann man die Angst besiegen oder minimieren. In dem Forum, kann man auch nach ZÄ mit Erfahrung an Angstpatienten suchen. Diese werden von Betroffenen selber empfohlen. Viel Erfolg.

    Liebe Grüße

    atlantika

  10. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Dort bin ich seit einem Jahr registriert,trotzdem danke für den tipp.

    Liebe grüsse

  11. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Ich hätte da noch eine Frage bezüglich der Zahnnerven. Wenn die Karies den Nerv erreicht hat und dieser sich daraufhin entzündet und abstirbt, Was passiert dann mit dem toten Nerv? Zersetzt der sich innen drin und wird resorbiert oder kommt der durch den kaputten zahn in die Mundhöhle und wird verschluckt??? Ist für Zahnmediziner bestimmt eine „dumme“ Frage 😛 aber ich bin mir nicht sicher,und man lernt eben nie aus 🙂 liebe grüsse

  12. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“katharina“][..] Wenn die Karies den Nerv erreicht hat und dieser sich daraufhin entzündet und abstirbt, Was passiert dann mit dem toten Nerv? Zersetzt der sich innen drin und wird resorbiert oder kommt der durch den kaputten zahn in die Mundhöhle und wird verschluckt??? [..][/quote]
    Als „Expertin“ für untergehende Zähne wissen sie das selbst doch am allerbesten aus eigener Erfahrung 😀
    Als interessierter Laie weiss ich:
    – Die Bakterien wandern in die Wurzel/Pulpa und entzünden den Nerv
    – Der Nerv stirbt ab, alles verbunden mit starken Schmerzen
    – Die Bakterien arbeiten in der Wurzel weiter und machen die Innenwände der Wurzel „mürbe“, sodass der Zahn auch nicht mehr mittels einer Wurzelfüllung gerettet werden kann
    – Die Bakterien können über die Wurzel weiterarbeiten und auch den Kiefer erreichen und Sachen wie Abszesse, dicke Backe, herauseitern des Zahns usw. bewirken.

  13. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Lieber Sven, also erstens möchte ich sagen,dass Ihre Bemerkung bzgl „Expertin“ nicht gerade lustig ist. Und desweiteren weiß ich keineswegs was mit dem Nerv passiert denn er schreibt mir keinen Brief in dem steht „Hallo , du hast mich gerade verschluckt“ oder „Dein Körper hat mich gerade innerlich verarbeitet“. Ich hoffe Herr Dr. Wagner kann mir eine aufschlußreichere Antwort geben 😉

  14. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Katharina,
    erst wenn die verbliebene Restdentindicke (= hartes Material) zwischen Karies und Nerv deutlich kleiner als 0,5 mm liegt, wandern in nennenswerten Mengen Bakterien in den Zahnnerv ein. Das führt zunächst zu einer bakteriell verursachten Entzündung und in den meisten Fällen anschließend zum eitrigen Zerfall des Restgewebes des „Nerven“, der ja hauptsächlich aus Bindegewebe besteht. Dieser Vorgang kann innerhalb von wenigen Tagen passieren, aber auch Jahre in Anspruch nehmen. Genauso unsicher ist die Schmerzsymptomatik: es kann stark bis sehr stark schmerzen oder auch gar nicht. Wir haben bis heute keine Ahnung wovon letzteres abhängt. Zu verschlucken gibt es in der Regel dann nur verdünnten Eiter, der deutlich nach Fäka riecht, niemals einen intakten „Nerv“. Viele Grüße Joachim Wagner

  15. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Erstmal vielen Dank für den aufschlußreichen Beitrag!Also ich weiss ,dass meine Nerven gestorben sind da die Zähne ja so gut wie komplett kaputt sind und wegen dem typischen Schmerz und Eiterbildung. Bei einem einzigen Zahn ging der Nerv schmerzlos unter. Habe mich auch bis heute gefragt warum dem so war. Eiter der stinkt war allerdings noch nie dabei 😮 habe an sich keinen Mundgeruch,was evtl am Chlorhexamed liegt.Ich weiss nur das es bei mir immer gleich ablief: Zahn bricht ab -nichts tut weh…Wochen später der Schmerz der einen um den Verstand bringt ca 2 Tage und Nächte. Danach fühlt sich mein Gesicht geschwollen an ,ohne das eine äußerlich sichtbare „dicke Backe“ entsteht. Es schmeckt kurz übel..dann Zähne putzen und Voila nichts tut mehr weh ich kann kauen nichts spannt mehr und am Zahnfleisch entsteht ein „permanent Pickel“. Dann bin ich wohl das lebende Beispiel für die 2 Tage in Ihrem Bericht.
    Liebe Grüße Danke für Ihre Bemühungen. Ich weiß dies sehr zu schätzen!

  16. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Herr dr Wagner. Mir geht es ähnlich wie Katharina,nur dass bei mir „nur“ 2 abgestorbene Zähne vorhanden sind. Habe in Zahnarztangstforen des öfteren gelesen,dass sich der eiter von kaputten zähnen in den kk fressen kann.ich hab auch permanent diesen eiterpickel in wurzelhöhe denke mal ein abszess. Meine frage nun an Sie: wenn der zahn aufgebrochen ist und eiter sich in wurzelhöhe entleert,ist es dann ausgeschlossen das eiter sich auch in den Knochen frisst oder kann das such parallel zueinander laufen.

  17. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Mich wundert, dass trotz dicker Beläge auf dem Großteil der Zähne und den verfaulten Backenzähnen das alles noch recht intakt aussieht, wie kommt das ? Sind die Beläge egal und hinterher nur der Zuckerkonsum ausschlaggebend für die Karies ?

  18. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“Thomas“]..ich hab auch permanent diesen eiterpickel in wurzelhöhe denke mal ein abszess. Meine frage nun an Sie: wenn der zahn aufgebrochen ist und eiter sich in wurzelhöhe entleert,….[/quote]

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, was es heißt, wenn auf diese Weise kontinuierlich Eiter in die Mundhöhle abgegeben wird.
    Auch ein tägliches Spülen mit Chlorhexidin verhindert nicht, dass die Mundhöhle mit Eiter besiedelt ist, weil ständig „Nachschub“ kommt. Die Eitererreger können ja auch auf andere übertragen werden :sigh:

  19. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Sven! Dann sollten Sie froh sein das sie es sich nicht vorstellen müssen und keine Phobie durch miserable Behandlungen und Pfusch im Mund davon getragen haben. Ixh für meinen Teil bin seit 10 Jahren verheiratet und meine Frau hat NICHT EINE FÜLLUNG! Soviel zum Übertragen der Bakterien.

  20. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“sven“][quote name=“Thomas“]..ich hab auch permanent diesen eiterpickel in wurzelhöhe denke mal ein abszess. Meine frage nun an Sie: wenn der zahn aufgebrochen ist und eiter sich in wurzelhöhe entleert,….[/quote]

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, was es heißt, wenn auf diese Weise kontinuierlich Eiter in die Mundhöhle abgegeben wird.
    Auch ein tägliches Spülen mit Chlorhexidin verhindert nicht, dass die Mundhöhle mit Eiter besiedelt ist, weil ständig „Nachschub“ kommt. Die Eitererreger können ja auch auf andere übertragen werden :sigh:[/quote]

    Und außerdem benutze ich kein Chlorhexidin das war meine Vorrednerin!

  21. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“Thomas“]Hallo Sven! Dann sollten Sie froh sein [..][/quote]
    Es gehört zum guten Ton, in einer Diskussion unterschiedliche Meinungen gelten zu lassen, ohne gleich persönlich zu werden, sie nehmen sich ja auch die Freiheit ihre Meinung zu sagen, warum soll das nicht für andere gelten, nur weil ihnen ein paar Tatsachen nicht gefallen 8)

  22. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Sven,natürlich dürfen Sie ihre meinung ebenso kundtun wie ich. Und ich finde nicht das ich persönlich wurde sondern eher Sie. Denn wenn unter einem Artikel in dem steht das kaputte Zähne nicht so dramatisch sind und einige echt seelisch erschopfte phobiker ein wenig aufatmen und froh sind das es auch einen za gibt der ihnen nicht den Tod und logenabszesse prophezeit und auf diese weise mit einem za kommunizieren zu können,dann kommt einemenschen ubertrager wie Sie und sagt angewidert (so kommts rüber) mag mir gar nicht vorstellen wie das ist standig eiter und oh gott wie ätzend und dann zum guten schluß noch sowas wie ::“außerdem könnt ihr den Dreck auch auf andere arme Menschen übertragen“. Wirkt ein wenig herablassend von ihnen. Deswegen habe ich ihnen auch von meinem Familienstand berichtet-also seien sie beruhigt lieber Sven ich laufe nicht durch die Strassen und infiziere unschuldige mit der pest!

  23. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Laut dem Artikel hat so gut wie jeder einen toten Zahn im Mund ohne es zu wissen und dort treiben dann auch Erreger ihr unwesen. Wer garantiert ihnen denn das Sie diese Erreger nicht ebenfalls in sich tragen und weiter übertragen? Niemand! 😛

  24. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“Thomas“]…(so kommts rüber) ..[/quote]
    Das steht aber nicht da!
    Und was sie in meine Zeilen hinein interpretieren, ist ihre Sache, aber nicht meine. Lesen sie doch bitte, was da steht, und nicht was sie denken.

  25. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Was das Thema betrifft, natürlich sollte man nichts übertreiben, und wenn obiger Artikel die sonst üblichen Katastrophen-Szenarien mal relativiert und auf den Boden der Tatsachen holt, ist das wohltuend bodenständig.

    Das kann aber im Umkehrschluss doch nicht heissen, dass es gesund ist, so zu verfahren, Aspekte wie Hygiene und Ekel mal ausgeklammert.
    Und es als Rechtfertigung heranzuziehen, nichts ändern zu brauchen und die Problemlösungen zu vermeiden und von sich weg zu schieben, dafür sollte es nicht herhalten müssen – bei allem Verständnis für Ängste. Ängste gehen nicht vom Vermeiden weg, im Gegenteil, das macht die Angst nur immer schlimmer.

    Und ja, darüber hinaus finde ich Eiter ekelerregend – mein Empfinden und meine Meinung 8)

  26. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Was ist denn hier passiert? 😐 Tragen die Herren hier nun eine Schlammschlacht aus?? Nun dann möchte ich nun zu Beiden Hähnen etwas sagen. Zum Einen möchte ich loswerden,dass Ängste natürlich nicht von alleine verschwinden. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen,dass Angst einen beherrschen kann. Ich weiß aus diversen gruppentherapien das Angst einen soweit treiben kann,dass Leute sich das leben nehmen. Und die Ängste dieser menschen sind für viele gesunde Menschen lächerlich.Wie zum Beispiel die Angst das Haus zu verlassen. Es ist einfach für nicht-betroffene nicht nachvollziehbar. Diese Menschen verlassen ihr haus niemals sprich kommen auch nicht zum za geschweige denn zum allgemeinmediziner. Das sowas nicht gesund ist,ist vielen selbst bewusst nur ändern können Sie nichts daran. Und zu Thomas: wenn man in der offentlichkeit intime Details preisgibt muss man sich im klaren darüber sein,dass es Leute gibt die einen nicht verstehen

  27. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Und die einen wenn auch nicht gewollt mit ihren worten hart treffen oder „verletzen“. Also Thomas es gibt 2 Möglichkeiten 1. Nichts intimes mit fremden teilen oder 2. Posts die einem nicht gefallen einfach ignorieren und fertig. In diesem sinne regt euch mal ab und bleibt sachlich. Gruß

  28. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Wenn ich schon mal am schreiben bin nochmal ne zahnärztliche frage 🙂 vorweg: ich habe den Entschluss gefasst,dass ich so nicht weitermacgen möchte sprich mich in zahnärztliche Behandlung begeben werde. Da ich ja weiss,dass viele entzündete Zähne raus müssen (und bei der letzten ex die betäubung) nicht wirkte) nun meine frage. Kann ich irgendwie selbst dafür sorgen,dass die Betäubung besser wirkt? Kann ich bspw. vor dem Termin zum ziehen ibuprofen einnehmen um die spritze wirksamer zu machen? Danke schon mal für jegliche auskunft

  29. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    [quote name=“katharina“]Und die einen wenn auch nicht gewollt mit ihren worten hart treffen oder „verletzen“. [..][/quote]
    Danke, das haben sie gut erkannt.
    Auch wenn obiger Artikel hinsichtlich der üblichen Panik Entwarnung gibt und einen gelasseneren Umgang damit nahelegt, möchte ich ein paar Zeilen aus den Schluss des Artikels zitieren:
    „So gesehen stecken…. relativ viele Bio-Zeitbomben in den Kiefern deutscher Münder und entgegen den „Experten“ Ankündigungen passiert selten eine Explosion. [..]
    Und das ist auch gleichzeitig der Grund, warum Wurzelreste nicht ganz so problembehaftet sind, wie sie aussehen.“

    Es ist wirklich nicht böse gemeint, angesichts von „Bio-Zeitbomben“ eher aversive Gefühle zu entwickeln, bleibt das Phänomen doch problembehaftet – auch wenn der Artikel etwas die übliche Panik rausnimmt – und ruft nach Entschärfung der „Bombe“.
    In diesem Sinne, freundliche Grüße 8)

  30. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Und Thomas ich will Ihnen noch Nahelegen,dass Sven mir sehr freundlich geantwortet hatte und sogar noch einen guten tipp gegeben hat (siehe Seite 1). Daraus dürften Sie schließen,dass er keinen hass oder Ekel gegenüber phobikern verspürt. Ihre Angst macht Sie empfindlich und sie interpretieren ihre eigenen Gefühle : Ekel vor eiter und Unzufriedenheit auf Svens aussagen. Er hat Sie nie beleidigt sondern nur gesagt,dass er sich diesen zahnzustand kaum vorstellen mag. Und das solche kaputten Zähne nicht gesund sind weiss wohl jeder. Aber das sollte nicht heissen das nun ausgerechnet was passieren muss (nur das es kann). Zum Bspl. Rauchen ist auch ungesund aber das heißt nichts zwangslaufig das es Sie umbringt! Wenn Sie mit ihrer Situation gut leben kauen können etc. dann ist doch alles gut. Liebe grüße an die Herren 😉

  31. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Sehr geehrter Herr Dr Wagner, ich habe tatsächlich einen sehr guten angstzahnarzt gefunden der mir hilft und sehr sympathisch ist 🙂 ich war zur schnupperstunde,in der wurde erst nur geredet über meine befürchtungen etc. Ich habe mich so wohl gefühlt das ich ihm Einblick (ohne jegliches werkzeug) gestattet habe. Er war sehr lieb und sachlich und fragte ob ich auch röntgen lassen möchte. Ok dachte ich 😕 Ich hasse diese riesen rontgengestelle die man da in den kiefer gestemmt bekommt. Zu meiner Überraschung gabs nur Blättchen zum selbst festhalten 🙂 super erfindung! Was mir der Arzt dann eröffnet hat,hat mich echt erstaunt. 4 backenzähne seien weg! SAMT WURZEL. Ich bin zwar froh da das gegrabe im knochen nach Resten meine grösste Angst war. Aber irgendwie kommt mir das merkwürdig vor da ich sowas vorher noch nie gehört hab. Man sieht die stellen wo der Zahn einst saß deutlich dunkel aber angeblich hat der Körper die katiesverseuchte Wurzel komplett resorbiert oder abgestoßen 😮

  32. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Bin ich damit ein wunder der Natur oder sehen Zahnärzte so etwas oft? Würde das irgendwann bei jedem passieren oder nur bei wenigen Menschen,also eher selten? Ich freue mich auf antworten weil Google darüber nichts hergibt. Gruss Katharina die mutige 🙂

  33. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Katharina,
    wann stoppt die Karies?
    Folglich dann, wenn der Zahn komplett erweicht/verfault also kariös zerstört wurde. Und das ist samt Wurzel der Fall.
    Das ist keine Seltenheit sondern logische Konsequenz.
    Viele Grüße aus dem verschneiten Rhein-Main-Gebiet

  34. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Markus,
    Ja klar klingt logisch aber ich dachte immer,dass kariöse Zähne kaputt gehen im sichtbaren Bereich also zahnkrone. Und wenns schlimmer wird sprich die Wurzel „vergammelt“ das sich dann alles entzündet bis der Zahnrest operativ entfernt wird. Ich wusste nicht,dass der Körper eigenständig dazu in der Lage ist Zähne so richtig KOMPLETT zu entsorgen. Ich war Spesen von platt das der ZA bestimmt dachte ich wäre bekloppt 🙂 Sind Sie Zahnarzt? Ich komme auch aus dem Rhein-Main-Gebiet 🙂 liebe grüße und schöne weihnachten. Katharina

  35. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Katharina, was hat Ihnen denn Ihr Zahnarzt zu diesen Fragen erklärt?

    Übrigens, toll, dass Sie den Schritt aus ihrer Angst gewagt haben.

    *freundlich wink*

  36. RE: Popanz 2: Wurzelreste machen automatisch krank
    Hallo Sven ich muss gestehen,dass ich beim Zahnarzt nicht der grösste Redner oder Fragesteller bin. Bin schon froh wenn mein Kreislauf nicht schlapp macht :-* Gruss Katharina

  37. Sehr geehrter Herr Dr. Wagner,

    Danke Ihnen für diesen mutmachenden, sachlichen Artikel!
    So, wie Ihre Kompetenz / Einfühlungsvermögen im Artikel (und in den Kommentaren als „Chef“, oder?) wirkt, wissen Sie bestimmt auch, was in etwa in meinem Mund / Kopf gerade vor sich geht:
    Was genau seit 2-3 Tagen zunehmend schmerzt, wenn seither nichts irgendeine Änderung(inkl. Paracetamol, ASS + Ibuprofen, Salbeitee, Nelken kauen etc.; auch kein Kühlen von außen / Zwiebeln; nur alles, was warm ist, tut sehrsehrsehr weh) bringt – außer:

    Sobald der Schmerz wiederkommt, schnell kühles Wasser in den Mund – nach 20-60 Sekunden schlucken oder ausspucken und erneuern!

    Leider dauert es seit vielen Stunden meist keine Minute (!), bis der Schmerz dann wiederkommt. Deshalb hatte ich heut eigentlich schon aufgegeben, darauf zu hoffen, das sich alles wieder beruhigt (wie sonst, alle paar Monate, nie so lange und höllisch); zum ZA hab ich es nicht geschafft. (nicht nur wegen Angst und mangelnder Fahrbereitschaft, auch wg. fehlender KV). Aber es wird weiterhin schlimmer!

    Bei 2-3 Backenzähnen sind (Amalgam-) Füllungen aus der Jugend vor ca. 10-15 Jahren rausgefallen (noch ca. 8-10 vorhanden) und Stücke rausgebrochen – und dort in etwa sitzt der Schmerz, der (ohne Spülen; unterwegs nicht einfach) innerhalb von 10-20 Sek. unfassbar stark unten den Nerv vom unteren Backenzahn runterzieht. Es fühlt sich an, als würde der (Nerv) sich dann „wegätzen“.

    Haben Sie irgendeinen Tipp? Eine „Diagnose“? Oder einen sonstigen Hinweis?
    Ich hätte Ihren Beitrag schon früher lesen müssen – dann hätte ich mir zumindest für heute Nacht das Chlorirgendwas besorgt.. ;))

    Ganz herzlichen Dank für Aufmerksamkeit und ggf. (bitte!) Antwort sowie sehr herzlich:
    Alles Gute Ihnen!

  38. Ich probiere seit 1-2 Stunden H2O2 / Wasserstoffperoxid 3% pur als Mundlösung (ca. 30 Sek.), und ab und an verdünnt zum Kühlen (anstatt des Wassers, dass ich weiterhin alle 22-30 Sek. brauche, damit ich vor Schmerz nicht durch die Decke gehe.. ;)).
    Ein Freund schwört darauf und verspricht mir, dass ich morgen Mittag schmerzfrei bin!?!

  39. Ein Wunder ist geschehen!
    Nachdem ich wiederum bis ca. 8 Uhr heute morgen nicht eingeschlafen konnte – ist nach dem Aufwachen ALLER Schmerz WEG!!!
    Ich spüle heute und morgen noch ab und an mit H2O2 nach, und hoffe, damit nun erstmal alles wieder ausgestanden zu haben (in der Zwischenzeit hatte ich übrigens noch Novalgin und Diclac ausprobiert, beide ohne jede Wirkung!)…
    Danke Ihnen für die Bestärkung, dass es nicht unbedingt ein Zahnarzt (hin)richten muss, und dass nicht alles so eintreffen muss, wie die meisten Zahnärzte es behaupten.
    Ich glaube, dass es sich um einen klassischen Nicht-Zahnschmerz handelte – und dass aber der ZA irgendetwas gemacht hätte (was entsprechend eher geschadet als genützt hätte), wenn überhaupt, und dass das mich so oder so teuer zu stehen gekommen wäre.

    Ich wünsche Ihnen viel Glück bei allem, was Sie tun:
    Alles Gute!

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