CMD Behandlung in Wirklichkeit Fortsetzung 2

Lesen Sie auch die Artikel CMD Behandlung in Wirklichkeit  und  Manipulierte Patientenempfehlungen – auch beim DIR System

 

splintEin Portal „QYPE Entdecken Empfehlen“ veröffentlicht auch Zahnarztpraxen mit Patientenberichten. Über die nachfolgende Praxis ist dort zu lesen:

Zitat Anfang

Dr. Andrea Diehl, Charlottenburg, Berlin, Beschreibung des Inhabers: Schwerpunkte: CMD, Kiefergelenk und Bewegungsapparat, Spezialistin der DGFDT, Akupunktur und Ganzheitliche ZahnMedizin, Implantologie, Hochwertigste Prothetik im Praxislabor, Prophylaxe, Ästhetische Zahnheilkunde, Seniorenzahnheilkunde (Hausbesuche)  Praxis in dritter Generation (gegründet 1924) Inhaber [Benutzername hier]: Heiligendamm, Adresse: Marburger Str. 2, 10789 Berlin 0302138063 Geöffnet: Mo – Di, Do – Fr: 8:00 – 19:00 Mi: 7:00 – 19:00

2 Beiträge zu Dr. Andrea Diehl

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* Bewertung der Benutzerin für die Praxis: 1 Stern, Benutzer: hummel4 Berlin 3 Beiträge 1 Juli 2009
Habe eine CMD-Behandlung bei Frau Dr. Diehl hinter mir. Man wird immer freundlich empfangen und beim ersten Termin ist Frau Diehl auch noch zugegen, nach ca. 1 Stunde ist die Diagnose gestellt und die, zumeist aus eigener Tasche zu bezahlende Behandlung beginnt. In den folgenden Wochen schleift dann, wer gerade Zeit hat von den Helferinnen, die zu tragende Schiene ein. Einen konkreten Behandlungsplan gab es nicht, man kommt halt ständig zum Einschleifen und wartet, dass es besser wird. Wurde es aber nicht. Nachdem ja anfangs alles klar schien, kam nun die große Hilflosigkeit. Mir blieb nur der Abbruch der Behandlung. Schade ums Geld, die Zeit und meinen Gesundheitszustand.

Direkte Antwort hierauf von Heiligendamm [= Dr. Andrea Diehl] 0 Beiträge Berlin 3 Dezember 2009
Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen keine Untersuchung der Kiefergelenke. In der halbjährlichen Kontrolluntersuchung ist ein Kurzcheck für das Kiefergelenk vorgesehen. Bei positivem Befund wird von den gesetzlichen Krankenkassen eine Knirscherschiene bezahlt. Diese Schienen sind nicht individuell und beinhalten das Risiko kontraproduktiv zu wirken. Im weiteren Behandlungsverlauf erstattet die Krankenkasse die Kontrollen des Aufbissbehelfes. Wir sind als Kassenzahnärzte verpflichtet, die Patienten über die Kassenleistung aufzuklären. In unserem „Kompetenzzentrum für Kiefergelenk und Bewegungsapparat“ machen wir eine sehr umfangreiche Anamnese und Untersuchung der Kiefergelenke. Darüberhinaus werden Befunde entsprechend der drei Behandlungssäulen der Osteopathie erhoben. Dazu gehört die Untersuchung des Bewegungsapparates (Muskeln und Gelenke), des Craniosacralen Systems (Schädel und Becken) und des Viszerums (Baucheingeweide). Unterstützt wird diese Anamnese mit den Techniken der Applied Kinesiology. Außerdem muss die psychoemotionale Situation des Patienten (Stressskala) in Betracht gezogen werden. Wir kontrollieren unsere Massnahmen mit einem Wirbelsäulenvermessungsgerät, um auszuschliessen, dass unsere Behandlung Folgeschäden an der Wirbelsäule oder/und im Becken hervorruft. Eine Schiene sollte derart hergestellt sein, dass keine Folgeschäden auftreten. In den Richtlinien der DGFDT (www.dgfdt.de) werden zur Therapie der CMD neben der Schienentherapie u.a. Akupunktur, Physiotherapie/Osteopathie, Medikamente und Psychotherapie empfohlen. Im Kompetenzzentrum wird die CMD durch Akupunktur und osteopathische Physiotherapie begleitet und nach jedem Termin wird die Schiene kontrolliert. Diese Untersuchungen und Therapiemaßnahmen werden von den privaten Krankenkassen erstattet. Der in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte trägt die Kosten selbst oder erhält ggf. eine Erstattung von der Zusatzversicherung.

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***** Bewertung der Benutzerin für die Praxis: 5 Sterne, Benutzer: angiii Berlin 1 Beitrag 14 Dezember 2009
Hallo, ich bin mit akuten Rückenschmerzen in die Praxis von Frau Dr. Diehl gegangen. Ich habe einen Bandscheibenvorfall, der seit Jahren chronische Schmerzen verursacht. In einem sehr langen 1. Termin wurde eine „Runduminspektion“ meines ganzen Körpers durchgeführt. Frau Diehl nahm sich sehr viel Zeit für mich und nach der Diagnose war ich sehr erstaund, dass meine Schmerzen im Zusammhang mit meinem Kiefergelenk stehen. Mit Akupunktur und einer Behandlung meiner Kiefergelenke waren plötzlich die Schmerzen weg. Für einen langfristigen Erfolg habe ich mir eine „Spezialschiene“ anfertigen lassen und bin 6 mal zu einer kombinierten Akupunktur- und Physiotherapiebehandlung gegangen. Die Behandlung habe ich privat bezahlen müssen, aber dieser Erfolg war jeden Cent wert. Herzlichen Dank an Fr.Dr. Diehl und ihrem Team, die mich immer kompetent und freundlich behandelt haben.

Zitat Ende

 


Was fällt auf?

Der Beitrag 1 von Benutzer hummel4 beschreibt die CMD Behandlung, wie sie typisch für die deutsche Praxis des Jahres 2010 ist. Einer künstlich aufgeblasenen Befunderhebung in der ersten Privatsitzung durch den Praxisinhaber stehen immer die gleichen 08/15 Routineverrichtungen in den Folgesitzungen gegenüber. Entgegen dem Brimborium, welches am Anfang veranstaltet wird, folgt auf die Befundungsorgie grundsätzlich immer eine Aufbißschiene, die  anschließend umständlich und für den Patienten äußerst zeitraubend in vielen Sitzungen – wer hätte es gedacht – runtergeschliffen wird.  Wozu jetzt die wilde Befundung gut war, wenn dann doch immer dasselbe als Behandlung passiert, weiß keiner so genau,  ist aber, wie so vieles in der gegenwärtigen CMD Behandlung, auch ziemlich egal, weil die ganze Chose nicht durch Beweise gestützt wird.

Es wundert deshalb auch nicht wirklich, dass „hummel4“ diese  Behandlung wegen der offensichtlichen Ideen- und Lustlosigkeit der Behandlerin abbricht. Die betroffene Doktorin schreibt, nachdem sie 5 Monate später den Eintrag auf ihrem Internetplatz entdeckt hat, einen langen Riemen über die – für sie wichtigen – Geldfragen dieser „Funktionsleistungen“ und was ihr „Kompetenzzentrum für Kiefergelenk und Bewegungsapparat“ alles versucht, nicht falsch zu machen. Das interessiert sonst zwar niemand, läßt aber einen tiefen Blick auf die Innensicht der Kollegin zu, die die offensichtliche Frage, wie sich die Behandlerin den Behandlungsabbruch erklärt, erst gar nicht in ihre Gedankengänge hinein läßt.

Richtig interessant wird es im Beitrag Nummer 2 geschrieben  von einer „angiii“.  Dort steht (nur noch mal zur Wiederholung): Hallo, ich bin mit akuten Rückenschmerzen in die Praxis von Frau Dr. Diehl gegangen. Ich habe einen Bandscheibenvorfall, der seit Jahren chronische Schmerzen verursacht. In einem sehr langen 1. Termin wurde eine „Runduminspektion“ meines ganzen Körpers durchgeführt. Frau Diehl nahm sich sehr viel Zeit für mich und nach der Diagnose war ich sehr erstaund, dass meine Schmerzen im Zusammhang mit meinem Kiefergelenk stehen. Mit Akupunktur und einer Behandlung meiner Kiefergelenke waren plötzlich die Schmerzen weg. Für einen langfristigen Erfolg habe ich mir eine „Spezialschiene“ anfertigen lassen und bin 6 mal zu einer kombinierten Akupunktur- und Physiotherapiebehandlung gegangen. Die Behandlung habe ich privat bezahlen müssen, aber dieser Erfolg war jeden Cent wert. Herzlichen Dank an Fr.Dr. Diehl und ihrem Team, die mich immer kompetent und freundlich behandelt haben. 

Laien und Zahnmediziner lesen diese Zeilen voller Bewunderung der Weisheit und Klasse der CMD Behandlerin ob der Wunderheilung von angiii mit „Akupunktur und Behandlung der Kiefergelenke“. Allgemeinmediziner und besonders solche mit Erfahrung in der Behandlung von chronischen Schmerzen lesen hier ein Märchen. Zuerst sollen die chronischen Rückenschmerzen von einem Bandscheibenvorfall herkommen, was zwar eine häufig geäußerte Verlegenheitsdiagnose bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen ist, aber selten zutrifft. Dann will die Zahnmedizinerin eine Gesamtbesichtigung des Körpers von angiii durchgeführt haben. Häh? Wie soll ich mir das konkret vorstellen? Nackig? Auf dem Zahnarztstuhl? Und aufgrund welcher orthopädischen Fachkenntnisse? Und ausgerechnet die Kiefergelenke, von denen schmerzmäßig nicht die Rede war, sollen jetzt die Rückenschmerzen verursachen?

Den Satz Mit Akupunktur und einer Behandlung meiner Kiefergelenke waren plötzlich die Schmerzen weg. schreibt nur jemand, dem die Behandlung chronischer Schmerzen grundsätzlich fremd ist. Der das Konzept chronische Schmerzen als solches nicht versteht. Chronische Schmerzen heißen auf deutsch Dauerschmerzen. Jahrelange Schmerzen. Dass die „plötzlich weg“ sind, ist so wahrscheinlich wie dass eingefleischte Gnathologen endlich Vernunft annehmen und ihre Gnathologie einfach wegschmeißen, also sehr unwahrscheinlich.

Damit es auch wirklich jeder versteht: im Beitrag 2 von angiii schreibt jemand Bockmist. Das wirft die Frage auf, wer das denn sein könnte, und wozu angiii der Praxis 5 Sterne verteilt hat. Als kleiner Hinweis dient der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der direkten Antwort von Dr. An. Diehl auf den Beitrag 1 und dem Beitrag 2. Dazwischen liegen gerade mal 11 Tage, was eventuell aber auch Zufall sein könnte.

 

Kommentar

Es ist nicht erste und nicht das zweite Mal, dass sich ernstzunehmende Hinweise auf gezielte Manipulationen der „Patientenberichte“ über Zahnarztpraxen finden lassen. Und jedes Mal dabei sind die Kollega mit dem selbstgewählten Schwerpunkt „CMD Behandlung“. Ich mag nicht mehr an Zufall glauben. Ich glaube vielmehr, dass die moralischen Standards in diesem Grauzonen Bereich der Zahnmedizin, in dem jeder macht, was er will, niedriger liegen. Ganz nach dem Motto “ Bei CMD braucht der Zahnarzt die Mentalität eines Verkäufers und kein störendes Syndrom eines Helfers.“

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