Medienkampagne wird fortgesetzt

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Und schlage ich eines der ungefragt zugesandten Werbeblättchen der Dentalindustrie – hier jetzt die „Zahnarzt Wirtschaft Praxis“ des sehr umtriebigen Multiunternehmers Torsten R. Oemus, Leipzig – auf und finde den Artikel mit exakt der obigen Überschrift.Zitat im Aufmacher „Die Aktion ‚Implantate – Für Sie die besseren Zähne‘ geht 2007 in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht das vielfältige und reichweitenstarke Medium Hörfunk“. Das schreibt ein Herr Dipl.-Medienwirt Matthias Voigt. Mehr muss ich jetzt gar nicht lesen, wie der Medienexperte 9 Mio. Hörer auf einmal erreicht, welche strategisch wichtigen Sender zugetextet werden sollen und welche „Kommunikationsagentur“ das Ganze steuert.

Was passiert hier? Werbeagenturen werden systematisch von der Dentalindustrie dafür bezahlt, dass sie möglichst unauffällig das Thema „Implantate“ in den Massenmedien am Kochen halten. Es ist eben kein Zufall, dass im „Kölner Stadtanzeiger“ jeden Tag eine Annonce der „Deutschen Zahnhilfe e.V.“ geschaltet wird, wo der Auftraggeber angeblich ein eingetragener Verein ist, tatsächlich aber die Werbeagentur XYZ dahintersteckt. Am laufenden Band werden bestimmte Kanäle der Massenmedien, über die normalerweise seriöse Informationen fließen, wie z.B. Presseagenturen, angezapft und mit angeblich neutralem Infomaterial über des Zahnarztes lukrativtes Teilgeschäft gefüttert.

Ob die Redakteure der einzelnen Medienorgane den Braten riechen oder nicht, ist im Ergebnis egal. Heraus kommt eine ständige Berieselung der Bevölkerung mit der frohen Botschaft von den „besseren Zähnen“ und das Entscheidende daran ist: es kommt aus – für den Laien – glaubwürdigen Quellen. Dass diese Quellen aber trübe sind und die Botschaft einseitig und unvollständig ist, kann das breite Publikum nicht erkennen. Und genau darum geht es. „Hammer it home“. Man muß nur lange und oft genug Quatsch wiederholen, dann wird der Quatsch irgendwann in den Glaubenskanon vieler Zeitgenossen eingehen.

Es ist perfide und unanständig, was da passiert. Aber darum kümmert sich momentan niemand; vielleicht macht der „Spiegel“ in einigen Jahren wieder eine Skandalgeschichte draus.

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