Fortschritte in der Migräneforschung

Warum wirken die vielgepriesenen Triptane bei bestimmten Migränikern und/oder bestimmten Migränekonstellationen nicht? Zur Vorgeschichte: Mitte der 80er Jahre revolutionierte eine neue Substanz die Behandlung der Migräne. Viele Betroffene konnten jetzt auf eine spezifische Akutmedizin in Form einer Tablette zugreifen und ersparten sich damit die sonst sichere Marter von 24 stündigen elenden und starken Kopfschmerzen mit ständigem Brechreiz und starker Licht- und Lärmempfindlichkeit. Es zeigte sich aber, dass nur eine Untergruppe von Migränikern gut auf das Medikament ansprach. Einem erheblichen Teil der Betroffenen konnte das neue Wundermittel aber nicht helfen.

Seit 2 Jahren ist klar, warum das so ist. Migräne ist eine ererbte Konstitution und wird über eine Reizung von peripheren (am Ortsgewebe) trigeminovaskulären Neuronen (Nervenfasern in Arterienwänden des Schädels) vermittelt. Wenn dazu eine erhöhte Aktivität (Reizung) von zentralen (Weiterleitung in das Schmerzbewußtsein) trigeminovaskulären Neuronen dazukommt, was sich in einer Allodynie der Gesichtshaut (gesteigerte Schmerzempfindlichkeit auch schon auf nicht schmerzhafte Reize) äußert, dann wirkt Triptan nicht mehr ausreichend. Es kann gezeigt werden, dass in den Fällen von Migräneattacken, die bereits eine Allodynie zeigen, der Einsatz von Triptan wenig nützt, wohingegen ein Einsatz ohne ausgebildete Allodynie in der Mehrheit der Fälle die Migräneattacke verhindert. Die Kombination Indomethacin Prochlorperazin und Caffein (IndoProCaf) ist im Gegensatz zu Triptan in der Lage auch eine Reizung der zentralen trigeminovaskulären Neuronen zu dämpfen und kann deshalb in allen Phasen einer Migräne erfolgreich eingesetzt werden.

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