Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall

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Bild 1

Frau T. S. zählt gerade mal 21 Lenze als sie letzte Woche mit erheblichen Schmerzen linksseitig in der Sprechstunde erscheint. Ihre Symptome äußern sich als Schmerzen, die die junge Frau mit ihrem Zeigefinger ca. 2 cm vor dem linken Kiefergelenk etwa in der Mitte des Muskels Masseter ziemlich präzise zeigen kann. Der Schmerz begann vor 3 Tagen aus dem Nichts sofort in voller Stärke und diese liegt bei einer – von der Patientin geschätzten – Höhe von 7, auf der Skala 0 bis 10, wobei 10 dem Abreißen eines Armes ohne jegliche Betäubung entsprechen soll.

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Bild 2

Die weiteren Symptome beschreibt die Patientin: b)  der Mund kann nicht voll geöffnet werden, sondern bleibt bei ca. 35 mm Schneidekanten Distanz stehen (normal betrüge sie ca. 45 und mehr), c) das Zubeißen schmerzt links besonders im Backenzahnbereich, d) die Backenzahne links kommen nicht normal aufeinander, sondern haben etwas Abstand. Auf meine Nachfrage bestätigt sie, dass der Schmerz auch Nachts nicht verschwindet und sie dadurch im Schlaf beeinträchtigt ist.

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Bild 3

Auf den ersten Blick erschließt sich die zusätzliche „Luft“ zwischen den linken Backenzähnen eigentlich nicht so recht. Der Zahn 24 (Vierter von der Mitte aus nach rechts) scheint noch den Unterkiefer richtig zu berühren und dahinter ist es schwierig zu unterscheiden zwischen leichten Stellungsanomalien und wirklicher Nonokklusion (= fehlendem Kaukontakt).

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Bild 4

Bei höherer Vergrößerung läßt sich aber doch ein Unterschied zwischen der rechten (Bild 4) und linken (Bild 5) Backenzahnreihe herausarbeiten. In Bild 4 erscheint ein satter Kaukontakt der Zähne 14,15 und 16 sehr wahrscheinlich, während in Bild 5 die Zähne 25 und 26, wahrscheinlich auch 27 zu schweben scheinen. Das wiederum stimmt mit den Angaben der Patientin überein.

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Bild 5

Wie erklären wir uns nun diesen nach unten geschobenen linken Unterkiefer? Dafür gibt es nur eine denkbare Möglichkeit: zwischen dem Gelenkkopf des Unterkiefers und der Pfanne in der Schädelbasis ist ein dickerer Gegenstand hinzugetreten, der den Gelenkkopf weiter nach unten drückt. Und dieser Gegenstand ist die nach vorne verrutschte Gelenkscheibe, deren hinterer dickerer Rand jetzt da liegt, wo vorher die „Delle“ in der Scheibe lag. Diesen Zustand beschreibt der Medizinmann mit dem Lateinausdruck „anteriore Diskusdislokation ohne Reposition“.

 

Diese Diagnose läßt sich – wer hätte es gedacht – zwanglos mit den geschilderten Symptomen in Übereinklang bringen:

  1. Der Schmerz entsteht durch die mißhandelte Gelenkscheibe
  2. Die aufgetürmte Gelenkscheibe vor dem Gelenkkopf stört die Mundöffnung
  3. Der hintere erhöhte Rand der nach vorne verschobenen Scheibe stört den Biss

Die genaue Lagebeziehung können Sie übrigens in einem Video erfahren: Video von funktionierenden echten Kiefergelenken – offen

Daraus ergibt sich nun die spannende Frage: was ist zu tun? Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Sie muß vielmehr lauten: Was wissen wir aus doppelblinden, randomisierten (auf Zufall beruhenden), Placebo kontrollierten klinischen Studien über die Behandlungsmöglichkeiten? 1. Dass es davon nur ganz wenige gibt , aber 2. diese eine eindeutige Botschaft haben: Nichts tun verbessert den Zustand der von einer anterioren Diskusdislokation ohne Reposition betroffenen Kiefergelenke nach 6 Monaten mindestens genau so gut wie alle anderen verglichenen Methoden, z.B. Schienenbehandlung oder Operationen am offenen Kiefergelenk. Schauen Sie hier: Diskus Verlagerung ohne Reduktion heilt alleine

Meiner Patientin habe ich den Inhalt dieser kontrollierten Studie mitgeteilt und sie dann vor die Wahl gestellt, weitere aufwändige Maßnahmen durchführen zu lassen, wie z.B. Kernspinaufnahmen des Kiefergelenks, Kiefergelenk Sprechstunde der Uniklinik etc., Schienenbehandlung oder eine einfache Begleitung und Kontrolle im halben Jahr.

Zur Schiene meinte die junge Frau, „bloß sowas nicht“, denn sie habe noch so ein Teil und das tue ihr im Moment noch mehr weh und die Paracetamol müsse sie sich sowieso selber in der Apotheke kaufen. Wir einigten uns deshalb darauf, dass wenn die Symptome stetig nachlassen, der nächste Termin im halben Jahr sein soll.

 

Warum ich kein großes Bohei darum mache

1. Das Kiefergelenk ist robust

Das Schicksal der menschlichen Kiefergelenke verläuft so wie das Leben der Hypochonder: ständig sagt jemand ihren Tod voraus, in Wirklichkeit überleben sie aber alle anderen. Der Unterschied ist nur, dass der Hypochonder immer selbst seinen Tod kommen sieht, während es beim Kiefergelenk regelmäßig ein Zahnmediziner tut. Das legt nahe zu behaupten, dass Hypochonder von Krankheiten keine Ahnung haben und Zahnmediziner keine von Kiefergelenken. Und jetzt mal Tacheles: wie hoch ist denn wirklich das tatsächliche Aufkommen von mechanisch zerstörten Kiefergelenken in der Bevölkerung? Antwort: Das weiß keiner, weil es viel zu wenige sind, um sich darüber den Kopf zu zerbrechen, im Gegensatz zum Knie- oder Hüftgelenk z.B.

2. Dr. Bohei

Bohei machen um das Kiefergelenk ist das Rezept der Zahnmediziner seit Menschengedenken. Das Kiefergelenk wäre das „komlizierteste aller menschlichen Gelenke“ und bedürfe im Schadensfall einer Intensivbetreuung durch den Super/Hyper Kierfergelenks Spezialisten. Alleine der Gedanke, dass sich ein Kiefergelenk auch einfach selbst heilt, läßt Doktor Bohei geradezu erschauern. Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Wie die Menschheit es bis zur Erfindung der Kiefergelenkskunde überhaupt geschafft hat zu überleben, bleibt für Kollege Dr. Bohei für immer ein Rätsel. Und dann die Milliarden Menschen in den Entwicklungsländer ohne Kiefergelenks Betreuer, da muss es doch Kiefergelenks Tote geben, oder nicht?

3. Frau, Kiefergelenk und Angst

Frauen stellen die überwältigende Mehrheit aller Kiefergelenksfälle mit einem Verhältnis von 4:1 in der täglichen Praxis. Frauen leiden an einem höheren Aufkommen von Angststörungen (alle Angst kombinierte Diagnosen) und Kiefergelenke werden praktisch nur bei Frauen operiert, im Verhältnis 10:1 (!). Schauen Sie hier: Kiefergelenke werden nur bei Frauen operiert   Alles das hängt miteinander zusammen. Obwohl anatomisch keine Unterschiede zwischen dem männlichen und dem weiblichen Kiefergelenk zu erkennen sind, erleben Frauen vier mal häufiger erhebliche bis starke Schmerzen in der Gegend des Kiefergelenks. Und zwar auch bei nicht erhebbarem Gelenksbefund, also auch unabhängig von einer anterioren Diskusdislokation.

Wir müssen heute davon ausgehen, dass die weibliche Schmerzverarbeitung zentral, also im Großhirn etwas anderen Beeinflussungen unterworfen ist als im männlichen Hirn. Das Gleiche gilt für angstauslösende Reize. Begeht man nun als Behandler den kapitalen Fehler, einer Frau mit Schmerzen im Gebiet des Kiefergelenks auch noch einzureden, sie habe da etwas Gefährliches, etwas, das sich auf die Dauer zu einer Katastrophe entwickeln kann, tritt man ohne Not eine Lawine los, die sich selbst immer mehr verstärkt. Die Patientin spürt ohnehin schon starke Schmerzen, hat bereits Angst vor der Zukunft und bekommt dann von einer vermeintlich vertrauenswürdigen Stelle gesagt, dass alles noch viel schlimmer wird, wenn nicht sofort operiert wird, sofort überkront wird usw. usw.

Dreimal dürfen Sie – liebe Leser – raten, was aus einer solchen Situation herauskommt. Mit dem großen P wie Panik in den Augen unterschreibt die völlig demoralisierte „Kiefergelenks“ Patientin jeden Unsinn, der ihr als große Rettung versprochen wird. Solches Verhalten seitens der Zahnmediziner ist unmoralisch, unseriös und zu brandmarken, aber leider noch immer der offizielle Stand der Kunst.

14 Replies to “Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall”

  1. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Hallo Herr Wagner, Ihre genannten Studien sind fragwürdig, auch ist die Höhe des Schmerzes nicht angstbedingt und Ihre therapeutische Entscheidung ein medizinisches und juristisches Glatteis. Der Stand der Wissenschaft orientiert sich nach Leit- und Richtlinien, ebenso werden gerichtliche Entscheidungen nach Gutachten und Rechtsprechung und Leitlinien entschieden. Da könnten Sie dann Pech haben, wenn Ihre Orientierung an der Studie schief läuft. Mein Tipp, wenn Schiene momentan nicht möglich,dann Aqualizer, Physiotherapie und TENS. Weder Op noch Überkronung ist der richtige Weg, sondern ausschließlich eine multimodale Therapie, um weitreichende Schäden zu vermeiden. Ich denke, dass ich hier aufgrund meiner eigenen Erfahrungen durchaus mitreden kann. Alleine die ständigen Schlafstörungen und Schmerzen stören das Befinden erheblichst. Diese junge Frau befindet sich noch am beruflichen Neuanfang oder Studium, auch das muss hinreichend berücksichtigt werden.

  2. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Frau Ertl, gerade für Sie schrieb ich: [Satire an] „Das Kiefergelenk wäre das „komlizierteste aller menschlichen Gelenke“ und bedürfe im Schadensfall einer Intensivbetreuung durch den Super/Hyper Kierfergelenks Spezialisten. Alleine der Gedanke, dass sich ein Kiefergelenk auch einfach selbst heilt, läßt Doktor Bohei geradezu erschauern. Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Wie die Menschheit es bis zur Erfindung der Kiefergelenkskunde überhaupt geschafft hat zu überleben, bleibt für Kollege Dr. Bohei für immer ein Rätsel. Und dann die Milliarden Menschen in den Entwicklungsländer ohne Kiefergelenks Betreuer, da muss es doch Kiefergelenks Tote geben, oder nicht?“ [Satire aus]. Und was die Angst angeht: die wird von Zahnmedizinern gezielt genutzt, um Patientinnen zu sofortigen und unüberlegten „Sanierungsplänen“ zu überreden. Viele Grüße Joachim Wagner

  3. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Hallo Herr Wagner, welch „Ehre“mir eine Satire zu widmen. In der Tat viel „Quatsch mit Soße“. Einen Hyperkiefergelenksspezialisten kenne ich nicht. Es amüsiert mich, dass Sie nun auch noch als „Frauenenversteher“ tätig sind. Welch schönes Klischee,der mutige Mann und das ängstliche Frauengehirn. Die Studie wurde sicherlich von einem der Sorte Männer geleitet, die beim Anblick einer Blutabnahmekanüle kollabieren und bei einer simplen Erkältung zum Pflegefall mutieren. Warum fragen Sie Frau eigentlich nach ihrer Schmerzeinschätzung, wenn sie ihr sodann unterstellen, dass sie unter einer Anststörung aufgrund ihrer weiblichen Gehirnstruktur leidet?Obskure Studien gibt es zuhauf, dramatische Fehldiagnosen durch Psychiatrisierung ebenfalls.Übrigens gibt es auch eine Studie, die besagt, dass Erkrankungen bei Frauen häufiger verkannt werden, weil diese vom Arzt weniger ernst genommen werden als Männer.
    Es würde mich sehr freuen, wenn ihre Patientin durch Nichtstun gesund würde. I

  4. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Hallo Herr Wagner, mit Spannung warte ich immer noch auf den Folgebericht mit Fotodokumentation der von Ihnen angekündigten Selbstheilung obigen Falles. Haben Sie die Patientin aus den Augen verloren oder ist ihre Prognose nicht eingetroffen? Sagen Sie jetzt bitte nicht, dass die Irritation der trigeminalen Strukturen die Heilung (weil weiblich) verhindert hat.

    Grüße Ertl

  5. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    … und wenn sie nicht gestorben ist, dann wartet die Frau Ertl immer noch auf eine Beantwortung ihrer höchst schwierigen Anfrage :zzz
    Einen schönen Gruß an Sie Herr Wagner.Da muss ich wohl eigene Überlegungen zum Ausgang des Krankheitsverlaufs anstrengen.

  6. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Die Patientin wurde aufgeklärt, und hat eine eigene Entscheidung treffen können:
    „Meiner Patientin habe ich den Inhalt dieser kontrollierten Studie mitgeteilt und sie dann vor die Wahl gestellt, weitere aufwändige Maßnahmen durchführen zu lassen, wie z.B. Kernspinaufnahmen des Kiefergelenks, Kiefergelenk Sprechstunde der Uniklinik etc., Schienenbehandlung oder eine einfache Begleitung und Kontrolle im halben Jahr.“

    Ich finde das gut, wenn Patienten selbst die Wahl haben, zumal die Wissenschaft sich da ja noch nicht so ganz einig ist.
    Warum der Umstand, dass Dinge auch von selber heilen können, Missmut erzeugt, ist mir jedoch nicht ganz nachvollziehbar.

  7. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Mich erinnert das irgendwie an einen Spruch, den ich mal bei einer betagten Ärztin in der Praxis lesen konnte:

    „Die Krankheit heilt nur Gott allein,
    der Arzt, der steckt die Spesen ein,
    drum bringet ihm den Krankenschein:“

    ..sorry, ein bischen Spass muss sein 😛

  8. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    [quote name=“sven“]Die Patientin wurde aufgeklärt, und hat eine eigene Entscheidung treffen können:
    „Meiner Patientin habe ich den Inhalt dieser kontrollierten Studie mitgeteilt und sie dann vor die Wahl gestellt, weitere aufwändige Maßnahmen durchführen zu lassen, wie z.B. Kernspinaufnahmen des Kiefergelenks, Kiefergelenk Sprechstunde der Uniklinik etc., Schienenbehandlung oder eine einfache Begleitung und Kontrolle im halben Jahr.“

    Ich finde das gut, wenn Patienten selbst die Wahl haben, zumal die Wissenschaft sich da ja noch nicht so ganz einig ist.
    Warum der Umstand, dass Dinge auch von selber heilen können, Missmut erzeugt, ist mir jedoch nicht ganz nachvollziehbar.[/quote]

    Hallo Sven
    Diese Antwort verstehe ich jetzt nicht.
    Sind Sie hier der Arzt oder Patient?

  9. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Hallo Sven, dass Dinge selbst heilen können, erzeugt sicherlich keinen Mißmut. Dieser wird durch den Umstand provoziert, dass Herr Wagner bezüglich der Behandlung funktioneller Kauorganerkrankungen eine höchst eigenwillige Anschauung pflegt, die nichts mit dem von den Fachgesellschaften vorgegebenen Stand der Wissenschaft zu tun hat.Häufig resultiert aus den Funktionsstörungen eine Cmd-Erkrankung, die nach persönlicher Meinung des Herrn Wagner überwiegend ein Problem der Psyche darstellen. Entsprechend wühlt Herr Wagner in seiner Hobbykiste Freizeitpsychiatrie nach passenden Studien. Es ist dabei völlig egal, was die von einer Cmd-Erkrankung schwer betroffenen Patienten berichten. Das Allheilmittel sind Psychopharmaka, die so leichtfertig wie Hustenbonbons verabreicht verden. Im Falle der jungen Frau hat eine Aufklärung über eine lege artis Vorgehensweise stattgefunden; kurioserweise wurde aber deren Umsetzung durch „Aufklärung“ über eine selektierte Studie verhindert. Leider !!

  10. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    [quote name=“melanie“]
    Hallo Sven
    Diese Antwort verstehe ich jetzt nicht.
    Sind Sie hier der Arzt oder Patient?[/quote]

    Liebe Manuela, ich komme aus dem Reha-Bereich, plädiere für Eigenverantwortung in allen Lebensbereichen, insbesondere bei so elementaren Dingen wie Gesundheit, und medizinische Fragen sind mein Hobby 🙂

  11. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    [quote name=“Ertl“]…Häufig resultiert aus den Funktionsstörungen eine Cmd-Erkrankung,… [/quote]
    ja, Fr. Ertl, und wie kann eine vorgerutschte Gelenkscheibe denn behandelt werden? Ich kann gut nachvollziehen, dass eine vorgerutschte Gelenkscheibe im Nachgang zu chronischem Schmerz führen kann. Bei Bandscheibenvorfällen ist das ähnlich, manchmal bleibt ein chronischer Schmerz zurück, auch wenn rein orthopädisch gesehen alles abgeheilt ist (mit oder ohne OP). Und bei Bandscheibenvorfällen rät man in vielen Fällen mittlerweile von OP’s eher ab und unterstützt den Selbstheilungsprozess mit Bewegungstraining u.a.

    Also, was kann man tun, wenn so eine Gelenkscheibe (des Kiefers) verrutscht??

  12. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Hallo Sven, der therapeutische Ansatz zeigt tatsächlich gewisse Paralellen. Allerdings kann ich hier nur eine äusserst komprimierte Erklärung abgeben,wobei ich mich dabei überwiegend auf die von mir gemachten Erfahrungen stütze. Das eigentliche therapeutische Kernproblem stellt nicht das Kiefergelenk in sich dar. Vielmehr bedingt eine Verlagerung der Kiefergelenke auch eine Veränderung der Bisslage. D.h., der Patient kann keine Schlussbisslage einnehmen . Je akuter dieser Zustand z. B. durch unsachgemäße Einschleifmaßnahmen oder durch sonstige Ursachen induziert wird, desto heftiger fällt die Traumatiisierung des Kauorgans durch massive Vorkontakte unter Kiefergelenkséteiligung aus. (obiger Fall lässt zugrunde liegende Ursache nicht eindeutig erkennen ). Wenn die Fehlkontaktierung der Zähne nicht schnellstens unterbunden und therapiert wird, (siehe hierzu S. 2)kommt es durch die mitunter heftigen neuromuskulären Mitreaktionen zu einem Circulus vitiosus durch eine Cmd-Erkrankung.

  13. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Ich vergleiche dies immer mit einem Zug, bei dem die Lokomotive zuerst entgleist und am Ende die gesamten Wagons (Wirbelsäule) auf den Gleisen liegen. Eine Selbstheilung ist also nur möglich, wenn die neuromuskulären Fehlreaktionen ausgeschaltet, bzw. therapeutisch miteinbezogen werden. Eine Methode, bei der die Kiefergelenkscheiben einfach wieder an Ort und Stelle gerückt werden, dürfte es nicht geben. Genau so wenig wirkt eine Monoschienentherapie , die das neuromuskuläre System unberücksichtigt lässt.Behandlungskonzept: multimodal, noninvasiv, auf keinen Fall invasive Maßnahmen. Am Ende liegt die Studie und auch Herr Wagner mit der angestrebten Selbstheilung richtig, wenn dem Körper durch erforderliche Therapie der Weg geebnet wird.

    Grüße Ertl

  14. RE: Anteriore Diskusdislokation = Nach vorne verschobene Gelenkscheiben Fall
    Soll richtigerweise heissen, multimodal, noninvasiv, keine irreversiblen Maßnahmen-Entschuldigung, das kleine Feld verhindert beim Schreiben etwas den Überblick.

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