ZE bleibt unter den Erwartungen

Was haben die Protagonisten des Festzuschuss-Systems, allen voran die Herren Fedderwitz, Kuttruf und Esser (Vorstandsmitglieder KZBV bzw. Kammer) im Jahre 2004 nicht alles angekündigt? Gerechter sollte es werden, transparenter in der Abrechnung, übersichtlicher in der Form und dazu noch günstiger bei bestimmten Versorgungsformen.

Mit günstiger kann aber der Patient nicht gemeint gewesen sein. Zwar hat die KZBV bei einigen Gelegenheiten versucht, ihre Ausgliederungsstrategie beim Zahnersatz mit angeblichen Kosteneinsparungen für die Betroffenen zu bemänteln. Das hat aber nichts genützt. Es wollte partout kaum jemand einsehen, dass die Frechheiten im Kleingedruckten der Festzuschuss Regelungen, wie z.B. die Verblendungsregeln (bis zur Kaufläche Kassenleistung, 1 mm darüber Privatleistung), unabsichtlich in den Text geraten sind.

Es ist für alle Beteiligten eben offensichtlich, um was es wirklich 2004 gegangen ist: eigentlich sollte die Festzuschuß-Regelung die Ausgliederung des gesamten Zahnersatzbereiches aus der Kassenversorgung einleiten. So hatten sich die zahnärztlichen Strategen das vorgestellt: wir schließen möglichst viele bisherige Kassenleistungen aus dem Katalog aus, dann kann das alles frei per Privatvereinbarung mit dem Patienten "abgedungen" werden. Das Wort alleine ist schon schlimm, da perlt aber auch gar nichts, da dungts dafür um so mehr.

Und wie so häufig wurde mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Patient denkt nicht daran, sich so einfach auf das Kreuz legen zu lassen. Der Patient sieht auf dem Anhang des "Heil- und Kostenplans", dass der geplante Festzuschuss im Schnitt gerade mal 30% vom Ganzen ausmacht, und das bedeutet für sehr viele Patienten: "vergiss es". Eine einzelne Krone soll plötzlich 500 und mehr an Eigenleistung kosten. Woher nehmen?

Und wenn heute die DZW schreibt, dass der Zahnersatz auf einem Niveau von etwa 80% des Umsatzes des Jahres 2004 dümpelt (nach 65% im Jahr 2005), dann muss sich eigentlich niemand wundern. Dieses Nachfrageproblem ist hausgemacht und bestätigt einmal mehr, dass es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Preis und Menge gibt. Die Herren Vorstandsmitglieder der KZBV täten gut daran, ihre arrogante Haltung gegenüber dem zahnärztlichen und Patienten-Fußvolk zu überdenken.

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