Neuropathisches Schmerzmodell jetzt mit Zoster-Infektion der Ratte

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Britische Forscher haben sich überlegt, dass die bisherigen Neuropathie-Schmerzmodelle nicht wirklich auf menschliche Neuropathie-Schmerzen passen. Das bekannteste Tiermodell für Neuropathie Schmerzen sind teilabgebundene Beinnerven in Ratten. Die Tiere entwickeln zwischen 45% und 80% der Fälle Hyperästhesien (= Überempfindlichkeit auf Reize mit einem Häärchen) und Allodynien (= Schmerzreaktionen auf an sich nicht schmerzende Reize). Das Problem an diesen verletzten Ratten ist aber, dass man nicht genau unterscheiden kann, ob die Schmerzen durch Störungen von noch lebenden Beinnervzellen kommen, oder von abgestorbenen Beinnervzellen, oder von der Entzündungsreaktionen durch das zum Abbinden eingesetzte Nahtmaterial.

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Also entwickelten sie ein neues Neuropathie -Tiermodell. Dabei erhalten die Tiere in einen Fuss eine Injektion mit infektiösen Varizellen-Zoster Viren und in den anderen Fuss eine Injektion mit den gleichen aber abgetöteten Viren. Das Ergebnis ist, dass die infizierte Seite eine über 33 Tage zunehmende Hyperästhesie (= in der Grafik „Hyperalgesia“) und Allodynie zeigt. Allodynia heißt in diesem Fall: streicht man mit sogenannten „von Frey“ Fasern (= sehr feine Nylonhaare mit definierter Knickstärke) über die Pfote, weichen die meisten Tiere den dünnen Fasern auf der kranken Seite viel früher aus.

Schaut man sich dann die Nervenzellen des Rückenmarks in der Lendengegend der Tiere direkt an, dann sieht man im Elektronenmikroskop, dass die Vireneiweiße sich in bestimmten Zellbereichen häufen, die Zellen selber aber nicht absterben. Und weil es die posterherpetische Neuropathie (= teilweise sehr schmerzhafte Nervenentzündung nach einem Zosterausbruch vor in älteren Patienten) beim Menschen genauso gibt, halten die Forscher die Zosterinfektion in Ratten für das realistischere Tiermodell.

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