CAD Zirkonkronen sind die Zukunft

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Falls es dem ein oder anderen mitlesenden Kollegen/in entgangen sein sollte: Seit 2010 / 2011 gibt es Vollzirkon Kronen, die aus einem Stück halbtransparenten Zirkonoxyd per CAD geschliffen werden und sich als Frontzahnkronen beim Knirscher eignen. CAD gefertigte Zirkongerüste zum Verblenden mit Keramik kamen schon 2002 auf den Markt. Die aktuelle Verbesserung liegt nun darin, dass die CAD Maschine die Krone komplett herstellt, was die Kantenfestigkeit dramatisch erhöht. *)

 

IMG 2815Ein aktueller Patientenfall zeigt, wie das konkret aussehen kann. Herr L. (49) bruxiert ziemlich heftig mit allen seinen Zähnen. Das äußert sich u.a. in einer Dauerserie von gescheiterten Veneers (= Keramikverblendschalen), und anschließend Kronen mit Keramikverblendung auf dem im Bild 1 zu sehenden Zahn 12. Spätestens 5 Jahre nach jeder Neuversorgung bricht ein Stück der Krone, oder des Veneers weg.  Das sichert dem Zahnarzt die Dauerbeschäftigung, zumal der Patient privat versichert ist.

IMG 2818

Auf die Dauer nervt aber die Baustelle sowohl den Patient als auch den Behandler, denn es ist kein Ende in Sicht und das unvorhersagbare Brechen der Verblendungen bringt den in der Öffentlichkeit stehenden Mann dann und wann in Schwierigkeiten.

In Bild 2 sehen Sie nun das aus dem Vollen gefräste Stück Zirkonoxyd in der Farbe A2. Bemerkenswert an diesem Teil sind

  • die relativ gute Transparenz
  • die Oberflächenpolitur
  • und der Preis: Das deutsche CAD Labor (in Remscheid) berechnet dafür 120,– Euro.

IMG 2816Ich setze alle Zirkonkronen (und auch sonst alle festsitzenden Teile) immer mit dem Glas Ionomer Zement „Ionofil“ des Herstellers Voco ein, weil dieser Zement mit normalem Wasser angemischt wird. Die notwendige Polyacrylsäure befindet sich in gefriergetrockneter Form mit im Pulver. Damit hat man freie Hand bei der Wahl der Viskosität des Zementes.

 

Kommentar

Was Sie im Bild 2 sehen, ist die Zukunft des festen Zahnersatzes. Die Handherstellung der Kronen durch Zahntechniker ist ein auslaufendes Modell. Und das aus verschiedenen Gründen. Zirkonoxyd kann nicht von Hand bearbeitet werden. Dazu kommt, dass bei Zirkonoxyd kein Metall als Kronengerüst mehr erforderlich ist, was auch unter dem Kostenaspekt immer stärker zählt. Und schließlich hat die CAD Technologie inzwischen die Preise derart gedrückt, dass nicht einmal mehr chinesiche Fließbandtechniker das Niveau noch erheblich unterbieten können.

Diese Krone hier wurde bei mir um die Ecke gefräst und fertiggestellt. Sie war absolut paßgenau, so dass ich keinen Mikrometer daran herumschleifen mußte. Aus meiner Sicht gibt es keinen überzeugenden Grund mehr, weiter auf Metallkeramik zu setzen.

Ob die Haltbarkeit der Vollzirkon Krone bei diesem Knirscher tatsächlich hält was sie verspricht: Ich weiß es noch nicht, bin aber guten Mutes.

 

*) Selbst mit einem diamantierten Schleifkörper (Turbine) ist es kaum möglich, Material von einer solchen Krone abzutragen. Der Schleifvorgang erzeugt sichtbare Funken.

3 Replies to “CAD Zirkonkronen sind die Zukunft”

  1. RE: CAD Zirkonkronen sind die Zukunft
    120€ Laborkosten ist extrem günstig. Was hätte die vollverblendete NEM Krone gekostet ?

    Ist das harte Vollzirkon ihrer Meinung nach auch für Backenzähne geeignet ? Wie verhält es sich da beim Knirscher (Hartes Zirkon vs Gegenzahn) ? Oder ist da das weiche Gold immer noch besser geeignet ?

  2. Materialien
    „*) Selbst mit einem diamantierten Schleifkörper (Turbine) ist es kaum möglich, Material von einer solchen Krone abzutragen. Der Schleifvorgang erzeugt sichtbare Funken.“

    Man kann auch beim Schleifen von Weicheisen „sichtbare Funken“ erzeugen. Wenn man trocken schleift.

    Diamant ist derart hart, daß sich damit alles zerlegen läßt. Die Mohs Skala ist nicht linear. Und nichts ist härter als Diamant.

    Der Mann „um die Ecke“ weiß auf den Mikrometer genau, wie dick Ihre Klebefuge ausfällt?

    Wenn das so ist, kann man zur „Zukunft“ nur gratulieren.

    LG

    HP

  3. RE: CAD Zirkonkronen sind die Zukunft
    [quote name=“H.P.“]“*) Selbst mit einem diamantierten Schleifkörper (Turbine) ist es kaum möglich, Material von einer solchen Krone abzutragen. Der Schleifvorgang erzeugt sichtbare Funken.“

    Man kann auch beim Schleifen von Weicheisen „sichtbare Funken“ erzeugen. Wenn man trocken schleift.

    Diamant ist derart hart, daß sich damit alles zerlegen läßt. Die Mohs Skala ist nicht linear. Und nichts ist härter als Diamant.

    Der Mann „um die Ecke“ weiß auf den Mikrometer genau, wie dick Ihre Klebefuge ausfällt?

    Wenn das so ist, kann man zur „Zukunft“ nur gratulieren.

    LG

    HP[/quote]

    Zahnmedizin und Wirklichkeit. Oder Physik. Oder elementare Werkstoffkunde. Und Funken.

    Da funkt nix.

    Zahlt ja die Kasse.
    Schade. Oder traurich bis werwasweis.

    hp

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